Business Intelligence

Der Einsatz von Business Intelligence im Zusammenspiel mit ERP- und Data Warehouse-Datenbasis sowie den neuen In-Memory-Technologien erlaubt eine um ein Vielfaches umfangreichere und schnellere Datenanalyse und ein verbessertes Reporting.


Unter Business Intelligence (BI) werden „Verfahren und Prozesse zur systematischen Analyse (Sammlung, Auswertung und Darstellung) von Daten in elektronischer Form“ mit dem Ziel der „Gewinnung von Erkenntnissen, die in Hinsicht auf die Unternehmensziele bessere operative oder strategische Entscheidungen ermöglichen“ subsumiert (Ottmar Schneck: Lexikon der Betriebswirtschaft). Dies geschieht auf der Basis analytischer Konzepte und von IT-Systemen. Wichtig für BI ist die Einbeziehung von Daten über das eigene Unternehmen, Mitbewerber und die Marktentwicklung. Es wird dadurch aus verteilten, inhomogenen Daten über die Integration von Strategien, Prozessen und Technologien erfolgskritisches Wissen über Status, Potentiale und Perspektiven des eigenen Unternehmens generiert.

Techniken

Die BI bedient sich Techniken zur Automatisierung des Reportings an das Management. Die Daten werden aus dem ERP-System gewonnen. Die Software ist ein vom ERP-System getrenntes Analysetool. BI beinhaltet Managementgrundlagen, wie Wissensmanagement, Customer Relationship Management (CRM) und Balanced Scorecard. Letzteres ist ein „Ansatz zur Visualisierung verschiedener, meist gleichrangiger, aber untereinander heterogener Ziele, um mehrere Dimensionen des Unternehmenserfolgs abzubilden und als Steuerungsinstrument einzusetzen.“ Davon betroffen sind die Bereiche Finanzwirtschaft, Kundenergebnis und Geschäftsbeziehung, Erfolgswirtschaft, interne Wertkette, Innovation und Know How. Sie werden in den Feldern Kundenperspektive, interner Management-Prozess, Innovations- und Lernfähigkeit sowie Shareholderperspektive dargestellt. Diese Managementfunktionen umfassen prozessorientiert betrachtet auch die permanente Datenpflege und Anpassung an ein sich veränderndes Umfeld; man spricht von Strategic Alignment (Strategische Ausrichtung).
Das technische Vorgehen bei der BI geschieht in den drei Phasen „Data Delivery“, also der Festlegung und Erhebung von Eckdaten, über ein operatives System wie OLTP (Online Transactional Processing) oder ein Data Warehouse. Phase zwei, „Discovery of Relations, Patterns and Principles“, stellt Zusammenhänge zwischen den erhobenen Daten her. Muster und Diskontinuitäten werden dabei sichtbar und können mit zuvor aufgestellten Hypothesen verglichen werden. Dies geschieht in Form von multidimensionalen Analysen oder Data Mining. „Knowledge Sharing“ schließlich ist die dritte Phase, in der die Erkenntnisse im Unternehmen kommuniziert und in das Wissensmanagement integriert werden. Daraus wiederum werden Entscheidungsgrundlagen für Maßnahmen und Aktionen generiert.

Praxis und Werkzeuge

In der Praxis stellt sich BI als Automatisierung des Controllings, des Berichtswesens und als Werkzeug zur Planung und Vorschau sowie der Markt- und Kundenanalyse dar. Die speziellen Werkzeuge hierzu sind die analytischen Informationssysteme: Datenbestand sind Data Warehouse oder Data Marts. Die Analysemethoden sind u.a. OLAP (Online Analytical Processing), Data Mining, Text Mining, Web Mining oder Case Based Reasoning. Selbst geographische Aspekte, zum Beispiel standortspezifische Unternehmenszusammenhänge, können über Geoinformationssysteme berücksichtigt werden.

Data Discovery

Unter dem Begriff Data Discovery („Daten-Entdeckung“) fasst man eine neue Generation von BI-Werkzeugen zusammen. Sie haben eine erhöhte Bedienerfreundlichkeit und Flexibilität. Auch die Autonomie der Anwender wird durch sie verstärkt. Bei Data Discovery werden Daten jeder Art visuell analysiert und dargestellt. Es werden sowohl aktuelle Probleme erkannt als auch Prognosen erstellt. Spezifische Fragenstellungen können durch vertiefte Datenanalyse bearbeitet werden. Bei Data Discovery kommen die neuartigen In-Memory-Datenbanken wie SAP Hana zum Einsatz. Dies erlaubt eine wesentlich schnellere Datenanalyse als über herkömmliche Datenbanken.

Aufgrund der Tatsache, dass der Einsatz von Business Intelligence für eine zeitgemäße Unternehmensführung und –steuerung nicht nur von Großunternehmen immer relevanter wird, gewinnt die Mitarbeiterschulung und Personalrekrutierung von entsprechenden Spezialisten erheblich an Bedeutung, da nahezu alle Unternehmensbereiche, von den ERP-Prozessen bis zum Management, betroffen sind.


Bildquelle: Maksim Kabakou/Shutterstock

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