Wiedereinstieg: Bewerbung nach der Elternzeit

Emanzipation hin oder her: Bis heute sind es in Deutschland größtenteils Frauen, die nach der Geburt Ihres Kindes eine Auszeit vom Job nehmen. Doch wie gelingt die Rückkehr in den vorherigen Job? Und was ist, wenn Frau gänzlich aus der alten Stelle ausgestiegen ist oder viele Jahre hauptberuflich Hausfrau und Mutter war? Wie schwierig gestaltet sich der berufliche Wiedereinstieg und was gilt es bei der Bewerbung nach der Elternzeit zu beachten? 


Eine von Statista aktuell veröffentlichte Umfrage zeigt: Die Arbeitsteilung bei der Versorgung des Kindes/der Kinder ist in Deutschland immer noch traditionell. In 35 Prozent der Haushalte ist der Mann voll berufstätig, während die Frau sich Zuhause um die Erziehung kümmert. Zunehmend zeigt sich jedoch, dass Frauen immer häufiger Job und Kind unter einen Hut bringen müssen oder sich die Erziehung mit ihrem ebenfalls berufstätigen Partner teilen. Nur in vier Prozent der deutschen Haushalte ist der Mann allein für die Erziehung verantwortlich — neben oder statt der Berufstätigkeit.

Arbeitsteilung bei der Versorgung der Kinder 

Statista
Statista

Folglich treten in Deutschland noch immer Frauen aufgrund der Geburt eines Kindes beruflich kürzer oder geben ganz ihren Job auf. Dennoch werden die genommenen Auszeiten tendenziell immer kürzer. Heutzutage zieht es Frauen schneller wieder zurück in den Beruf — nicht zuletzt, weil sie es aufgrund der heutigen Berufswelt müssen. Wer ein passendes Modell mit seinem Arbeitgeber gefunden hat, kann gegebenenfalls die Arbeitszeit einfach wieder aufstocken, doch wer den Job vor der Elternzeit gänzlich aufgegeben hat, tut sich mit dem Wiedereinstieg mitunter sehr schwer. Und je länger die Elternzeit, desto schwieriger.

Rückkehr in die vorherige Arbeitsstelle

Da die Auszeiten immer kürzer werden, bleiben mittlerweile während der Elternzeit viele Arbeitsverträge bestehen und ermöglichen somit kurzerhand eine Rückkehr in die alte Arbeitsstelle. Dennoch sollten Sie in der Elternzeit keinen ausgedehnten Urlaub sehen — verlieren Sie trotz kurzer Nächte und anstrengender Tage Ihren Job nicht gänzlich aus den Augen. Sofern Sie auch während Ihrer Abwesenheit Interesse und Engagement bekunden, erfolgt die Rückkehr in die vorherige Arbeitsstelle wesentlich leichter:

  • Halten Sie stets regelmäßigen Kontakt zu Ihrem Arbeitgeber und Ihren Kollegen.
  • Zeigen Sie Interesse an internen Schulungen oder Weiterbildungen während der Elternzeit.
  • Bieten Sie sich, wenn möglich, auch während der Elternzeit als Urlaubs- oder Krankheitsvertretung an.
  • Beginnen Sie, wenn möglich, recht früh wieder mit der Rückkehr, selbst wenn es nur wenige Stunden pro Woche sind.
  • Kümmern Sie sich rechtzeitig um eine Betreuung für Ihr/e Kind/er.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber eventuell flexible Arbeitszeiten oder das Arbeiten im Homeoffice.

Elternzeit: So gelingt der Wiedereinstieg

Dank des Anspruchs auf Elternzeit können sich frisch gebackene Eltern in Deutschland Zeit für ihr Kind nehmen, ohne sich Gedanken um ihre Karriere machen zu müssen. Denn grundsätzlich ist der eigene Job während der Elternzeit gesichert und der Wiedereinstieg sollte problemlos möglich sein. Soweit die Theorie. In der Praxis zeigt sich, dass der Wiedereinstieg nicht immer einfach ist, besonders wenn es nicht an den alten Arbeitsplatz zurückgeht.

Deshalb gilt es, die Elternzeit in der Bewerbung richtig anzugeben. Folgende Grundregeln sollten Sie dabei beachten:

1. Die Elternzeit erwähnen?
Prinzipiell müssen Sie in Ihrer Bewerbung keine Angaben zu Ihrem Familienstand oder Kindern machen. Folglich müssen Sie auch die Elternzeit nicht erwähnen. Dies hat jedoch in vielen Fällen zur Folge, dass in Ihrem Lebenslauf eine unschöne Lücke klafft, die Fragen aufwirft. Erwähnen Sie stattdessen Ihre Elternzeit und glänzen Sie damit, indem Sie nachweisen können, dass Sie diese effektiv für Weiterbildungen, Umschulungen, Sprachkurse o.ä. genutzt haben.

2. Die Kinderbetreuung sichern
Sichern Sie ihrem potentiell neuen Arbeitgeber zudem gleich in der Bewerbung zu, dass Sie bereits für eine Kinderbetreuung gesorgt haben und er sich um Ihre Fehlzeiten keine Sorgen machen muss.

3. Wo liegen Ihre Stärken?
Ob Ihre Ausbildung, die bisherige Berufserfahrung oder Weiterbildungen während der Elternzeit — konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken! Neben Ihren fachlichen Qualifikationen können Sie auch mit Softskills glänzen, die Sie möglicherweise während Ihrer Elternzeit erworben haben. Denn auch die Betreuung und Erziehung der Kinder ist aus beruflicher Sicht keine "verschwendete Zeit". Belastbarkeit, Organisationstalent und Flexibilität — während Ihrer Elternzeit können Sie reichlich Erfahrungen sammeln. Seien Sie stolz darauf und treten Sie selbstbewusst auf!


Titelbild Bildquelle: Phase4Studios/Shutterstock

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Alina Giannone

Alina Giannone

Nach dem Studium der Germanistik sammelte Alina Erfahrungen im Online-Journalismus in der Berliner Start-Up-Szene. Als Autorin bei Instaffo widmet sie sich nun zahlreichen Bereichen rund um das Thema Karriere – vom Jobwechsel über den Büroalltag bis hin zu aktuellen Trends.