Das Smartphone: Ablenkungsfalle oder Produktivitätshilfe?

Ein kurzes Piepsen, eine aufleuchtende Pushup-Benachrichtigung oder ein eingängiges Vibrieren und das Smartphone hat unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Es kann jedoch auch anders gehen.


In Deutschland gibt es rund 50 Millionen Smartphonenutzer – Tendenz steigend. Kaum ein anderes elektronisches Gerät beeinflusst unseren Alltag inzwischen so sehr wie das clevere Mobiltelefon. Das liegt natürlich in erster Linie daran, dass Smartphones so viel mehr können als nur telefonieren und SMS schreiben. Sie sind ein All-in-One-Gerät, das uns in allen erdenklichen Situationen unterstützt und hilft. Was im ersten Moment nach dem großen Segen klingt, bringt jedoch auch Schattenseiten mit sich. Das Smartphone kann nämlich auch immer wieder zur Ablenkungsfalle werden. Gerade im Job ist das durchaus tückisch.

Versuchungen an jeder Ecke

Es ist aber auch gemein. Gerade hat man das Smartphone beiseitegelegt, schon signalisiert es wieder, dass eine Neuigkeit eingegangen ist. Gerade Apps wie Facebook, Snapchat, WhatsApp und Xing sorgen mit ihren minutiösen Benachrichtigungen dafür, dass unser Workflow immer wieder unterbrochen wird. Oftmals sind es nur Kleinigkeiten, die es schaffen, unsere Aufmerksamkeit vollständig auf sich zu lenken. Dass dieses Verhalten alles andere als produktiv und effektiv ist, dürfte klar sein. Ist es also an der Zeit, das Smartphone aus dem Büro oder zumindest in die Schreibtischschublade zu verbannen, solange es gilt, konzentriert und fokussiert zu arbeiten?

Den Ablenkungen widerstehen

Selbstverständlich ist es die einfachste Methode, das Handy lautlos zu stellen oder direkt komplett aus dem Sichtfeld zu verbannen. In vielen Fällen reicht diese Vorgehensweise jedoch nicht aus. Solang das Smartphone im Kopf präsent ist, wird der Besitzer immer wieder versucht sein, einen kurzen Blick darauf zu werfen. Blinkt dann auch nur eine Benachrichtigung auf – und sei sie noch so unwichtig – hat das Elektro-Gerät wieder einmal unsere ungeteilte Aufmerksamkeit erhascht.

Wer diesem Problem effektiv entgegenwirken und seine Produktivität steigern will, kann Gleiches mit Gleichem bekämpfen. Selbstverständlich gibt es inzwischen unzählige Apps, die davon abhalten, andere Apps zu nutzen. Das Prinzip ist meist ähnlich. Das Smartphone wird in eine Art Sperre-Zustand versetzt, wird diese entfernt, droht eine kleine „Strafe“ (die natürlich keinerlei wirkliche Auswirkung hat, aber dennoch dazu anspornen kann, das Handy zu ignorieren). Ein gutes Beispiel hierfür ist die App „Forest“. Diese pflanzt nach dem Start einen virtuellen Baum, der dann 25 Minuten wächst und gedeiht. Wenn Sie in dieser Zeit die Finger vom Handy lassen, können Sie sich hinterher über den neuen Baum in ihrem „Wald“ freuen. Wird das Smartphone genutzt, geht der Baum ein und wird als dürres Gewächs im eigenen Wäldchen sichtbar. Pro erfolgreich gepflanzten Baum gibt es außerdem Münzen, die in andere, speziellere Bäume umgetauscht werden können, die dem Wald wiederum eine nette Vielfalt verleihen. Sie sehen: Ein einfaches, fast schon kinderleichtes Prinzip, das dennoch durchaus wirksam sein kann. Probieren Sie es aus!

Wie viel Zeit verschwenden Sie mit dem Smartphone?

Einen etwas anderen Ansatz hat die App „Quality Time“. Diese will ihnen nicht die Nutzung anderer Apps verbieten, sondern zeichnet im Hintergrund auf, welche Applikation Sie wie oft und wie lang genutzt haben. Es ist durchaus interessant, zu erfahren, wer die wahren Zeitfressen sind und womit Sie vielleicht überraschend wenig Zeit verschwenden. Die App hilft Ihnen dabei, Ihr eigenes Nutzungsverhalten zu analysieren und daraufhin auch zu optimieren. Sehr interessant ist es auch, am nächsten Tag zu erfahren, wie viel Zeit Sie insgesamt mit der Nutzung Ihres Smartphones verbracht haben. Zeiten um die drei bis vier Stunden sind keine Seltenheit und können wohl schon als Normalität bezeichnet werden.

Tipp: Verfolgen Sie die Nutzungszeiten über einen bestimmten Zeitraum und berechnen Sie daraufhin den Durchschnitt. Im Anschluss können Sie versuchen, diesen Wert regelmäßig zu unterbieten. Auch am Wochenende können Sie dadurch gezielt steuern, das Smartphone öfter mal beiseite zu legen.

Das Smartphone: Fluch und Segen zugleich

Ablenkungsfalle und Zeitfresser auf der einen Seite, Steigerung der Produktivität auf der anderen. Das Smartphone kann durchaus als Fluch und gleichzeitiger Segen bezeichnet werden. Fakt ist, dass sich wohl kaum einer von uns vorstellen kann, auf das smarte Telefon zu verzichten. Zu komfortabel, zu unterhaltsam, zu hilfreich und zu stark in unseren Alltag integriert ist es inzwischen.


Bildquelle: GaudiLab/Shutterstock

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Jessika Fichtel

Jessika Fichtel

Als studierte Journalistin versteht es Jessika genau, Informationen und Hintergrundwissen auf den Punkt zu präsentieren. Die Erfurterin arbeitet als freiberufliche Online-Redakteurin und hat sich auf die Bereiche Job und Karriere spezialisiert. Ihr Steckenpferd ist das Thema „digitales Arbeiten“, denn damit setzt sich die Freelancerin tagtäglich auseinander.