Arbeit nervt! Warum sind so viele Leute unzufrieden im Job?

Jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland ist unzufrieden mit seinem Job. Zu diesem Ergebnis sind unterschiedliche Befragungen gekommen. Eine aktuelle Studie mit dem Titel Deloitte Millenial Survey 2016 gibt außerdem an, dass 34 Prozent der befragten Deutschen beabsichtigen, ihre Arbeit in den kommenden zwei Jahren zu kündigen.


Unzufriedenheit, Kündigung – es brodelt auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Jobhopping – also der häufige Wechsel des Arbeitsgebers – ist längst zur Normalität geworden und wird von kaum einem Personaler noch hinterfragt. Warum so viele so häufig ihren Job kündigen und einen neuen suchen? Die Arbeit macht sie nicht glücklich. Die Folgen reichen von mangelnder Motivation bis hin zur Depression. Doch was sind eigentlich die Ursachen für den Frust am Arbeitsplatz?

Diese Faktoren sorgen für Unzufriedenheit im Job

Es ist wenig überraschend: Die Liste der Frust-Faktoren ist lang. Fast jeder Arbeitnehmer hat eine andere Begründung dafür, warum die Arbeit nervt und Unzufriedenheit auslöst. Die folgende Liste zeigt einige Faktoren auf, die bei der Befragung von Angestellten besonders häufig genannt werden.

Der Chef
Ein Chef, der es all seinen Angestellten gleichermaßen recht macht, ist selten. Es verwundert daher kaum, dass der Vorgesetzt auf der Frust-Liste ganz weit oben steht. Vor allem Chefs, die die Arbeit der Angestellten nicht wertschätzen und stattdessen nur kritisieren, sorgen für jede Menge Unzufriedenheit. Auch Desinteresse und das regelmäßige (unbegründete) Ablehnen von Ideen lässt die Frustrationsrate in die Höhe schnellen.

Überforderung
Es gibt kaum ein Unternehmen, das nicht darüber klagt, unterbesetzt zu sein. Wenn die Sparpolitik der Chefetage keine weiteren Einstellungen vorsieht, müssen das meist die Angestellten ausbaden. Für Sie bedeutet mangelndes Personal mehr Arbeit, mehr Anforderungen und mehr Stress. Überforderung ist da nur eine Frage der Zeit.

Schlechte Bezahlung
Eng mit den steigenden Anforderungen verbunden ist auch der nächste Frust-Faktor. Es geht um das liebe Geld, das in den Augen der meisten Angestellten nur selten gerecht verteilt wird.

Ständige Erreichbarkeit
„Sie bekommen jetzt ein Firmenhandy.“ Dieser Satz löst nicht bei jedem Mitarbeiter Begeisterung aus. Mit dem Betriebs-Smartphone hält nämlich ein weiterer Faktor Einzug, der für sehr viel Unzufriedenheit am Arbeitsplatz sorgt: Die permanente Erreichbarkeit für Kollegen und den Chef. Hier gilt: Legen Sie klare Regeln fest. Niemand sollte seinem Vorgesetzten um 20 Uhr noch Rede und Antwort stehen müssen.

Schlechte Aufstiegschancen
Immer mehr Arbeitnehmer bemängeln, dass ihnen ihr Unternehmen keine guten Aufstiegschancen bietet. Wer über längere Zeit auf der gleichen Stufe stehen bleibt, wird früher oder später unzufrieden. Chefs, die das vermeiden wollen, sollten ihren Mitarbeitern regelmäßig Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten und auch mal eine Beförderung „springen lassen“.

Starre Verhältnisse
Wenn Home Office, Gleitzeit, Desk Sharing und Co. Fremdworte in einem Unternehmen sind, dann kann man ruhig sagen, dass hier sehr starre Verhältnisse herrschen. Flexibilität? Für die Mehrheit der Mitarbeiter Fehlanzeige. Wenn Arbeit als starres Konstrukt wahrgenommen wird, das keinerlei Entfaltungsmöglichkeiten bietet, lässt die Unzufriedenheit nicht lang auf sich warten.

Mangelnde Work-Life-Balance
Wenn Beruf und Privates in Einklang gebracht werden können, bedeutet das eine positive Steigerung der Lebensqualität. Ist das Gegenteil der Fall, sind Frust und Unzufriedenheit am Arbeitsplatz vorprogrammiert.


Lese-Tipps: Woran Sie erkennen, dass es höchste Zeit für eine Kündigung wird, hat meine Kollegin Alina Giannone im Artikel Jobwechsel: 4 Anzeichen, dass Sie kündigen sollten zusammengefasst. Oliver Schoch gibt im Beitrag Unzufrieden im Job? So sagen Sie es Ihrem Chef wertvolle Hinweise, die helfen, das Gespräch zum Vorgesetzten zu suchen.

Unternehmen müssen handeln

Eines ist Fakt: Unternehmen, die fähige und qualifizierte Mitarbeiter an sich binden wollen, müssen diesen einiges bieten, um die Zufriedenheit zu steigern. Gerade Digital Natives, die immer wieder auch als Young Professionals oder Millennials bezeichnet werden, sind sehr anspruchsvoll. Ihre Anforderungen reichen von einem modernen Arbeitsumfeld über flexible Einteilung der Zeit bis hin zu flachen Hierarchien und guten Aufstiegs- und Weiterentwicklungschancen. Überraschend ist, dass für junge Arbeitnehmer die Sinnhaftigkeit des Jobs noch vor dem Gehalt steht, wenn es um Zufriedenheit (und damit verbunden: Motivation) am Arbeitsplatz geht. Das ging aus der eingangs bereits erwähnten Deloitte Millenial-Befragung hervor.


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