Kritik im Job – so setzen Sie das Feedback richtig ein

Kritik ist im Job ein wichtiges Steuerungselement der Mitarbeiterführung. Doch um es richtig einzusetzen, sollten einige Grundsätze beachtet werden.


Lob und Anerkennung sind im Job sicherlich wichtige Instrumente zur Führung von Mitarbeitern. In manchen Fällen ist jedoch Kritik angebracht und genauso wichtig, um sich weiterentwickeln zu können. Durch konstruktive und ernstzunehmende Kritik ist es möglich, die eigene Tätigkeit zu reflektieren, um Fehlern frühzeitig entgegensteuern zu können. Allerdings mögen die wenigsten von uns Kritik. Deshalb ist es wichtig, dass sie nicht willkürlich eingesetzt wird, sondern es kommt auf einen ganz gezielten Umgang mit kritischen Worten an.

Grundsätze zum richtigen Einsatz von Kritik

Wer Kritik üben möchte, sollte stets einige Regeln beachten. Folgende Eigenschaften sollte Kritik haben, damit sie vom Gegenüber angenommen und entsprechend umgesetzt werden kann:

1. Berechtigt
Kritik sollte stets berechtigt sein. Denn unberechtigte Kritik wird als besonders schlimm empfunden und kann das Vertrauensverhältnis untereinander nachhaltig stören. Das könnte dazu führen, dass Kritik in der Zukunft nur noch schwer oder im Zweifel überhaupt nicht mehr angenommen wird. Sollte es doch einmal passieren, dass sich im Nachhinein herausstellt, dass die Kritik nicht berechtigt war, dann kann ein persönliches Gespräch für Aufklärung sorgen.

2. Sachlich
Beleidigende Äußerungen oder persönliche Wertungen sind nicht zweckdienlich, sondern führen nur dazu, dass sich die betreffende Person beleidigt oder gekränkt fühlt. Um dies zu verhindern, sollte bei der Ausübung von Kritik stets auf eine sachliche Ebene geachtet werden.

3. Konstruktiv
Wer Kritik im Job ausübt, möchte damit in der Regel das Ziel verfolgen, dass das Fehlverhalten zum Wohle des Unternehmens abgestellt wird. Durch konstruktive Kritik kann dies besser erreicht werden. Dazu ist es wichtig, dem Kritikempfänger Perspektiven für die Zukunft und eine Lösung des Problems aufzuzeigen. Was kann besser gemacht werden oder wie lässt sich der Fehler zukünftig umgehen?

4. Subjektiv
Bei Kritik kommt es nicht nur auf den Inhalt der Botschaft, sondern ebenso auf die Wortwahl an. Wird Kritik subjektiv formuliert, kann dies dazu beitragen, dass sie besser angenommen wird. Eigene Beobachtungen und Eindrücke sollten somit im Vordergrund der Botschaft stehen.

5. Konkret
Die Ausführungen sollten so konkret wie möglich sein. Das bedeutet auch, dass auf Pauschalisierungen und Verallgemeinerungen zu verzichten ist. Durch klare Äußerungen kann der Empfänger die Kritik besser einschätzen und sie nachvollziehen.

6. Zeitnah
Kritik sollte möglichst sofort erfolgen und nicht über einen längeren Zeitraum aufgeschoben werden. Wird der Fehler erst nach einiger Zeit angesprochen, dann besteht die Gefahr, dass dies als Schikane gewertet wird. Besser ist es an dieser Stelle, direkt auf das Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Ist ein ausführliches Gespräch erforderlich, dann kann dies immer noch im nächsten Schritt erfolgen.

7. Auch positiv
Kritik ist natürlich in erster Linie negativ, wodurch sie nicht gerne angenommen wird. Werden jedoch auch positive Aspekte der Arbeit herausgestellt, dann fällt es Betroffenen in der Regel leichter, negative Äußerungen anzunehmen.

Wer Kritik übt, sollte selbst Kritik annehmen können

Neben den Eigenschaften der einzusetzenden Kritik kommt es im Job ebenso darauf an, selbst kritikfähig zu sein. Denn nur, wer selbst Kritik annehmen kann, wird auch ernst genommen, wenn es darum geht, die Fehler anderer anzumerken. Dies betrifft Mitarbeiter aller Hierarchien. Denn auch Personen der Führungsebene sollten in der Lage sein, Kritik anzunehmen. Ansonsten kann es passieren, dass Fehler nicht frühzeitig angesprochen und erkannt werden.


Bildquelle: Rawpixel.com/Shutterstock

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Oliver Schoch

Oliver Schoch

Oliver ist gelernter Bankkaufmann und war über zehn Jahre bei mehreren Banken in verschiedenen Bereichen tätig, unter anderem in der Kundenbetreuung. Seit 2008 ist er als freiberuflicher Finanz-Journalist und Fachredakteur tätig.