„Achtererbahn“ oder „Raketenstart“ - Welche Karrierephase durchlaufen Sie gerade?

Während der Kollege gerade einen Erfolg nach dem anderen einfährt, dümpeln Sie seit Wochen vor sich hin? Vielleicht ist es Zeit für eine neue Karrierephase!


„Karriere machen“ ist kein Zustand, der von heute auf morgen eintritt, sondern ein Prozess, der bei manchen schneller, bei anderen langsamer abläuft. Außerdem kann gesagt werden, dass es sich hierbei keinesfalls um eine lineare Entwicklung handelt. In den wenigsten Fällen verläuft eine Karriere konstant bergauf. Neben dem von jedem begehrten Raketenstart gibt es immer auch diverse Berg- und Talfahrten, die auch mit einer Achterbahn verglichen werden können. Weitere typische Karrierephasen sind die Sinnkrise, die Neuorientierung und der gefürchtete Karriereknick.

Der Raketenstart

Der Raketenstart ist eine besonders aufregende Karrierephase, in der nahezu alles neu ist und in der viele Erfahrungen gesammelt werden. Es handelt sich hierbei um einen besonders erfolgreichen Berufseinstieg – zum Beispiel bei einem namhaften Arbeitgeber, der einem von Anfang an viele Möglichkeiten bietet und Verantwortung übergibt. Wichtig zu wissen: Der Raketenstart markiert zwar einen rasanten Karriere-Beginn, kann aber ebenso plötzlich enden wie er begonnen hat. Auf die anfängliche Euphorie folgt (leider) häufig die erste Ernüchterung.

Die Berg-und-Tal-Fahrt

Ein stetiges Auf und Ab oder auch eine Achterbahn der Gefühle erleben viele Arbeitgeber, wenn sie eine gewisse Zeit im gleichen Job gearbeitet haben. Autor Nils Warkentin beschreibt die sieben Phasen eines Jobzyklus folgendermaßen:

Phase 1: Anfängliche Euphorie und Motivation

Zu Beginn ist der neue Job aufregend und voller Überraschungen. Das sorgt natürlich für reichlich Euphorie und auch Motivation – man will schließlich von sich überzeugen und zeigen, dass man die richtige Wahl gewesen ist.

Phase 2: Ernüchterung und Selbstzweifel

Auf die positiven Gefühle vom Anfang folgt die „harte Realität“. Mit Ernüchterung stellt man fest: Der Alltag macht sich breit. Außerdem stoßen Sie zum ersten Mal an Ihre Grenzen. Diese Erfahrung ist verknüpft mit Selbstzweifeln à la „Bin ich diesem Job wirklich gewachsen?“.

Phase 3: Anpassung und Einarbeiten

In der dritten Phase des Jobzyklus geht es langsam wieder bergauf. Sie lernen das Unternehmen, die Kollegen und Kunden sowie verschiedene Aufgaben immer besser kennen und schaffen eine angenehme Routine, die auch Sicherheit mit sich bringt.

Phase 4: Vertrauen

Immer noch freut sich Ihre Karriere über einen Aufwärtstrend. Sie genießen ein auf Vertrauen basierendes Verhältnis zum Arbeitgeber und die Sicherheit, die Ihnen Ihr Job bietet. Auch wenn diese Phase grundsätzlich als positiv bezeichnet werden kann, gibt es dennoch auch Optimierungsbedarf.

Phase 5: Erfolge und Weiterentwicklung

Dieser Optimierungsbedarf wird in Phase 5 umgesetzt. Nun ist es an der Zeit, der Karriere einen kleinen Schubs zu geben und große Erfolge einzufahren. Diese Phase ist geprägt von beruflichen Meilensteinen und wichtigen Weiterentwicklungen.

Phase 6: Stagnation und Rückgang

So sehr man sich auch wünscht, dass es immer so weitergeht, irgendwann ist jeder Aufwärtstrend vorbei. Die sechste Phase vom Jobzyklus nach Nils Warkentin ist geprägt durch Stagnation und dem Rückgang der Erfolge und kann auch als der Beginn der Talfahrt bezeichnet werden.

Phase 7: Der Schlussstrich

Diese Karrierephase zeichnet sich durch Stress, permanente Belastung und ausbleibende Weiterentwicklung aus. Sie sollte stets ein Warnsignal und der Anlass für Veränderungen (in Form eines neuen Jobs) sein.

Die Sinnkrise und anschließende Neuorientierung

Ein anderer Grund für einen beruflichen Tapetenwechsel ist die Sinnkrise, in die Arbeitnehmer immer wieder geraten. Diese Karrierephase zeichnet sich in erster Linie durch jede Menge Fragen aus – Fragen nach dem bisherigen Werdegang, Fragen nach dem Sinn der beruflichen Tätigkeit und Fragen nach den Wünschen für die Zukunft. Menschen, die sich in dieser Phase der persönlichen Karriere befinden, reagieren oft mit einer Neuorientierung, sprich: neuen beruflichen Wünschen und Zielen, die der Selbstverwirklichung dienen und mit viel Motivation einhergehen. Der Aufbruch zu neuen beruflichen Ufern und Quereinstiege sind nach der Sinnkrise keine Seltenheit.

Der Karriereknick

Er kommt meist unangemeldet und ist nie ein willkommener Gast. Der Karriereknick ist die wohl gefürchtetste Karrierephase. Die gute Nachricht ist: So schwer es auch erscheinen mag, auch aus den negativsten Erfahrungen beruflichen Scheiterns können Sie positive Learnings ziehen. Es ist alles nur eine Frage der persönlichen Einstellung.

Wichtig: Jede Karriere verläuft anders und so individuell wie der Mensch dahinter. Das bedeutet auch, dass die hier vorgestellten und weitere Karrierephasen keiner bestimmen Reihenfolge unterliegen.


Bildquelle: Maneerat Nattakorn/Shutterstock

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Jessika Fichtel

Jessika Fichtel

Als studierte Journalistin versteht es Jessika genau, Informationen und Hintergrundwissen auf den Punkt zu präsentieren. Die Erfurterin arbeitet als freiberufliche Online-Redakteurin und hat sich auf die Bereiche Job und Karriere spezialisiert. Ihr Steckenpferd ist das Thema „digitales Arbeiten“, denn damit setzt sich die Freelancerin tagtäglich auseinander.