Job kündigen oder nicht? Beantworten Sie diese 6 Fragen

Im Laufe Ihres Lebens müssen Sie einige schwierige Entscheidungen treffen. Eine davon könnte sein, ob Sie Ihren Job kündigen und einen beruflichen Neustart wagen möchten oder nicht. Diese sechs Fragen helfen Ihnen dabei.


Noch vor wenigen Jahrzehnten war es üblich, dass Arbeitnehmer nach ihrer Ausbildung oder dem Studium unbefristet angestellt wurden und ihr Berufsleben bei diesem einen Arbeitgeber verbrachten. Doch die Zeiten des „Industriebeamtentums“ sind mittlerweile vorbei. Häufige Jobwechsel sind in Lebensläufen immer öfter zu finden und von den Personalern akzeptierter denn je. Dies liegt einerseits im Fachkräftemangel begründet und andererseits in den Veränderungen auf dem modernen Arbeitsmarkt, beispielsweise durch die Digitalisierung und Globalisierung. Fakt ist: „Patchwork-Lebensläufe“ sind bei Bewerbungsprozessen mittlerweile kein No-Go mehr. Verabschieden Sie sich also von der Angst vor der Kündigung. Ein Jobwechsel kann zum Beispiel hinsichtlich des Gehalts oder der hierarchischen Position zahlreiche Vorteile mit sich bringen. Dennoch sollten Sie eine solch wichtige Entscheidung gut abwägen. Die folgenden sechs Fragen können Ihnen dabei helfen:

Job kündigen oder nicht?

Frage 1: Wieso möchte ich meinen aktuellen Job kündigen?

Einen Jobwechsel werden Sie gewiss nicht aus reinem Vergnügen vornehmen. Stattdessen wird es mindestens einen Grund geben, der Sie dazu veranlasst, über diese Entscheidung nachzudenken. Machen Sie sich also bewusst, wieso Sie mit dem Gedanken an eine Kündigung spielen. Schreiben Sie diese Gründe auf einem Blatt Papier nieder und beobachten Sie, wenn möglich, über einen längeren Zeitraum, ob es sich dabei um langfristige oder kurzfristige Probleme handelt. Haben Sie beispielsweise einen Konflikt mit ihrem Vorgesetzten, dieser geht aber ohnehin in einem halben Jahr in Rente, sollten Sie Ihre Kündigungspläne noch einmal kritisch hinterfragen.

Frage 2: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für meine Kündigung?

Dennoch gibt es auch Gründe, die für eine sofortige Kündigung sprechen. Dazu gehören zum Beispiel gesundheitsgefährdende Zustände am Arbeitsplatz oder sexuelle Belästigung. Auch das Verlangen einer Straftat durch Ihren Arbeitgeber oder fehlende gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsvorkehrungen können eine sofortige, gegebenenfalls sogar fristlose, Kündigung rechtfertigen. Wägen Sie also selbst ab, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für einen beruflichen Neustart ist oder ob Ihnen noch etwas Zeit bleibt, um bereits nach einer neuen Stelle zu suchen und dadurch eine vorübergehende Arbeitslosigkeit zu verhindern.

Frage 3: Kommen für mich Alternativen infrage?

Liegt Ihre Kündigung zum Beispiel in mangelnden Zukunftsperspektiven begründet, prüfen Sie, ob es nicht eventuell eine Alternative wie eine interne Versetzung oder eine Weiterbildung gibt. Nicht immer muss es direkt die Kündigung sein. Auch Konflikte lassen sich zum Beispiel durch eine interne Versetzung oder einen professionellen Mediator entschärfen. Fühlen Sie sich durch Ihren Vorgesetzten nicht ausreichend gefördert und in Ihrer Karriere unterstützt, hilft vielleicht ein Vieraugengespräch. Fragen Sie sich, ob und welche Alternativen es für Sie gibt, bevor Sie die Kündigung zücken.

Frage 4: Bin ich derzeit überhaupt in der Verfassung für eine Kündigung?

Sie drohen unter dem ständigen Stress zusammenzubrechen, fühlen sich aufgrund der beruflichen oder privaten Lebenssituation psychisch instabil oder haben bereits die Diagnose „Burnout“ erhalten? Eine Kündigung kann durchaus Ihre persönliche Notbremse darstellen. Doch eventuell sollten Sie in diesem Fall erst einmal abwarten, bis es Ihnen besser geht. Prüfen Sie also, ob Sie derzeit überhaupt in der psychischen und physischen Verfassung für eine solche Lebensentscheidung sind. Auch als Kurzschlussreaktion, weil Sie vielleicht gerade nach einer Diskussion mit dem Chef wütend sind oder Ihre Gehaltserhöhung abgelehnt wurde, ist eine Kündigung niemals die richtige Lösung. Treffen Sie die Entscheidung für oder gegen einen Jobwechsel daher nur, wenn Sie diese objektiv bewerten und realistisch einschätzen können.

Frage 5: Was erwarte ich mir von dem neuen Job?

Mit dem Job ist es häufig wie mit Beziehungen: Wir denken, ein neuer Partner an unserer Seite würde unser Leben schöner und einfacher machen. Doch nach der anfänglichen Euphorie stellt sich heraus, dass wir unsere Probleme aus der vorherigen Beziehung mitgenommen haben. Fragen Sie sich deshalb, ob die Kündigungsgründe in Ihrer aktuellen Anstellung nicht vielleicht bei Ihnen selbst, anstatt im Außen liegen. Was genau soll Ihrer Meinung nach im neuen Job besser sein? Wäre eine solche Besserung im aktuellen Unternehmen nicht möglich? Und für wie realistisch halten Sie solche Verbesserungen in der nächsten Stelle?

Frage 6: Lassen meine finanziellen Mittel eine Kündigung zu?

Vor allem, wenn Sie kündigen, ohne bereits einen neuen Job in der Hinterhand zu haben, kann das für Sie eine hohe finanzielle Belastung bedeuten. Welche auch immer Ihre Pläne sind – ein Sabbatical, die Selbstständigkeit oder einfach Bewerbungen auf eine neue Anstellung – hinterfragen Sie, ob diese momentan finanziell machbar sind. Wenn nicht, haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie bleiben noch in der aktuellen Anstellung, bis Sie einen neuen Job gefunden haben, oder Sie sehen sich nach Alternativen um, zum Beispiel einem Nebenjob für die Zeit Ihres Bewerbungsprozesses.


Bildquelle: Roman Samborskyi/Shutterstock

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