Was Sie trotz Krankschreibung tun dürfen – und was nicht

Müssen Sie, wenn Sie krankgeschrieben sind, wirklich zuhause bleiben? Oder dürfen Sie das Haus verlassen und wenn ja, wofür? Wir verraten es Ihnen. Sie werden überrascht sein!


Viele Menschen denken, dass sie mit einer Krankschreibung automatisch an die eigenen vier Wände gefesselt sind. Gerade in kleineren Städten könnten sie ja einem Kollegen oder sogar dem Chef höchstpersönlich in die Arme laufen. Und was werden die denken, wenn Sie trotz angeblicher Krankheit im Supermarkt, bei einem Spaziergang oder sogar im Club sind? Doch ganz so streng, wie Sie vielleicht denken, sind die Regelungen nicht. Sie werden überrascht sein, was Sie tun dürfen, obwohl Sie krankgeschrieben sind.

Was regelt das Gesetz?

Was Sie alles dürfen und was nicht, ist in dieser Form nicht im deutschen Gesetz verankert. Schließlich hängt das jeweils mit der Art Ihrer Krankheit sowie Ihrer individuellen Situation zusammen. Deshalb ist lediglich geregelt, dass Sie sich gesundheitsförderlich verhalten müssen. Sie dürfen bei einer Krankschreibung also alles machen, das Ihrer schnellen Genesung dienlich ist. So weit, so gut. Leider können mit dieser Formulierung nur die wenigsten Arbeitnehmer etwas anfangen. Sie stehen immer noch vor der Frage: Was konkret darf ich machen, wenn ich krankgeschrieben bin – und was nicht?

Unterscheiden Sie: Ist eine Bettlägerigkeit erforderlich oder nicht?

Mit diesem Grundsatz im Kopf und ein wenig gesundem Menschenverstand ist es gar nicht mehr so schwierig, zu entscheiden, welche Aktivitäten in Ihrem Fall „gesundheitsförderlich“ sind und welche nicht. Ihr erster wichtiger Anhaltspunkt hierfür ist Ihre Krankschreibung beziehungsweise die Krankmeldung, welche Sie beim Unternehmen abgegeben haben. Ist Ihnen laut Attest oder Krankschreibung durch den Arzt eine Bettlägerigkeit verordnet, sollten Sie auch tatsächlich im Bett bleiben. Ja, der Umzug auf das heimische Sofa ist auch erlaubt. Und wenn Sie alleine wohnen, dürfen Sie schnell in den Supermarkt huschen, bevor Sie verhungern. Haben Sie Ihrem Arbeitgeber am Morgen jedoch vorgeklagt, dass Sie aufgrund eines gebrochenen Beines nicht das Bett verlassen können, sollte er Sie nicht beim Einkaufen erwischen. Sind Sie aufgrund einer schweren Grippe krankgemeldet, sollte auch der Spaziergang am See heute ausfallen.

Sport trotz Krankmeldung – erlaubt oder nicht?

Mit einer Grippe zu joggen oder trotz schwerer Erkältung im Fitnessstudio aufzukreuzen, ist gewiss keine gute Idee. Wie bereits erwähnt, sind Sie bei einer Krankschreibung dazu verpflichtet, alle Aktivitäten zu vermeiden, welche Ihrer Genesung hinderlich sein könnten. Leiden Sie hingegen unter Rückenbeschwerden mit muskulärer Ursache und gehen ins Fitnessstudio, um die Muskeln beim Yoga ein wenig zu lockern, ist das eine förderliche Maßnahme und durchaus erlaubt. Ob und in welcher Form Sport für Sie trotz Krankschreibung unbedenklich oder besser noch förderlich ist, müssen Sie deshalb stets im Einzelfall entscheiden. Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie am besten kurz bei Ihrem Arzt nach und lassen sich seine Meinung schriftlich bestätigen. So können Sie diese im Fall der Fälle dem Arbeitgeber vorlegen.

Restaurant, Bar, Theater, Kino & Co: Wo liegen die Grenzen?

Wenn Sie nicht gerade bettlägerig sind, tut ein Spaziergang an der frischen Luft Körper und Seele gut. Auch ein kühles Eis im Sommer oder ein Thermenbesuch im Winter können – je nach Art der Erkrankung – „erlaubt“ sein. Kritischer wird es jedoch, wenn Sie trotz Krankschreibung ein Restaurant, eine Bar oder sogar einen Club besuchen. Prinzipiell ist gegen einen Theaterbesuch oder ein leckeres Essen in einer Gaststätte nichts einzuwenden, wenn Ihre Genesung dadurch nicht verzögert wird. Gern gesehen ist das vom Arbeitgeber allerdings nicht. Sobald auch noch Alkohol, Zigaretten, schlechte Luft oder Anstrengung im Spiel sind – wie beispielsweise bei einem Konzert oder einer durchzechten Nacht in der Disco – könnte seine Toleranz ein Ende finden. Das ist nämlich nicht nur kurz-, sondern auch langfristig alles andere als gesundheitsförderlich.

Bei einer Krankschreibung gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Unabhängig von der Art Ihrer Erkrankung sind solche „Spaßausflüge“ während einer Krankschreibung lieber zu vermeiden. Ansonsten droht vielleicht nicht gleich die Kündigung, aber ein Streit mit dem Arbeitgeber oder ein lädiertes Image. Und das wiederum ist nicht gerade karriereförderlich. Tun Sie also sich selbst, Ihrer Gesundheit und Ihrer Karriere einen Gefallen und wägen Sie bei einer Krankschreibung gut ab, wo und bei welchen Aktivitäten Sie gesehen werden. Vergessen Sie nicht: Manche Arbeitgeber setzen sogar Detektive für den Kampf gegen Blaumacher ein. Ist es das Risiko wirklich wert?

Was pflegen Sie trotz Krankschreibung zu tun und wo liegen Ihrer Meinung nach die Grenzen? Haben Sie vielleicht schon Erfahrungen mit einer Kündigung gemacht, weil ein Arbeitnehmer diese Grenzen überschritten hat? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!


Bildquelle: Africa Studio/Shuttertsock

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