„Ruhe bitte!“ Quasselnde Kollegen und was Sie dagegen tun können

Da, wo viele Menschen aufeinandertreffen und arbeiten, entsteht häufig ein beträchtlicher Geräuschpegel. Nicht jeder kann diesen wirkungsvoll ausblenden.


Gespräche in den verschiedensten Formen gehören genauso zum beruflichen Alltag wie das Versenden von Emails und das Ausarbeiten von Präsentationen. Problematisch wird es, wenn sie in einer Art und Weise geführt werden, die von anderen als störend empfunden wird. Kollegen, die nicht nur berufliche, sondern auch private Themen im Büro besprechen, gehören zweifelsfrei zu den größten Störfaktoren. Sie höflich auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen ist nicht immer ganz einfach. Erfahren Sie hier, was Sie unternehmen können, wenn die Kollegen mal wieder lauthals quasseln.

Ein Problem, das viele kennen

Quasselnde Kollegen sind ein Problem, das gern und schnell dem Großraumbüro zugeordnet wird. Tatsächlich kann die Situation aber überall auftreten – auch im Zwei-Personen-Büro. Hier kann der Kollege, der nichts unkommentiert lassen kann, schnell zum besonderen Problem werden, da er stets auf die Reaktion vom Zimmergenossen wartet. Während man sich im Großraumbüro meist noch mehr oder weniger effektiv abducken kann, ist dies in kleineren Büros seltener möglich.

Wichtige Infos oder belangloser Smalltalk?

Wenn Sie mit einem Menschen zusammenarbeiten, der leidenschaftlich gern redet, gilt es zunächst einmal zu unterscheiden, ob das Gesagte wirklich relevant oder einfach nur belanglos ist. Es besteht schließlich durchaus die Möglichkeit, dass der quasselnde Kollege wichtige Infos mitteilt. Einfach weghören und ignorieren ist demzufolge keine wirkliche Option.

Handelt es sich bei dem Gesprächsstoff tatsächlich um wichtige Inhalte, empfiehlt es sich, dem Kollegen Gehör zu schenken. Wenn Sie merken, dass dieser einfach nicht auf den Punkt kommt, können Sie ihn ruhig darauf hinweisen.

Nicht auf die Gespräche eingehen

Schwierig wird es, wenn der Kollege den Arbeitsplatz mit einem Kaffeekränzchen verwechselt und ohne Rücksicht auf Verluste aus dem privaten Nähkästchen plaudert. Mitarbeiter dieser Art gibt es in nahezu jedem Büro. Wer ihnen Aufmerksamkeit schenkt, riskiert schnell, zur verbalen Müllkippe zu werden, auf der alles abgeladen wird, was dem Kollegen unter den Nägeln brennt. Wenn Sie mit einer Quasselstrippe zusammenarbeiten und regelmäßig auf die Gespräche eingehen, müssen Sie sich nicht wundern, wenn vor lauter Gerede die Arbeit auf der Strecke bleibt.

Vorsicht: Viele Chefs sind wenig tolerant, wenn es um private Gespräche am Arbeitsplatz geht. Sobald die eigentlichen Aufgaben darunter leiden, sind Verwarnungen nicht auszuschließen.

Besondere Vorsicht gilt, wenn der plappernde Kollege gern lästert, Gerüchte verbreitet und schlecht über andere Mitarbeiter redet. Wer in diesem Fall in das Gespräch einsteigt, riskiert unangenehme Situationen und Konfrontationen im Büro. Die beste Lösung ist es, einfach zu schweigen.

Ein klärendes Gespräch führen

Auch wenn es unter Umständen unangenehm ist, müssen Sie irgendwann Tacheles mit Ihrem quasselnden Kollegen reden. Achten Sie hierbei unbedingt auf Ihren Tonfall und bleiben Sie stets respektvoll und höflich.

Weisen Sie Ihren Kollegen darauf hin, dass Sie sich zwar gern mit ihm unterhalten, die Gespräche allerdings zu sehr von der Arbeit ablenken. An dieser Stelle können Sie darauf verweisen, dass Sie Ruhe brauchen, um sich zu konzentrieren und um keine Fehler zu machen.

Um den Kollegen nicht zu vergraulen, können Sie vorschlagen, die privaten Gespräche einfach auf die Mittagspause oder den Feierabend zu verschieben. Somit müssen Sie nicht befürchten, dass der Bürosegen nach dem klärenden Gespräch schief hängt.

Wenn zwei sich unterhalten, ärgert sich der Dritte

Eine Situation, die sicher jeder schon einmal erlebt hat. Zwei Kollegen werten das Wochenende oder den letzten Urlaub aus und bemerken dabei nicht, dass das Gespräch alle anderen im Raum am konzentrierten Arbeiten hindert. Auch in diesem Fall ist es unverzichtbar, das Problem offen anzusprechen. Weisen Sie die Kollegen ruhig darauf hin, dass das Geplauder stört und besser an anderer Stelle fortgesetzt werden sollte. Zuvor können Sie es auch mit einem auffälligen Räuspern probieren. Dieses Verhalten wird allerdings gern auch als kindisch oder respektlos gewertet.

Wichtig: Nie lästern!

Um nicht selbst ins Visier der Kollegen zu geraten, sollten Sie stets darauf achten, quasselnde Mitarbeiter nicht durch den Kakao zu ziehen. Soll heißen: Reden Sie nicht hinter vorgehaltener Hand über die Viel-Reder, sondern sprechen Sie Problematiken immer offen an. Wer lästert und sich nur hinterrücks beschwert, löst das Problem auf keinen Fall, sondern schafft höchstens neue.


Bildquelle: Rawpixel.com/Shutterstock

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Jessika Fichtel

Jessika Fichtel

Als studierte Journalistin versteht es Jessika genau, Informationen und Hintergrundwissen auf den Punkt zu präsentieren. Die Erfurterin arbeitet als freiberufliche Online-Redakteurin und hat sich auf die Bereiche Job und Karriere spezialisiert. Ihr Steckenpferd ist das Thema „digitales Arbeiten“, denn damit setzt sich die Freelancerin tagtäglich auseinander.