Unerhört! - Wenn der Kollege Ihre Idee geklaut hat

„Toll Ein Anderer Macht’s“ – Teamwork bringt so allerhand Tücken mit sich. Dazu gehört auch, dass Sie eine Idee ausarbeiten und Ihr Kollege dafür die Lorbeeren einstreicht. So wehren Sie sich gegen den fiesen Ideenklau.  


Dass Teamwork zahlreiche Vorteile mit sich bringt, möchten wir nicht abstreiten. Doch viele Arbeitnehmer verstehen den Teamgedanken falsch und denken, dass Egoismus in einem Team nichts verloren hat. Es wird alles gemeinsam erarbeitet, die Erfolge werden allen zugeschrieben und dementsprechend erhalten auch alle Teammitglieder dieselbe Belohnung, richtig? In der Theorie mag das gut klingen. Leider handelt es sich bei dieser Denkweise aber um einen Irrtum, der mit der Realität nicht viel gemeinsam hat. Stattdessen gibt es in wohl jedem Team Leistungsträger, Mitläufer und vielleicht auch den ein oder anderen Trittbrettfahrer. Es gibt unauffällige fleißige Bienchen und diejenigen Mitarbeiter, die ihre Arbeitszeit lieber mit Selbstmarketing „vergeuden“.

Leider sind es genau diese aufgeplusterten Selbstdarsteller, welche am Ende meistens die Belohnung für das „Teamwork“ einstreichen, zum Beispiel in Form von Lob, Anerkennung, einer Gehaltserhöhung oder einer Beförderung. Die fleißigen Bienchen bleiben derweil unbeachtet und arbeiten auch in vielen Jahren noch in der immer gleichen Position vor sich hin – dem Team zuliebe.

Gesunder Egoismus ist auch im Team unverzichtbar

Wer beruflich aufsteigen möchte, muss die Belohnung für seine Leistungen daher auch einfordern. Lassen Sie sich nicht vom Selbstdarsteller die Show stehlen, sondern investieren Sie selbst ab sofort mehr Zeit in Ihr Selbstmarketing. Denn leider sind Fleiß, Talent und Disziplin heutzutage meist nicht mehr ausreichend, um Sprosse für Sprosse die Karriereleiter zu erklimmen. Teamwork in allen Ehren, doch ein gesunder Egoismus ist wichtig, um Sie vor Ausnutzung durch die Kollegen, einem Karrierestillstand oder ständiger Frustration zu schützen. Eine Quelle für solch anhaltende Frustrationen ist zum Beispiel der Ideenklau. So eine Kollegenschweinerei, denken Sie sich jetzt? Richtig! Nur leider eine Schweinerei, die häufiger vorkommt als Sie vielleicht meinen.

Ideenklau ist ein allgegenwärtiges Problem in deutschen Unternehmen

Zu Teamwork gehören stets auch Besprechungen, Meetings oder Brainstorming. Der Chef ist dabei nur in den seltensten Fällen persönlich anwesend. Er überwacht also nicht ständig, von welchem Teammitglied welche Idee stammt und er kann auch nicht hellsehen. Daher kommt es leider immer wieder vor, dass der Kollege Ihren Geistesblitz als den seinigen präsentiert und dafür die Anerkennung einstreicht, vielleicht sogar die bereits erwähnte Gehaltserhöhung oder Beförderung. Was jetzt?

So wehren Sie sich gegen den „diebischen“ Kollegen

Sie sind geschockt, sauer und sprachlos? Diese Reaktion ist beim Ideenklau völlig normal. Es handelt sich ja auch um eine unerhörte Dreistigkeit. Doch wie können Sie sich gegen diese wehren?

  1. Bleiben Sie erst einmal ruhig und sammeln Sie sich.
  2. Ist diese Idee den Aufwand überhaupt wert?
  3. War es wirklich meine Idee?
  4. Und welche Zeugen könnte ich dafür haben?
  5. Fallen Sie nicht in die Opferrolle.
  6. Suchen Sie das Vieraugengespräch mit dem „Ideendieb“ und stellen Sie ihn zur Rede.
  7. Vielleicht war es ja wirklich (auch) seine Idee – oder er ist zumindest wahrhaftig davon überzeugt und hat ohne böse Absicht gehandelt.
  8. Bitten Sie ihn, den Irrtum selbst klarzustellen.
  9. Zeigt er sich uneinsichtig, können Sie hingegen überlegen, beim Chef zu „petzen“.

Letztere Strategie ist aber nicht nur unter Kollegen verpönt, sondern auch äußerst riskant. Sie könnten schlussendlich Ihrem eigenen Image mehr schaden als jenem des Kollegen. Oder Sie stehen am Ende beide als „unreife und unprofessionelle Streithähne“ da – und das alles „nur“ wegen einer Idee. Zudem kann es vorkommen, dass der Chef selbst sich mit Ihrer Idee schmückt. Was nun? Die wirksamste Maßnahme gegen einen Ideenklau ist die Prävention.

Verhindern Sie einen Ideenklau, bevor er passiert

So widersprüchlich es für Sie auch klingen mag: Eine wirklich gute Idee behalten Sie am besten erst einmal für sich – Teamwork hin oder her. Lassen Sie auch keine Dokumente mit Ihrer Idee offen herumliegen oder auf Ihrem PC lesbar geöffnet, wenn Sie Ihren Arbeitsplatz verlassen. In Meetings und Teambesprechungen können Sie die Idee dann, wenn nötig, grob skizzieren. Gehen Sie aber nicht zu sehr ins Detail. Hilfreich ist es, einen Geistesblitz von Vornherein als den Ihrigen zu deklarieren. Wissen Sie vielleicht sogar konkret, welche Kollegen zum Ideenklau neigen, seien Sie diesen gegenüber besonders vorsichtig. Das klingt nun alles nach Heimlichtuerei und irgendwie sehr anstrengend? Ist es leider auch. Doch wenn Ihre Idee wirklich gut ist, kann sich das lohnen. Ansonsten müssen Sie eben einfach eine gelassene Einstellung zum Ideenklau entwickeln. Einen Mittelweg gibt es leider nicht.

Welche Erfahrungen haben Sie schon einmal mit dem Ideenklau gemacht? Wie haben Sie reagiert? Haben Sie Ratschläge für unsere Leser, wie diese ihre Ideen schützen oder sich im Fall der Fälle wehren können? Wir bedanken uns für Ihren Beitrag in den Kommentaren!


Bildquelle:  GaudiLab/Shutterstock

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Schlagwörter: Chef & Kollegen, Ideenklau, Idee