Gemeinsam statt einsam: Karriereweg mit dem Chef besprechen - Teil 2

Wer berufliche Ziele hat, sollte dies nicht für sich behalten. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Chef. 


Bereits in unserem ersten Teil haben wir Ihnen gezeigt, wozu es gut sein kann, die beruflichen Ziele mit dem Chef zu besprechen und wann der richtige Zeitpunkt dafür ist. Erfahren Sie heute, wie Sie den Karriereweg mit Ihrem Chef besprechen.

Wie besprechen Sie den Karriereweg eigentlich mit dem Chef?

Sie denken sich, das bisher Genannte zu diesem Thema klingt sinnvoll? Sie fühlen sich bereit, direkt die Klinke in die Hand zu nehmen und den Vorgesetzten nach einem Vieraugengespräch zu fragen? Dann warten Sie lieber noch einen Moment. Bevor Sie vorschnell handeln, sollten Sie erst einmal wissen, wie so ein Gespräch über den Karriereweg abläuft, was Sie erwarten können und was eher nicht:

Schritt 1: Mit dem Vorgesetzten auf gutem Fuß stehen

Eigentlich wird von einer Führungskraft Objektivität erwartet. Doch sind wir einmal ehrlich: Kein Mensch wird jemals 100 Prozent objektiv sein können. Emotionen, Sympathie oder Antipathie, Attraktion oder Aggression – all das sind menschliche Gefühle, welche jede zwischenmenschliche Beziehung prägen. Wenn Sie mit Ihrem Chef ein super Verhältnis haben, vielleicht sogar per Du sind oder außerhalb des Büros eine Freundschaft pflegen, können Sie direkt auf ihn zugehen und ihn über Ihre Pläne und Ziele informieren. Das wird aber der Ausnahmefall sein. Können Sie Ihr Verhältnis weniger gut einschätzen oder Sie wissen, dass Sie bei Ihrem Chef nicht den besten Stand haben, so sollten Sie erst einmal an Ihrer Beziehung arbeiten, bevor Sie mit ihm über Ihre Perspektiven sprechen möchten. Sie müssen dafür nicht schleimen oder ihm Geschenke mitbringen. Überzeugen Sie stattdessen mit Leistungen. Je mehr Wert Sie als Arbeitskraft für Ihren Chef haben, umso offener wird sein Ohr für Ihr Anliegen sein.

Schritt 2: Timing ist das A und O

Nun gilt es, den richtigen Zeitpunkt für das Gespräch abzupassen. Wann es generell sinnvoll ist, haben wir Ihnen bereits erläutert. Doch auch, wenn es konkret darum geht, an die Tür zu klopfen und um ein Gespräch zu bitten, sollten Sie ein wenig Fingerspitzengefühl beweisen. Beobachten Sie Ihren Chef erst einmal und finden Sie heraus, wann er gute Laune hat. Hat er gerade einen auf den Deckel bekommen oder steht er unter Zeitdruck vor einem wichtigen Meeting, üben Sie sich lieber noch einen Tag oder auch eine Woche in Geduld. Ein Gespräch über Ihren Karriereweg sollte in positiver Atmosphäre stattfinden, bei guter Laune und mit genügend Zeit, um es in Ruhe beenden zu können.

Schritt 3: Einen Fahrplan haben

Sie müssen noch nicht jede einzelne Station Ihres Karriereweges kennen. Selbst die Endstation kann noch völlig unbekannt sein. Hierfür suchen Sie ja das Gespräch mit dem Chef, um eben Ihre Möglichkeiten und Perspektiven abzuscannen. Dennoch ist es nicht ratsam, völlig unvorbereitet in das Gespräch mit dem Vorgesetzten zu gehen. Sie kommen schließlich auf ihn zu. Er geht davon aus, dass Sie ein konkretes Anliegen für das Gespräch haben, ansonsten erhält er schnell das Gefühl, dass Sie nur seine Zeit verschwenden. Legen Sie sich daher vorab einen groben Fahrplan für die Konversation fest. Notieren Sie zum Beispiel Fragen, die Sie unbedingt stellen möchten, oder eine erste Idee möglicher Karriereziele, um sie zu Beginn unverbindlich in den Raum zu werfen. Übernehmen Sie aktiv die Führung des Gesprächs, das beweist Eigeninitiative und Selbstbewusstsein. Nur so hinterlassen Sie einen positiven Eindruck bei Ihrem Vorgesetzten.

Schritt 4: Keine Wunder erwarten

Dennoch dürfen Sie nicht direkt handfeste Ergebnisse oder ein kleines Wunder erwarten. Er wird Sie nicht am nächsten Morgen mit einer Beförderung begrüßen. Doch allein das Wissen um Ihre beruflichen Ziele wird die Sicht Ihres Vorgesetzten auf Sie verändern. Plötzlich hört er, dass in der Abteilung nebenan ein Projektleiter gesucht wird, dass das Unternehmen eine passende interne Fortbildung anbietet oder dass die Partnerfirma in China eine Expat-Stelle ausschreibt und erinnert sich an Ihr Gespräch – prompt ist sie da, die einmalige berufliche Chance, von der Sie schon lange geträumt haben. Und sollte sich tatsächlich nichts verändern, wissen Sie jetzt ja: Nach spätestens sieben Jahren wird es Zeit für eine berufliche Veränderung. Blieben alle bis dato geführten Gespräche über Ihrer Perspektiven ergebnislos, wird es vielleicht doch Zeit für die Kündigung.

Oder was denken Sie? Welche Erfahrungen haben Sie mit Gesprächen über den Karriereweg gemacht und welche Tipps können Sie unseren Lesern für die Unterhaltung mit dem Chef geben?


Bildquelle: marvent/Shutterstock

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Alina Giannone

Alina Giannone

Nach dem Studium der Germanistik sammelte Alina Erfahrungen im Online-Journalismus in der Berliner Start-Up-Szene. Als Autorin bei Instaffo widmet sie sich nun zahlreichen Bereichen rund um das Thema Karriere – vom Jobwechsel über den Büroalltag bis hin zu aktuellen Trends.