Gehalt nachverhandeln: Das ist möglich

Grundsätzlich sind Nachverhandlungen beim Gehalt möglich. Doch dabei sollten einige Voraussetzungen erfüllt werden. Nicht zuletzt kommt es dabei auch auf das richtige Timing an.


Die Gehaltsvorstellungen können sich mit der Zeit verändern. Insbesondere wer eine neue Stelle antritt, kann die Höhe einer angemessenen Entlohnung oftmals erst mit der Zeit bemessen. Denn erst nach einigen Wochen oder gar Monaten stellt sich die tatsächliche Arbeitsbelastung und eigene Verantwortung im Job heraus. Aber auch nach vielen Jahren der Arbeit ist es häufig notwendig, das Gehalt an die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt oder an ein erweitertes Tätigkeitsfeld anzupassen. In diesen und weiteren Fällen sind Nachverhandlungen durchaus üblich. Allerdings ist das nicht immer sofort der Fall. Damit sich die anstehenden Verhandlungen tatsächlich als erfolgreich erweisen, sollten deshalb einige Voraussetzungen erfüllt werden können. Allerdings sollte an dieser Stelle auch gesagt werden, dass Gehaltsverhandlungen nicht zu jedem Zeitpunkt die richtige Wahl sind.

Mögliche Voraussetzungen für Gehaltsnachverhandlungen

  • Veränderte Rahmenbedingungen
    Haben sich die Rahmenbedingungen verändert, weil beispielsweise das Tätigkeitsfeld erweitert oder der Verantwortungsbereich erhöht wurde, dann sind Gehaltsverhandlungen auch kurzfristig möglich. In diesen Fällen müssen Arbeitnehmer auch nicht lange zögern, nach einer Gehaltsanpassung zu fragen. Das Gehalt steht schließlich im direkten Zusammenhang mit der Arbeit. Werden die Anforderungen erhöht, sollte auch die Entlohnung dementsprechend steigen.
  • Nach der Probezeit
    Nach der Probezeit sind Gehaltserhöhungen nicht unüblich, denn in dieser Zeit konnten Sie Ihr Können unter Beweis stellen und der Arbeitgeber konnte sich ein umfassendes Bild von Ihrer Tätigkeit machen. Haben Sie sich als geschätzter Arbeitnehmer erwiesen, haben Sie mehr Verantwortung oder sind auch nur die Arbeitszeiten länger als zuvor vereinbart, dann kann durchaus über eine Gehaltsanpassung verhandelt werden. Der Mehrwert für das Unternehmen durch die eigene Tätigkeit sollte dabei im Vordergrund stehen, nicht die bloße Anwesenheit während der gesamten Probezeit und darüber hinaus.
  • Eigene Erfolgsbilanz
    Wer Erfolge für das Unternehmen nachweisen kann und überdurchschnittliche Leistungen erbringt, darf auch die Gelegenheit nutzen, um über das Einkommen neu zu verhandeln.
  • Gestiegener Marktwert
    Mit der Zeit verändert sich der Wert von Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt. Wer seinen Wert kennt, kann sein Wissen auch geschickt dazu einsetzen, um nachzuverhandeln.

Wann sollte auf Gehaltsnachverhandlungen verzichtet werden?

In manchen Fällen stellen Arbeitnehmer sehr schnell fest, dass ihr Gehalt nicht angemessen ist. Das ist oftmals dann der Fall, wenn in einem Vorstellungsgespräch über die Gehaltsvorstellungen verhandelt wird. Vielleicht haben Sie an dieser Stelle nur nachgegeben, um den Job zu erhalten und haben anschließend das Gefühl, sich unter Wert verkauft zu haben? In diesem Fall sollten keine direkten Gehaltsverhandlungen angestrebt werden. Denn letztendlich haben Sie während der Verhandlungen den Vereinbarungen zugestimmt. Nachverhandlungen könnten an dieser Stelle eher unprofessionell wirken. Um diesem Dilemma zu entgehen, ist es durchaus legitim, sich in Bezug auf das Gehalt oder weitere Vertragsbestandteile eine Bedenkzeit einräumen zu lassen. Das gibt Ihnen genügend Zeit, sich zu informieren und die Höhe des Gehaltes mit den Anforderungen gemäß Vertrag noch einmal gegenüberzustellen. Ansonsten könnten Nachverhandlungen nach der Probezeit angestrebt werden.

Zugleich sollten Sie auch auf das richtige Timing achten. Sollte sich das Unternehmen oder die Branche in finanzieller Schieflage befinden, dann ist dies sicherlich nicht der richtige Zeitpunkt, um nachzuverhandeln.


Bildquelle: lassedesignen/Shutterstock

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Oliver Schoch

Oliver Schoch

Oliver ist gelernter Bankkaufmann und war über zehn Jahre bei mehreren Banken in verschiedenen Bereichen tätig, unter anderem in der Kundenbetreuung. Seit 2008 ist er als freiberuflicher Finanz-Journalist und Fachredakteur tätig.