Trainee-Programme: Nicht nur etwas für Hochschulabsolventen!

Trainee-Programme sind gerade in aller Munde. Vor allem Hochschulabsolventen mit wenig praktischer Erfahrung interessieren sich stark für diese Möglichkeit des Berufseinstiegs.


Nach dem Hochschulabschluss ist vor dem Berufseinstieg. Vielen jungen Akademikern bereitet allein der Gedanke an den ersten „richtigen“ Job gehörig Kopfzerbrechen. Nicht immer ist der Einstieg in das Jobleben nämlich so einfach wie gedacht. Diejenigen, die es in ein Traineeprogramm schaffen, können sich glücklich schätzen. Denn vor ihnen liegt eine abwechslungsreiche Karrierephase in einem meist namhaften Großunternehmen.

Was genau sind Trainee-Programme?

Trainee-Programme haben in manchen Branchen eine lange Tradition und gelten dort als der typische Berufseinstieg. In anderen sind sie eher selten anzutreffen und daher die Ausnahme. Das grundlegende Prinzip der Programme kann folgendermaßen erklärt werden.

Der Trainee (meist handelt es sich hierbei um einen Hochschulabsolventen, doch kann grundsätzlich jeder ein solches Programm absolvieren) wird in einem Unternehmen angestellt und durchläuft dort im Laufe einer bestimmten Zeit nahezu alle Tätigkeitsbereiche. Das bedeutet, dass er nicht ein festes Aufgabenfeld hat, sondern einen Einblick in alle Prozesse erhält, die in dem Unternehmen stattfinden.

Hinweis: Das Prinzip vom Trainee-Programm wird von einigen Unternehmen auch gern genutzt, um die teilweise starren Strukturen und Denkweisen im Team aufzubrechen. Unter dem Namen Job-Rotation durchlaufen Mitarbeiter, deren Berufseinstieg oft Jahre zurück liegt, die verschiedenen Abteilungen des Unternehmens, um den eigenen Horizont zu erweitern, Zusammenhänge zu verstehen und sich von eingerosteten Prozessen zu befreien. Einen ausführlichen Artikel zum Thema Job-Rotation finden Sie hier.

Die Dauer eines Traineeprogramms und seine konkreten Inhalte schwanken von Unternehmen zu Unternehmen. Im Durchschnitt werden ein bis zwei Jahre für die Ausbildung eingeplant. Die einzelnen Stationen, die dabei durchlaufen werden, hängen maßgeblich von der Branche ab, in der der Trainee tätig ist.

Außerdem finden im Rahmen eines Traineeprogramms immer verschiedene Workshops und Seminare statt, die teilweise stark variieren. Ziel dieser Zusatzangebote ist es, den Trainee nicht nur fachlich auf das spätere Berufsleben vorzubereiten, sondern auch seine sozialen Kompetenzen zu fördern. Warum? Das erfahren Sie im nächsten Teil des Artikels.

Warum Trainee werden?

Das Resultat eines erfolgreich absolvierten Trainee-Programms ist, dass der Trainee im besonders umfassenden Maße auf die Arbeit in dem Unternehmen vorbereitet ist. Da er in alle Bereiche schnuppern konnte, versteht er die Zusammenhänge und betrachtet die einzelnen Bestandteile als großes Ganzes. Außerdem ist er in der Lage, sich in die unterschiedlichen Mitarbeiter zu versetzen und erkennt, wo eventuell noch Verbesserungsbedarf besteht. Die zusätzlichen Seminare und Workshops geben dem Trainee den „Feinschliff“ und sorgen unter anderem dafür, dass er gute Führungseigenschaften entwickelt und seine Soft Skills verbessert.

Diese Eigenschaften sind natürlich Gold wert. Das wissen auch Arbeitgeber und bilden Trainees gezielt aus, um sie im Anschluss als Fach- und Führungskräfte einzusetzen. Für Sie als potentiellen Trainee bedeutet das im besten Fall natürlich einen traumhaften Berufseinstieg und eine echte Bilderbuchkarriere.

Wie finde ich das passende Traineeprogramm?

Nach all den hier genannten Vorzügen dürfte klar sein, dass das Interesse an Trainee-Programmen groß ist. Auch von Seiten der Unternehmen gibt es viel Bedarf an Trainees, was wiederum zu einer üppigen Auswahl führt. Nahezu alle großen und auch einige mittelständische Unternehmen bieten inzwischen Traineeprogramme an. Hochschulabsolventen haben dementsprechend die Qual der Wahl und müssen unter all den Möglichkeiten das richtige Angebot finden. Gar nicht so einfach, wenn man noch nicht einmal genau weiß, wonach man sucht.

Grundsätzlich gilt: Schauen Sie ganz genau hin und sammeln Sie so viele Informationen wie möglich. Im schlimmsten Fall entpuppt sich das Traineeprogramm nämlich lediglich als „besser bezahltes“ Praktikum, bei dem es nicht darum geht, Sie auf eine Führungsposition vorzubereiten, sondern Geld zu sparen.

Wenn Sie ein hochwertiges Traineeprogramm suchen, sollten Sie unter anderem die folgenden Punkte im Blick haben:

  • Abwechslungsreiche Inhalte und anspruchsvolle Aufgaben
  • genügend Zeit für alle Bereiche (kein „Durchreichen“)
  • faire Bezahlung (ab 2500 Euro brutto)
  • gute und umfassende Betreuung
  • Vernetzung mit anderen Trainees
  • gute Übernahmequote

Info: Im Internet haben sich inzwischen verschiedene Auszeichnungen und Portale etabliert, die Traineeprogramme großer Arbeitgeber bewerten. Diese können Ihnen als zusätzliche Orientierung und Entscheidungshilfe dienen.

Trainee-Programme: Auch für Quereinsteiger sinnvoll

Wie weiter oben im Beitrag bereits angerissen, sind Trainee-Programme nicht exklusiv Hochschulabsolventen vorbehalten. Jeder, der einen beruflichen Neuanfang wagen und sich umorientieren möchte, kann sich auf eine Trainee-Stelle bewerben. Die Programme sind für Quereinsteiger besonders sinnvoll, da diese ohne zusätzliche Aus- oder Weiterbildung umfassend in den neuen Bereich eingeführt werden. Allerdings fordern einige Anbieter von Trainee-Stellen auch gewisse Vorkenntnisse von den Bewerbern, was die Chancen, ausgewählt zu werden, etwas minimiert.


Bildquelle: Sampien/Shutterstock

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Jessika Fichtel

Jessika Fichtel

Als studierte Journalistin versteht es Jessika genau, Informationen und Hintergrundwissen auf den Punkt zu präsentieren. Die Erfurterin arbeitet als freiberufliche Online-Redakteurin und hat sich auf die Bereiche Job und Karriere spezialisiert. Ihr Steckenpferd ist das Thema „digitales Arbeiten“, denn damit setzt sich die Freelancerin tagtäglich auseinander.