Arbeitszeitreport: Hohes Arbeitspensum überfordert Arbeitnehmer

Laut Arbeitszeitreport fühlt sich manch einer am Ende seiner Kräfte, denn deutsche Arbeitnehmer schuften mehr und länger als vertraglich vereinbart. Die gesundheitlichen Folgen sind verheerend. 


Stress am Arbeitsplatz, Überstunden und wenig Pausen - deutsche Arbeitnehmer leiden unter zu hohem Arbeitsdruck, der über längere Zeit Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Dies geht aus dem aktuellen Arbeitszeitreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hervor. Demnach stellen gesellschaftliche Entwicklungen wie Globalisierung und Digitalisierung übergreifende Herausforderungen für die Arbeitszeitgestaltung dar und tragen zu ihrer Veränderung bei.

Arbeitszeitreport: Die zentralen Ergebnisse im Überblick

  • Jeder achte Arbeitnehmer (13 Prozent) fühlt sich durch die Arbeitsmenge überfordert.
  • 51 Prozent der Arbeitnehmer leiden unter häufigem Termin- und Leistungsdruck.
  • Abhängige Vollzeitbeschäftigte in Deutschland arbeiten mit durchschnittlich 43,5 Wochenstunden knapp 5 Stunden pro Woche länger als vertraglich vereinbart (38,6 Stunden).
  • Arbeit in Teilzeit ist dominiert von Frauen (85 Prozent).
  • Längere Arbeitszeiten und Überstunden gehen häufig mit Termin- oder Leistungsdruck, einer Überforderung durch die Arbeitsmenge sowie dem Ausfallen von Arbeitspausen einher.
  • Mit zunehmender Länge der Arbeitszeit sinkt der Anteil der Beschäftigten, die mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden sind, und es steigt der Anteil der Beschäftigten, die gesundheitliche Beschwerden berichten.
  • 43 Prozent der Beschäftigten arbeiten mindestens einmal im Monat am Wochenende.
  • 22 Prozent der Befragten berichten, dass ihr Arbeitsumfeld von ihnen erwartet, auch im Privatleben für dienstliche Angelegenheiten erreichbar zu sein.
  • 4 von 10 anhängig Beschäftigten möchten genauso viel arbeiten wie zurzeit. Fast die Hälfte der Beschäftigten möchte jedoch ihre Arbeitszeit reduzieren (47 Prozent).

Auswirkungen auf die Gesundheit

Der Arbeitszeitreport zeigt: Mit zunehmender Länge der Arbeitszeit sinkt der Anteil der Mitarbeiter, die mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden sind - und es steigt der Anteil derer mit gesundheitlichen Problemen. In allen Erwerbsgruppen berichten die Befragten signifikant häufiger von körperlicher Erschöpfung mi zunehmender wöchentlicher Arbeitszeit, genauer gesagt

  • klagt die Mehrheit der Befragten über Müdigkeit und Erschöpfung (53 Prozent),
  • leiden 51 Prozent der Arebitnehmer unter Rückenschmerzen,
  • leiden 24 Prozent der Befragten unter Niedergeschlagenheit
  • kämpfen 34 Prozent mit Schlafstörungen.

Bildquelle: KieferPix/Shutterstock

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Alina Giannone

Alina Giannone

Nach dem Studium der Germanistik sammelte Alina Erfahrungen im Online-Journalismus in der Berliner Start-Up-Szene. Als Autorin bei Instaffo widmet sie sich nun zahlreichen Bereichen rund um das Thema Karriere – vom Jobwechsel über den Büroalltag bis hin zu aktuellen Trends.