Kollegen-Typen: #7 Der Dieb

Egal ob Kugelschreiber oder kreativer Einfall: Der Dieb macht vor nichts Halt. Was ihm gefällt, wird eingesackt und zum eigenen Vorteil genutzt – zum Leid aller anderen Kollegen.


In unserer Artikel-Serie „Kollegen-Typen“ stellen wir Ihnen jede Woche einen anderen Charakter vor, der sich vielleicht auch in Ihrem Büro tummelt. Ziel der Beiträge ist es nicht nur, Ihnen zu zeigen, wodurch sich die unterschiedlichen Typen auszeichnen, sondern auch Tipps zu geben, wie Sie mit ihnen umgehen. Das ist nämlich nicht immer ganz einfach und birgt die eine oder andere Tücke in sich. Erfahren Sie in diesem Beitrag, welche Eigenschaften der Dieb hat und wie Sie sich vor Ihm schützen.

Die Merkmale vom Dieb

Der Dieb ist ein besonderer Kollegen-Typ, der in zweierlei Ausprägungen daherkommt:

  1. Der Dieb, der materielle Dinge stielt
  2. Der Dieb, der Ideen stielt

Dieb-Variante Nummer 1 kommt dem klassischen Dieb recht nahe, ist aber weitestgehend ungefährlich. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, hie und da etwas am Arbeitsplatz mitgehen zu lassen. Zu den Objekten seiner Begierde gehören vor allem Büromaterial, Snacks und Werbeartikel. Wirklich wertvolle Gegenstände wie Technik oder Möbel entwendet der Dieb nie, schließlich wäre das viel zu auffällig. Dennoch kann er auf Dauer recht lästig sein – beispielsweise dann, wenn die Kollegen ständig auf der Suche nach Notizblock und Kugelschreiber sind und der Dieb diese Dinge in seinem Schreibtischschubfach hortet.

Egal ob lästig oder nicht, Kollegen mit einer ausgeprägten kleptomanischer Neigung kann auf jeden Fall mangelnde Loyalität gegenüber dem Unternehmen zugeschrieben werden. Wer seinen Arbeitgeber schätzt und hinter diesem steht, sollte schließlich nicht das Verlangen haben, alles mitgehen zu lassen, was nicht niet- und nagelfest ist. Des Weiteren kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei diesem Kollegen-Typ um einen unehrlichen Zeitgenossen handelt, dem man besser nicht trauen sollte.

Noch etwas vielschichtiger verhält es sich beim Dieb Nummer 2. Dieser hat es nicht auf materielle Dinge abgesehen, sondern bereichert sich an den Ideen seiner Kollegen. Sicherlich kennt jeder von uns diese Situation: Wir haben einen genialen Einfall, den wir sofort euphorisch mit unserem Schreibtisch-Nachbarn teilen wollen. Dieser attestiert sogleich die hohe Qualität der Idee und zeigt sich durch Nachfragen interessiert. Was in diesem Moment kaum einer ahnen kann: Die Fragen dienen nicht dem gemeinsamen Arbeiten an der Idee, sondern einzig und allein der Informationsbeschaffung. Während wir nämlich aus dem Schwärmen nicht herauskommen, überlegt sich der Dieb bereits, wie er die Idee am besten dem Chef verkauft.

Der Dieb im Überblick

  • immer auf der Suche nach gewinnbringendem Diebesgut (in Form von Gegenständen oder Ideen)
  • egoistisch
  • stets auf den eigenen Vorteil bedacht
  • wenig vertrauenswürdig
  • unehrlich
  • fehlende Loyalität gegenüber dem Unternehmen und den Kollegen
  • gibt vor, etwas zu sein, was er nicht ist
  • unbeliebt beim Rest der Kollegen

Wie gehe ich mit dem Dieb um?

Wenn Sie mitbekommen, dass einer Ihrer Kollegen hin und wieder Kugelschreiber und Co. einsackt, gilt es, zu überlegen, was Ihnen wichtiger ist: Das allgemeine Betriebsklima oder die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber. Indem Sie sich dazu entscheiden, den Dieb beim Vorgesetzten anzuschwärzen, laufen Sie nicht nur Gefahr, als Petze dazustehen, sondern treten auch Auseinandersetzungen los, die eventuell unnötig sind. Den Kollegen auf sein Fehlverhalten hinzuweisen, bringt leider meist wenig. Weitaus effektvoller ist es, wenn Sie sich mit anderen Mitarbeitern absprechen und den Dieb gemeinschaftlich spüren lassen, dass Ihnen sein Verhalten missfällt. Wenn im großen Stil geklaut wird, ist es hingegen unverzichtbar, den Diebstahl bei der Geschäftsführung zu melden. Dem kleptomanischen Kollegen droht dann unter Umständen die Kündigung.

Werden keine Gegenstände, sondern Ideen geklaut, lautet die oberste Regel: Das Problem direkt ansprechen – zunächst unter vier Augen und später, wenn keine Besserung eintritt, auch offen. Ideenklau ist zwar in vielen Büros Gang und Gäbe, aber deswegen noch lange kein Kavaliersdelikt. Indem Sie ihn ohne Gegenwehr zulassen, werden Sie bald schon zur Selbstbedienungs-Theke für andere Mitarbeiter, die von Ihren Einfällen profitieren. Wichtig: Bleiben Sie immer sachlich und meiden Sie einen feindseligen Ton. Professionalität ist bei Auseinandersetzungen mit Kollegen Trumpf.

Um einen Ideenklau zu vermeiden, ist es außerdem sinnvoll, Gespräche unter Kollegen stets mit der nötigen Portion Abstand zu führen. Überlegen Sie sich genau, mit wem Sie offen über Gedankenblitze sprechen können und wann Sie besser den Mund halten. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Das gilt auch, wenn es um Ihre Notizen geht. Lassen Sie diese nie einsehbar auf Ihrem Schreibtisch liegen. Man weiß nie, wer im Vorbeigehen einen diebischen Blick darauf wirft.


Bildquelle: Twinsterphoto/Shutterstock

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Jessika Fichtel

Jessika Fichtel

Als studierte Journalistin versteht es Jessika genau, Informationen und Hintergrundwissen auf den Punkt zu präsentieren. Die Erfurterin arbeitet als freiberufliche Online-Redakteurin und hat sich auf die Bereiche Job und Karriere spezialisiert. Ihr Steckenpferd ist das Thema „digitales Arbeiten“, denn damit setzt sich die Freelancerin tagtäglich auseinander.