Gewusst wie: So melden Sie sich richtig krank

Vor einer Krankmeldung stellen sich Arbeitnehmer häufig die Frage: Wie melde ich mich richtig krank? Wir zeigen, was es zu beachten gilt.


Laut dem DAK-Gesundheitsreport sind deutsche Arbeitnehmer wieder häufiger krank. Während 2014 die sogenannte Betroffenenquote noch unter 50 Prozent lag, ist sie im vergangenen Jahr leicht gestiegen - auf 50,4 Prozent. Dies bedeutet, dass sich jeder Zweite im Laufe des Jahres mindestens einmal beim Arbeitgeber krankgemeldet hat.

Doch was ist, wenn es einen richtig erwischt hat und die Grippe einen daran hindert, ins Büro zu gehen? Krankmelden - aber wie? Denn wer nicht weiß, welche Pflichten im Krankheitsfall auf ihn zukommen, riskiert eine Abmahnung und im schlimmsten Fall die Kündigung. Wir klären deshalb die wichtigsten Fragen.

Wann muss sich ein Arbeitnehmer krank melden?

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen“ (EntgFG). Unverzüglich bedeutet ohne schuldhaftes Zögern - also frühestmöglich, am besten noch vor Arbeitsbeginn. Sollten Sie in einen Unfall verwickelt sein, müssen Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber melden, sobald Sie können, oder einen Angehörigen darum bitten.

Ab wann muss der Arbeitnehmer einen Nachweis für seine Krankmeldung bringen?

Von der Krankmeldung unterscheidet sich der Nachweis der Krankmeldung. Fällt der Arbeitnehmer bis zu drei Tage (Kalendertage) aus, bestehen keine weiteren Verpflichtungen. Ist er jedoch länger krank, muss spätestens ab dem vierten Krankheitstag dem Arbeitgeber eine Krankmeldung vorliegen. Das Gesetz sagt: „Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen“ (EntgFG). Der Arbeitgeber darf den Nachweis allerdings auch schon früher verlangen - auch schon am ersten Tag - dann muss dies aber vertraglich festgehalten worden sein.

Wie und wo muss sich der Arbeitnehmer krankmelden?

Prinzipiell kann die Krankmeldung per Anruf, E-Mail oder Fax geschehen, sofern vom Arbeitgeber keine klaren Vorgaben gemacht wurden. Ist beispielsweise von Seiten des Arbeitgebers ein Anruf bei Krankmeldung erwünscht, müssen Sie dem nachkommen. Die Krankmeldung erfolgt - wenn kein anderer Mitarbeiter ausdrücklich autorisiert wurde - in den meisten Fällen bei der Personalabteilung oder dem Vorgesetzten.

Wichtig: Es reicht nicht aus, wenn Sie sich lediglich bei Ihren Kollegen ab- bzw. krankmelden.

Was droht dem Arbeitnehmer bei verspäteter Krankmeldung?

Sollten Sie sich verspätet krankmelden oder den Nachweis nicht fristgerecht einreichen, kann der Arbeitgeber mit einer Abmahnung drohen. Schließlich handelt es sich dabei um einen Pflichtenverstoß. Sollte dies häufiger vorkommen, kann das sogar zur Kündigung führen.

Was ist, wenn der Arbeitnehmer länger krank ist als angegeben?

Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als in der Bescheinigung angegeben, ist der Arbeitnehmer verpflichtet, eine neue ärztliche Bescheinigung vorzulegen“ (EntgFG).


Bildquelle: eldar nurkovic/Shutterstock

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Alina Giannone

Alina Giannone

Nach dem Studium der Germanistik sammelte Alina Erfahrungen im Online-Journalismus in der Berliner Start-Up-Szene. Als Autorin bei Instaffo widmet sie sich nun zahlreichen Bereichen rund um das Thema Karriere – vom Jobwechsel über den Büroalltag bis hin zu aktuellen Trends.

Schlagwörter: Arbeitsrecht, Krankmeldung