„Ich kann das nicht!“ - Wie Minderwertigkeitsgefühle Ihre Karriere torpedieren

Unsicherheit, ein Selbstbild, das nicht der Realität entspricht, Angst, Fehler zu machen – Minderwertigkeitsgefühle kommen mit vielen Symptomen daher.


Haben Sie hin und wieder das Gefühl, Ihrem Job nicht gewachsen zu sein? Die Ihnen zugeteilten Aufgaben nicht bewältigen zu können? Schlechter als alle Kollegen zu sein? Dann kann es leider durchaus sein, dass Sie zu Minderwertigkeitsgefühlen neigen. Die permanenten Selbstzweifel kommen jedoch nie allein daher. Sie werden immer begleitet von den Gedanken, nichts an der Situation ändern zu können. Dem ist jedoch nicht so.

Minderwertigkeitsgefühle lähmen

Das Gefühl, im Beruf (und auch im Privaten) nie sein bestes geben zu können, hat eine erstaunlich lähmende Wirkung. Anstatt neue Herausforderungen anzunehmen und zu meistern, ziehen sich Menschen mit Minderwertigkeitsgefühlen schnell zurück. Sie verbarrikadieren sich hinter dem Gedanken, es sowieso nicht schaffen zu können und probieren es in den meisten Fällen nicht einmal aus. Andere neigen zu starkem Perfektionismus und kommen über diesen Weg auch nicht an ihr Ziel. Im beruflichen Kontext sind solche Verhaltensweisen natürlich pures Gift. Wer zu Minderwertigkeitsgefühlen neigt, stößt häufig auf eine ganze Reihe von Problemen:

  • Sie knüpfen nur schwer neue Kontakte
  • Sie haben es schwer, sich durchzusetzen
  • Sie können nicht gut mit Lob umgehen
  • Sie haben ein mangelhaftes Selbstvertrauen
  • Sie haben viel zu hohe Ansprüche, denen sie nur selten gerecht werden

So sagen Sie den Minderwertigkeitsgefühlen den Kampf an

Wenn ein psychologisch diagnostizierter Minderwertigkeitskomplex vorliegt, ist es natürlich am sinnvollsten, sich in die Hände eines Experten zu begeben und eine Therapie zu machen. In einem so ernsten Fall werden die nachfolgenden Tipps wahrscheinlich wenig Wirkung zeigen.

Sind die Minderwertigkeitsgefühle hingegen schwächer ausgeprägt, können Ihnen die folgenden Hinweise behilflich sein:

  • Vergleichen Sie sich nicht mit anderen: Sie glauben, Sie kommen sowieso nicht gegen Ihre Kollegen an, weil diese alle viel besser sind als Sie? Das ist in etwa so wie der berühmte Vergleich von Äpfeln und Birnen. Natürlich ist es möglich, dass ein Kollege in bestimmten Gebieten besser ist als Sie. Das liegt aber in erster Linie an seiner Fachexpertise oder auch der jahrelangen Erfahrung – nicht aber an Ihrer Unfähigkeit.
  • Führen Sie sich Ihre Stärken vor Augen: Jeder Mensch hat Schwächen und jeder Mensch hat Stärken. Indem Sie sich diesen Fakt bewusst machen, sagen Sie Ihren Minderwertigkeitsgefühlen aktiv den Kampf an. Im nächsten Schritt ist es wichtig, sich einmal vor Augen zu führen, was genau Ihre Stärken sind. Sie werden überrascht sein, wie viele Punkte Ihnen einfallen werden, wenn Sie sich einmal intensiv damit auseinandersetzen.
  • Wertschätzen Sie sich selbst: Selbstliebe ist ein wichtiger Faktor zur Bekämpfung von Minderwertigkeitsgefühlen. Indem Sie sich selbst lieben und wertschätzen, wird Ihnen bewusst, dass Sie keinesfalls minderwertig sind.
  • Loben Sie sich selbst: Wie weiter oben bereits erwähnt, können viele Menschen mit Minderwertigkeitsgefühlen nur schwer mit Lob umgehen. Um gegen dieses Problem vorzugehen, kann es helfen, wenn Sie sich selbst regelmäßig loben und Komplimente machen. Bleiben Sie am Ball, auch wenn es Sie Überwindung kostet. Sie werden schnell merken, wie gut die lobenden Worte Ihrer Seele tun.
  • Lernen Sie, dass nichts im Leben perfekt ist: Weder Sie, noch Ihre Kollegen, noch irgendein anderer Mensch auf dieser Welt ist perfekt. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass er dann automatisch minderwertig ist.
  • Schrauben Sie Ihre Ansprüche an sich selbst herunter: Dieser Hinweis ist wahrscheinlich leichter gesagt als getan. Wenn es Ihnen jedoch gelingt, werden Sie schnell feststellen, wie entspannend es sein kann, seine Ansprüche herunterzuschrauben. Das Resultat dieser Veränderung: Ziele, die Sie auch wirklich erreichen und Erfolge, die gefeiert werden können.

Minderwertigkeitsgefühle als Anzeichen für Burnout

Das Gefühl, nichts zu erreichen, nichts zu bewirken und nichts zu können – sprich: minderwertig zu sein – kann unter Umständen ein Hinweis auf einen Burnout sein. Es ist daher unverzichtbar, sich selbst mit Achtsamkeit zu begegnen und auf eventuelle Auffälligkeiten zu reagieren.

Jeder zweifelt mal an sich selbst und hat das Gefühl, einer Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Wenn sich diese Gedanken jedoch mehren und zum festen Bestandteil des Alltags werden, gilt äußerste Alarmbereitschaft. Minderwertigkeitsgefühle müssen nicht als Selbstverständlichkeit hingenommen werden. Sie können durchaus etwas dagegen unternehmen.


Bildquelle: YAKOBCHUK VIACHESLAV/Shutterstock

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Jessika Fichtel

Jessika Fichtel

Als studierte Journalistin versteht es Jessika genau, Informationen und Hintergrundwissen auf den Punkt zu präsentieren. Die Erfurterin arbeitet als freiberufliche Online-Redakteurin und hat sich auf die Bereiche Job und Karriere spezialisiert. Ihr Steckenpferd ist das Thema „digitales Arbeiten“, denn damit setzt sich die Freelancerin tagtäglich auseinander.