Das Firmenhandy: Was Sie alles wissen müssen

Die einen weigern sich strikt dagegen, andere sind froh darüber, eines zu haben. Die Rede ist vom Diensthandy. Doch darf dieses überhaupt auch für private Zwecke genutzt werden? Und wie ist das mit der permanenten Erreichbarkeit?


Das Prinzip vom Diensthandy ist ganz einfach: Ihnen als Angestellter wird ein Smartphone zur Verfügung gestellt, das Sie vorrangig für berufliche Zwecke nutzen sollten. Vor allem Außendienst- und Vertriebsmitarbeiter, aber auch Social Media Manager und Marketing-Leute kommen häufig in den Genuss des Firmenhandys. Das ist in den meisten Fällen auch durchaus sinnvoll und empfehlenswert – wenn denn von Vornherein klare Regeln aufgestellt und Absprachen getroffen werden.

Darf ich das Firmenhandy auch privat nutzen?

Es gehört fast schon zum guten Ton, dass Unternehmen Ihren Angestellten nur neuwertige und topaktuelle Smartphones zur Verfügung stellen. Nicht nur wahre Technik-Freaks, sondern auch viele andere freuen sich natürlich, wenn sie das neueste Modell von Marke XY in den Händen halten und nun täglich damit arbeiten dürfen. Doch wie verhält es sich eigentlich nach Feierabend und am Wochenende? Die Versuchung, das moderne Modell mit der schnellen Technik und der phänomenalen Kamera auch in der Freizeit zu nutzen, ist schließlich groß.

In welchem Umfang ein dienstliches Smartphone genutzt werden darf, muss im Vorfeld genau geklärt werden. Die offene und ehrliche Kommunikation mit dem Arbeitgeber ist hier das A und O. Wenn klar formuliert wurde, dass das Handy auch nach Dienstschluss genutzt werden darf und der Chef nichts dagegen einzuwenden hat, haben Sie als Angestellter freie Hand.

Doch Vorsicht: Auch wenn es auf den ersten Blick so erscheint, ein modernes Diensthandy bringt nicht nur Vorteile mit sich. Das wird Ihnen spätestens dann klar, wenn Sie auch in Ihrer Freizeit ständig mit Beruflichem konfrontiert werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die erste dienstliche Email reinkommt oder ein Kunde zu späterer Stunde anruft. Der Stressfaktor ist in diesen Fällen enorm hoch. Fragen Sie sich unbedingt, ob Sie sich diesem wirklich freiwillig aussetzen wollen. Wer jedem Ärger aus dem Weg gehen will, setzt das Smartphone von Anfang an nur für dienstliche Belange ein und nutzt für alles andere das private Gerät.

Info: Das betrieblich genutzte Smartphone ist kein Bestandteil vom Gehalt, muss daher auch nicht besteuert werden. Für den Arbeitnehmer stellt das einen angenehmen Vorteil dar.

Darf mir mein Arbeitgeber das Smartphone wieder abnehmen?

Ein Smartphone, das für berufliche Zwecke genutzt wird, gehört genauso wie der Computer, die Kaffeemaschine und der Drucker zum Eigentum einer Firma. Der Inhaber ist also jederzeit befugt, das Gerät zurückzuverlangen – und zwar auch dann, wenn es gar keine Probleme oder Komplikationen gegeben hat. Wird die Rückgabe verweigert, hat der Arbeitgeber das Recht, eine Abmahnung oder gar Kündigung auszustellen.

Tipp: Wer sein Firmenhandy auch privat nutzt, sollte stets darauf vorbereitet sein, es abgeben zu müssen. Das heißt: Ziehen Sie Urlaubsschnappschüsse immer direkt auf den PC und vermeiden Sie allzu private Chats via WhatsApp und Co.

Darf mich mein Chef auch nach Dienstschluss über das Firmenhandy kontaktieren?

„Elektronische Fußfessel“ und „Stasi des 21. Jahrhunderts“ sind nur zwei Formulierungen, die man findet, wenn man im Netz nach Meinungen zum Firmenhandy sucht. Sie ahnen es wahrscheinlich schon: Nicht jeder ist diesem Thema positiv gesonnen. Tatsächlich sind Überwachung, Kontrolle und permanente Erreichbarkeit Aspekte, die das Betriebshandy immer wieder in ein schlechtes Licht rücken. Fakt ist: Als Angestellter müssen Sie sich nicht alles gefallen lassen.

Ihr Chef hat aufgrund des Diensthandys das permanente Bedürfnis, Sie auch nach Feierabend noch anzurufen oder eine kurze SMS zu schreiben? Sprechen Sie Ihn auf dieses Verhalten an und finden Sie eine gemeinsame Regelung, mit der alle zufrieden sind. Ein betriebliches Smartphone ist kein Freifahrtschein, der Ihre 24/7-Erreichbarkeit rechtfertigt.

Darf mein Chef Gespräche mitschneiden?

Kurz und knapp: Nein. Das Mitschneiden von Gesprächen – auch wenn diese beruflicher Natur sind – ist nicht erlaubt und sogar strafbar. Es sollte also im Interesse Ihres Vorgesetzten sein, Ihnen die nötige Privatsphäre zu gewähren. Das gilt im Übrigen auch, wenn es „nur“ um das Belauschen von Gesprächen geht. Auch hier werden persönliche Rechte – speziell das Recht auf informationelle Selbstbestimmung – verletzt.

Das Diensthandy ist in vielen Fällen durchaus sinnvoll und eine Erleichterung für Arbeitgeber und -nehmer. Wichtig ist, dass Sie im Vorfeld genau mit Ihrem Chef klären, in welchem Umfang das Gerät genutzt werden darf und wie es sich mit der Erreichbarkeit nach Feierabend verhält. Außerdem sollte der Arbeitgeber wissen, was er darf und was ihm untersagt ist. Wenn all diese Punkte geklärt sind, dürfte es keine großen Komplikationen mehr geben.


Bildquelle: nenetus/Shutterstock

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Jessika Fichtel

Jessika Fichtel

Als studierte Journalistin versteht es Jessika genau, Informationen und Hintergrundwissen auf den Punkt zu präsentieren. Die Erfurterin arbeitet als freiberufliche Online-Redakteurin und hat sich auf die Bereiche Job und Karriere spezialisiert. Ihr Steckenpferd ist das Thema „digitales Arbeiten“, denn damit setzt sich die Freelancerin tagtäglich auseinander.