Durchlüften im Büro: Wenn ein offenes Fenster zum Streitfall wird

Gerade jetzt im Herbst und Winter bricht in vielen Büros der Kampf um das Fenster aus. Fakt ist: Regelmäßiges Durchlüften ist wichtig – aus mehreren Gründen.


Während die einen Angst haben, zu ersticken, fürchten sich die anderen wiederum vor dem Kältetod. Es ist nicht leicht, es jedem Mitarbeiter im Büro recht zu machen, wenn es darum geht, regelmäßig durchzulüften. Hinzukommt, dass es immer wieder Angestellte gibt, die keine Ahnung vom richtigen Lüften haben und denken, die morgendlichen fünf Minuten würden für den kompletten Arbeitstag reichen. Lesen Sie hier, wie Sie im Büro richtig lüften und warum das überhaupt so wichtig ist, regelmäßig Frischluft herein zu lassen.

Richtig lüften im Büro: So funktioniert es

Während der kalten Jahreszeiten ist es vollkommen normal, auch im Büro die Heizung aufzudrehen – man will schließlich nicht frieren und sich erkälten. Sobald der Heizkörper in Gebrauch ist, sollten Sie jedoch auch die richtige Technik zum Durchlüften beherrschen. Der größte Fehler: Die Heizung ist an und das Fenster auf Kippstellung. Das sorgt nicht nur für mangelhafte Frischluftzufuhr, sondern lässt zusätzlich die komplette Heizenergie nach draußen verschwinden. Ein weiteres Problem sind die Temperaturunterschiede an sich. Die kalte Luft von draußen und die warme Luft von drinnen sorgen unter Umständen dafür, dass Wasser an den Wänden kondensiert – und das kann wiederum zu Schimmelbildung führen.

Wie Sie es besser machen? Indem Sie mindestens ein Fenster für ein paar Minuten weit aufreißen und somit frische Luft in den Raum lassen. Im Fachjargon wird von einem Frischluftaustausch gesprochen: Die alte, verbrauchte Luft strömt nach draußen, und neue, frisch kommt herein. Um diesen Prozess zu beschleunigen (was vor allem die Frostbeulen unter den Kollegen freuen dürfte), ist es sinnvoll, zwei sich gegenüberliegende Fenster zu öffnen. Beim sogenannten Querlüften entsteht ein Durchzug, der die frische Luft noch schneller ins Gebäude holt. Wenn die Luft im Raum wieder frisch ist, können alle Fenster geschlossen werden.

Wie oft am Tag im Büro gelüftet werden muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hierzu gehören:

  • Anzahl der Personen, die sich im Büro aufhalten
  • Anzahl der elektrischen Geräte
  • Beschaffenheit des Gebäudes (Schimmel, Staub, etc.)
  • Einrichtung (Teppichböden, schwere Vorhänge, etc.)

Generell gilt: Einmal lüften am Tag reicht definitiv nicht aus. Auch wenn es draußen eisig ist, sollten Sie sich mit Ihrem Kollegen darauf einigen, das Fenster mindestens zweimal zu öffnen. Die idealen Zeitpunkte für das Stoßlüften sind zum Beginn des Arbeitstages und während der Mittagspause – also dann, wenn sowieso niemand an seinem Schreibtisch sitzt.

Info: Um einen kompletten Frischluftaustausch zu bewirken, sollte das Fenster mindestens drei, besser aber bis zu zehn Minuten geöffnet sein.

Wenn Sie feststellen, dass es auch zwischendurch nötig ist, durchzulüften, sollten Sie das auf jeden Fall tun. Ein „zu viel“ gibt es im Fall der Frischluftzufuhr im Büro nicht. Die größte Schwierigkeit wird tatsächlich darin bestehen, es Ihren frierenden Kollegen zu erklären, warum das Fenster schon wieder aufgerissen werden muss, um eisig kalte Luft in den Raum zu lassen. Die folgenden Aspekte helfen Ihnen unter Umständen bei Ihrer Argumentation.

Warum ist das Durchlüften im Büro so wichtig?

Der Mensch braucht frische Luft, um konzentriert arbeiten zu können. Verbrauchte Luft im Büro führt dazu, dass wir müde werden, vermehrt gähnen, gedanklich abschweifen und uns nicht mehr klar auf eine Sache fokussieren können. Manche reagieren auch mit Kopfschmerzen, allgemeinem Unwohlsein und schlechter Laune. Spätestens, wenn dieser Punkt erreicht ist, ist es höchste Zeit, das Fenster aufzureißen.

Info: Viele denken, dass der mangelnde Sauerstoffgehalt in der Luft zu den genannten Erscheinungen führt. Natürlich ist das (teilweise) richtig. Viel tückischer als der zurückgehende Sauerstoffgehalt ist jedoch die steigende Kohlendioxyd-Konzentration in der Luft. Diese sorgt dafür, dass wir und schlapp fühlen und nur noch schwer unserer Arbeit nachgehen können.

Besonders problematisch: Je „verbrauchter“ die Luft, desto mehr atmet der Mensch. Das wiederum bedeutet – Sie ahnen es bereits – eine noch stärkere Verschlechterung des Raumklimas.

Doch nicht nur die hohe Kohlendioxyd-Konzentration macht Angestellten im Büro zu schaffen. Ein weiterer Aufmerksamkeits-Killer sind unangenehme Gerüche, die beispielsweise von Essen, Parfums, Deodorants, aber auch Körperausdünstungen kommen können. Keine Frage: Je mehr Menschen sich in einem Büro aufhalten, desto unangenehmer wird der Geruch im Laufe der Zeit. Wer hieran etwas ändern will, hat nur eine Wahl: Regelmäßig das Fenster aufreißen und im Büro durchlüften – auch wenn es draußen kalt und ungemütlich ist.


Bildquelle: ronstik/Shutterstock
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Jessika Fichtel

Jessika Fichtel

Als studierte Journalistin versteht es Jessika genau, Informationen und Hintergrundwissen auf den Punkt zu präsentieren. Die Erfurterin arbeitet als freiberufliche Online-Redakteurin und hat sich auf die Bereiche Job und Karriere spezialisiert. Ihr Steckenpferd ist das Thema „digitales Arbeiten“, denn damit setzt sich die Freelancerin tagtäglich auseinander.