Achtung, dieser Kollegen-Typ schmückt sich mit fremden Federn! 

Ideenklau ist ein weit verbreitetes Problem in deutschen Büros. Vor allem kreative Branchen sind stark betroffen. Erfahren Sie hier, wie Sie sich vor Copy Cats schützen können.


Eine gewöhnliche Situation am Arbeitsplatz: Der Chef kündigt ein neues, überaus wichtiges, Projekt an, für das kreative Ideen gesammelt werden sollen. Sie und Ihre Kollegen wissen: Wer hierfür etwas wirklich Gutes abliefert, kann reichlich Pluspunkte sammeln. Um trotz des inoffiziellen Konkurrenzkampfs Teamfähigkeit zu beweisen, erzählen Sie einem Mitarbeiter von Ihrer Idee und bitten ihn um Feedback – welches Sie auch erhalten. In der nächsten Team-Sitzung dann der Schock: Der Kollege präsentiert Ihre Idee (vielleicht in leicht abgeänderter Form) als seine und heimst dafür die Lorbeeren an. Ein solches Verhalten ist nicht nur überaus ärgerlich, sondern auch absolut unkollegial. Keine Frage: Hier besteht Klärungsbedarf.

Woran erkennt man Copy Cats?

Kollegen, die sich gern mit fremden Federn schmücken, werden neuerdings gern – inspiriert durch das Internet – als Copy Cats bezeichnet. Diese eindeutig zu erkennen, ist ziemlich schwer, da wahrscheinlich niemand öffentlich zugeben würde, gern Ideen zu klauen. In erster Linie kommt es beim Identifizieren von Copy Cats auf Ihren gesunden Menschenverstand an. Achten Sie beispielsweise darauf,

  • wie sich der Kollege verhält, wenn Sie von Ihrer Idee erzählen
  • ob der Kollege häufig um Ihren Rat oder Feedback bittet
  • welche Erfahrungen andere mit dem Kollegen gemacht haben

Wichtig: Lassen Sie sich niemals vom Flurfunk und der Gerüchteküche beeinflussen, sondern bilden Sie sich immer Ihre eigene Meinung. Klatsch und Tratsch sind stets pures Gift für das Betriebsklima.

Wie schützt man sich vor Ideenklau im Büro?

Grundsätzlich sollten Sie immer gut überlegen, mit welchem Kollegen Sie über Ideen und kreative Gedanken sprechen. Die erste Wahl sollte stets auf eine Person fallen, der man traut. Weiterhin ist es empfehlenswert, entsprechende Notizen, Skizzen, Entwürfe usw. nie offen auf dem Schreibtisch liegen zu lassen. Wer sich vollständig vor Ideenklau schützen will, dürfte nie mit einer anderen Person über Einfälle und Geistesblitze sprechen. Diese Vorgehensweise ist in der Praxis jedoch beinahe unmöglich.

Besser: Versuchen Sie in Meetings und Besprechungen immer, als erstes das Wort zu ergreifen, wenn es darum geht, Ergebnisse zu präsentieren. Somit umgehen Sie souverän, dass Ihnen jemand anderes zuvorkommt und sich mit Ihrer Idee brüstet.

Wie geht man mit Ideenklau um?

Doch so gut der Schutz auch sein mag, früher oder später kann es immer passieren, dass sich ein Kollege als Copy Cat entpuppt und mit Ihrer Idee beim Chef hausiert. Tritt dieser unangenehme Fall ein, ist es unverzichtbar, das offene Vier-Augen-Gespräch zum diebischen Kollegen zu suchen. Hierbei gilt es, an die Ehrlichkeit im Menschen zu appellieren und zu hoffen, dass sich der Vorfall nicht wiederholt. Bedenken Sie allerdings auch, dass es immer Kollegen gibt, denen Ihre Plädoyers reichlich egal sind und die ohne schlechtes Gewissen wieder auf „Diebestour“ gehen werden. Wenn sich diese Praktik zu einem massiven Problem entwickelt, von dem auch andere Kollegen betroffen sind, ist es unausweichlich, das Thema zur Chefsache zu machen. Grundsätzlich sollte man sich immer mit dem Petzen zurückhalten, doch in manchen Situationen (nämlich wenn sich die Vorfälle häufen und das Misstrauen zwischen den Kollegen wächst) ist es einfach unausweichlich, den diebischen Kollegen beim Vorgesetzten anzuschwärzen.

Sonderfall Gruppenarbeit

Noch schwieriger wird der Umgang mit Copy Cats übrigens, wenn Sie als Team zusammenarbeiten. Meist werden dann verschiedene Ideen in einen Topf geworfen, miteinander kombiniert und weiterentwickelt. Wer letztendlich der „Urheber“ der besten Idee war, kann dann nur noch schwer gesagt werden. Wenn Sie das Gefühl haben, der ausschlaggebende Ideengeber gewesen zu sein, der bei der späteren Präsentation nicht ausreichend gewürdigt wird, sollten Sie sich lieber in Zurückhaltung üben. Es ist natürlich durchaus möglich, dass jemand anderes Ihre Idee als „Gruppenleistung“ verkauft, doch handelt es sich hierbei häufig auch nur um die subjektive Wahrnehmung. Mit anderen Worten: Sie denken nur, dass die Copy Cat zugeschlagen hat, doch in Wirklichkeit ist die finale Idee tatsächlich im Zuge der Gruppenarbeit entstanden.

Eine Idee unterliegt nicht dem Urheberrecht

Übrigens: Egal ob ganz offensichtlicher Ideenklau oder unterschwelliges Abkupfern – in jedem Fall hat man keinerlei Chancen, den diebischen Kollegen juristisch zu belangen. Eine bloße Idee kann nämlich nicht urheberrechtlich geschützt werden. Erst wenn aus der Idee ein Werk geworden ist, greift der Urheberschutz. Das bedeutet beispielsweise, dass die Idee, die als Skizze festgehalten und vom Kollegen abgekupfert wurde, dem Urheberrecht unterliegt und Sie im schlimmsten Fall Anzeige erstatten können.


Bildquelle: zeljkodan/Shutterstock

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Jessika Fichtel

Jessika Fichtel

Als studierte Journalistin versteht es Jessika genau, Informationen und Hintergrundwissen auf den Punkt zu präsentieren. Die Erfurterin arbeitet als freiberufliche Online-Redakteurin und hat sich auf die Bereiche Job und Karriere spezialisiert. Ihr Steckenpferd ist das Thema „digitales Arbeiten“, denn damit setzt sich die Freelancerin tagtäglich auseinander.