Anerkennung: Lob im Job ist wichtig!

Lob und Anerkennung im Job sind für viele Deutsche ein Fremdwort. Wir zeigen, warum spontane Wertschätzung wichtig ist und wie Sie richtig loben. 


  • Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Gallup fühlen sich 68 Prozent der Arbeitnehmer kaum noch an ihr Unternehmen gebunden, machen lediglich Dienst nach Vorschrift.
  • 16 Prozent der Werktätigen sind emotional ungebunden und haben innerlich bereits gekündigt.

Grund dafür ist fehlende Anerkennung durch den Chef. Denn für mehr als die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer ist Lob im Job ein Fremdwort. Warum ist das so und warum ist Lob im Job so wichtig?

Spontane Wertschätzung und Anerkennung

Lob ist eine Form spontaner Wertschätzung von Leistungen oder Verhaltensweisen durch sprachliche oder körpersprachliche Ausdrucksmittel (z.B. Mimik, Gestik). Im Idealfall ist ein Lob konkret, damit der Gelobte weiß, warum er oder sie es erhält. Loben vermittelt somit eigene Werte und Ziele und verstärkt nur indirekt ein gewünschtes Verhalten. Im Berufsleben können neben dem Chef auch Kollegen sowie Kunden ein Lob aussprechen. Diese Form der Wertschätzung ist vergleichbar mit einem gelegentlichen Schulterklopfen.

Vom Lob abzugrenzen ist die Anerkennung.

Anerkennung ist mehr Haltung als spontane Euphorie: Jemand erkennt die regelmäßige Qualität oder Leistung einer Person an - und respektiert und schätzt diese Person dafür. Folglich muss Anerkennung nicht konkret oder auf den Einzelfall bezogen sein, im Gegenteil: Sie beurteilt das Gesamtbild. Zudem muss sie sich auch nicht unbedingt verbal oder körperlich äußern. Wenn sie es aber tut, dann meist durch ein qualifiziertes Feedback, ausführlicher als ein spontanes Schulterklopfen.

Lob ist verpönt

Der deutsche Maler Anselm Feuerbach (1829-1880) sagte schon “Tadeln ist leicht; deshalb versuchen sich so viele darin. Mit Verstand loben ist schwer; darum tun es so wenige.“ Aber warum tun wir uns so schwer damit, anderen ein Lob auszusprechen - oder gar uns selbst zu loben? Die Antwort liegt in unserer Erziehung: Wir haben es nie gelernt - oder vielmehr hat man es uns ausgetrieben: "Eigenlob stinkt!" Zudem leben wir in einer Leistungsgesellschaft. Diese setzt - wie sollte es auch anders sein - Leistung voraus. Leistung ist die Norm - und darum sollte man jemanden dafür loben, dass er die Norm erfüllt?

Warum Lob im Job so wichtig ist

Auch wenn Lob in unserer heutigen Gesellschaft noch als verpönt gilt, streben wir alle nach Anerkennung und Achtung. Wer nie gelobt wird, dessen Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl leiden irgendwann. Viele Arbeitnehmer setzen verwehrte professionelle Bestätigung mit persönlicher Zurückweisung gleich - sie fühlen sich vom Chef nicht gemocht. Untersuchungen unterstützen die These, warum Anerkennung im Job so wichtig ist: Durch Lob wird das Hormon Dopamin, im Volksmund auch als Glückshormon bekannt, freigesetzt, welches die Motivation und Leistungsfähigkeit steigert. Wenn wir gelobt werden, fühlen wir uns gut und voller Energie. Im Umkehrschluss bedeutet das: Mehr Lob, mehr Leistung und Motivation, mehr Grund für noch mehr Lob.

Loben - aber richtig

Ob das richtige Maß, der passende Zeitpunkt oder der Anlass - beim Thema Loben gilt es einiges zu beachten, damit das Lob so ankommt, wie es gemeint ist.

  • Individualität
    Das Lob muss individuell zugeschnitten sein. Nicht jeder Mensch will vor versammelter Mannschaft in den höchsten Tönen gelobt werden, andere wünschen sich genau das.
  • Ein zeitnahes Lob
    "Ein frisches Lob zur rechten Zeit, das kostet nichts und bringt doch weit", sagt der Volksmund. Also sprechen Sie das Lob zeitnah aus. Nur so erhält der Gelobte umgehend die Information, welches Verhalten lobenswert ist.
  • In Maßen statt Massen
    Während zu wenig und seltenes Lob Unzufriedenheit erzeugt, senkt ständiges Loben die Wirksamkeit sowie Glaubwürdigkeit des Lobenden. Loben Sie also stets, wenn auch Grund dazu besteht.
  • Bewusst loben
    Loben Sie bewusst - erst ab einer Dauer von 15 Sekunden nehmen Menschen ein Lob wirklich als solches wahr.
  • Ein ehrliches Lob
    Ein Lob sollte ehrlich sein. Zudem sollte deutlich werden, womit es verdient wurde. Bleiben Sie beim Loben bei den Fakten; sie sollten weder übertreiben, noch die Wertschätzung herunterspielen.
  • Präzision
    Mit einem pauschalen "Super!" oder "Gut gemacht, Hr. Müller!" kann der Gelobte wenig anfangen. Sprechen Sie beim Loben Details an: Warum haben Sie das Lob ausgesprochen und für welche Leistung?
  • Loben Sie Arbeit, nicht nur Ergebnisse
    Natürlich ist es lobenswert, wenn ein Mitarbeiter außergewöhnliche Resultate erzielt. Dennoch ist es wichtig, auch Mitarbeiter zu loben, die zwar unterm Strich etwas weniger erreichen, aber dafür auf eine andere Art und Weise (z.B. innovativer, teamorientierter o.ä.).
  • Lob soll wirken
    Lassen Sie Ihr Lob wirken und geben Sie Ihrem Gegenüber somit die Möglichkeit, sein lobenswertes Verhalten zu reflektieren.

Wissen Sie, wie man richtig lobt? Machen Sie den Test!


Bildquelle: Rawpixel.com/Shutterstock

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Alina Giannone

Alina Giannone

Nach dem Studium der Germanistik sammelte Alina Erfahrungen im Online-Journalismus in der Berliner Start-Up-Szene. Als Autorin bei Instaffo widmet sie sich nun zahlreichen Bereichen rund um das Thema Karriere – vom Jobwechsel über den Büroalltag bis hin zu aktuellen Trends.