Kollektive Stimmung im Büro: Motivation und Lustlosigkeit färben ab

Am Arbeitsplatz herrscht gerade allgemeine Lustlosigkeit? Vielleicht hilft es, wenn Sie zum Vorreiter für ein besseres Arbeitsklima werden.


Kennen Sie diese Situation? Sie sollen als Team an einem Projekt arbeiten, aber kommen nicht voran, weil einer der Kollegen lustlose Stimmung verbreitet. Das Problem: Nach und nach lassen sich alle davon anstecken und versacken in einer Gefühlsmischung aus Antriebslosigkeit und Frust. Tatsächlich kann sich die Stimmung im Büro zu einem kollektiven Faktor entwickeln.

Einer für alle, alle für einen

Es ist ein Phänomen, das in den unterschiedlichsten Unternehmen zu beobachten ist. Ist die Luft bei einem Mitarbeiter erst einmal raus, ziehen andere schnell nach. Es scheint eine Art unausgesprochenes Gesetz zu geben, das vorschreibt, dass sich alle am Gefühlszustand einer einzelnen Person orientieren sollen.

Bei dieser Person muss es sich übrigens keinesfalls um einen Angestellten handeln. Nicht selten ist es der Chef höchstpersönlich, der die antriebslose Stimmung im Büro verbreitet. Führungspersonen, die hochmotivierte Mitarbeiter in Ihrem Team haben wollen, sollten stets mit gutem Beispiel voran gehen und versuchen, die anderen mit der eigenen Euphorie anzustecken.

Gründe für die Lustlosigkeit

Darüber hinaus ist es wichtig, sich stets zu fragen, was der Grund für die allgemeine Lustlosigkeit ist. Unzufriedene Mitarbeiter sind grobkörniger Sand im Getriebe einer Firma und können im schlimmsten Fall zum vollständigen Stillstand führen.

Ein häufig vorkommender Auslöser für die Lustlosigkeit am Arbeitsplatz ist das sogenannte Boreout-Syndrom – oder schlicht und einfach: Unterforderung. Der entsprechende Mitarbeiter fühlt sich nicht ausreichend gefordert und reagiert mit Langeweile sowie Lustlosigkeit. Andere mit dieser Stimmung anzustecken, ist vermutlich nicht seine Intention – und trotzdem passiert es früher oder später.

Auch fehlende Anreize in Form von Lob, Anerkennung oder besserer Bezahlung führen häufig dazu, dass Mitarbeiter die Lust an ihren Aufgaben verlieren. Hier ist es die Aufgabe des Vorgesetzten, entsprechende Maßnahmen einzuleiten, wenn er ein motiviertes Team haben will.

Letztendlich lässt sich die Unzufriedenheit und fehlende Motivation der Mitarbeiter in den meisten Fällen auf den (schlechten) Führungsstil des Vorgesetzten zurückführen. Hier besteht in vielen Unternehmen noch großer Optimierungsbedarf.

Ist es nicht die Aufgabe des Chefs, die Mitarbeiter zu motivieren?

Grundsätzlich ja. Wenn von Seiten der Führungsetage jedoch kein entsprechendes Engagement kommt, sollten Sie nicht ewig auf Ihr Glück warten. Indem Sie die Lustlosigkeit im Team erkennen und aktiv dagegen vorgehen, tun Sie allen einen Gefallen und können sogar Punkte beim Vorgesetzten sammeln.

Wichtig ist, dass Sie bewusst aus der Spirale der Lustlosigkeit und Demotivation ausbrechen und sich genau überlegen, wie Sie die Kollegen für das neue Projekt begeistern. Sie sind schließlich nicht in der Lage, mit einer Gehaltserhöhung oder einem ähnlich attraktiven Bonus zu locken.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und zeigen Sie die Bereitschaft, herausragende Ergebnisse abzuliefern. Das kollektive Stimmungsbarometer im Büro wird Ihren Einsatz honorieren und stückchenweise von „lustlos“ zu „motiviert“ wechseln. Wer weiß, vielleicht schaffen Sie es mit dieser Initiative sogar, den Chef mit ins Boot zu holen und zu motivieren.

Tipp: Lässt sich der Vorgesetzte nicht so leicht „ködern“, ist es unter Umständen sinnvoll, ein offenes Gespräch zu führen. Ihr Arbeitgeber sollte es aushalten, zu hören, dass sich seine aktuelle Stimmung negativ auf das Team auswirkt und für Demotivation sorgt.


Bildquelle: PKpix/Shutterstock
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Jessika Fichtel

Jessika Fichtel

Als studierte Journalistin versteht es Jessika genau, Informationen und Hintergrundwissen auf den Punkt zu präsentieren. Die Erfurterin arbeitet als freiberufliche Online-Redakteurin und hat sich auf die Bereiche Job und Karriere spezialisiert. Ihr Steckenpferd ist das Thema „digitales Arbeiten“, denn damit setzt sich die Freelancerin tagtäglich auseinander.