Arbeitgeber-Bewertungsportale: Warum Sie sie immer im Blick haben sollten

Internetportale wie Kununu, Jobvoting und MeinChef sollten jedem Personaler bekannt sein. Sie helfen Jobsuchenden nicht nur bei der Auswahl eines Arbeitgebers, sondern bieten auch attraktive Möglichkeiten des Employer Brandings.

Wenn es um das Thema Arbeitgeber-Bewertungsportale geht, treten so manchem Personaler augenblicklich die Schweißperlen auf die Stirn. Seitdem Kununu und Co. ihren Siegeszug feiern, dürfen (ehemalige) Arbeitnehmer nämlich meckern und motzen, was das Zeug hält. Selbstverständlich anonym und ohne irgendwelche Konsequenzen befürchten zu müssen. Es versteht sich von selbst, dass es allein deswegen von Vorteil ist, die Arbeitgeber-Bewertungsplattformen im Blick zu behalten.

Wie wichtig sind Arbeitgeber-Bewertungsportale bei der Jobsuche?

Wie einflussreich Portale wie Kununu, Bizzwatch und Glassdoor sind, darüber scheiden sich die Geister. Fakt ist: Schaut man sich an, wie viele Menschen beispielsweise Kununu, den Marktführer im deutschsprachigen Raum, nutzen, macht sich Ernüchterung breit. Das Ergebnis einer Befragung zur Nutzung von Kununu nach Altersgruppen in Deutschland im Jahr 2017, kam zu dem Ergebnis, dass die 20- bis 29-jährigen die Plattform am häufigsten aufrufen. Doch selbst in dieser Altersgruppe gaben gerade einmal 13 % an, Kununu zu nutzen. (Quelle)

Dennoch – auch das kam bei einer Befragung heraus – steigt das Interesse an Arbeitgeber-Bewertungsplattformen. Denn während 2015 nur 17 Prozent aller Befragten ihren Arbeitgeber auf entsprechenden Plattformen bewertet haben, sind es im Jahr 2018 bereits 25 Prozent. (Quelle)

Es darf davon ausgegangen werden, dass die Bedeutung von Arbeitgeber-Bewertungsportalen in den kommenden Jahren weiter wachsen wird – nicht zuletzt, weil sie bei entsprechenden Google-Anfragen ausgezeichnet ranken. Für Sie als Personaler ist es also höchste Zeit, entsprechend zu reagieren und den Plattformen endlich die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdient haben.

Liste der wichtigsten Arbeitgeber-Bewertungsportale

  • Kununu
  • Glassdoor
  • MeinChef
  • Companize
  • Jobvoting
  • Jobvote
  • BizzWatch

Was tun bei schlechter Bewertung auf Kununu?

Ja, es kostet Zeit und nicht selten auch ein paar Nerven, ein Augen auf Kununu und vergleichbare Portale zu haben. Doch es lohnt sich. Denn leider dauert es meist nie lang, bis die erste negative Bewertung herein flattert und die komplette Personalabteilung in Aufruhr versetzt.

Glücklicherweise ist ein Unternehmen nie vollständig der Willkür wütender (Ex-)Mitarbeiter ausgesetzt. Werden beispielsweise Namen genannt oder ein Arbeitgeber regelrecht in der Luft zerrissen, kann das Unternehmen Beschwerde einreichen. Kununu nimmt die Bewertung dann in der Regel raus.

Vorsicht gilt, wenn Sie vorhaben, eigene (Fake-)Bewertungen abzugeben. Das ist natürlich alles andere als eine Herausforderung, aber gleichzeitig auch kein Kinderspiel. Kommentare, die von Personalern geschrieben oder gekauft wurden, werden oftmals leicht enttarnt, weil sie zu sehr nach Lobeshymne oder Werbebroschüre klingen.

Außerdem erwecken ausschließlich positive Bewertungen schnell das Misstrauen der Nutzer und den Anschein einer Zensur. Vor diesem Hintergrund kann die eine oder andere negative Einsendung auch als großes Glück verstanden werden, das die Präsenz des Arbeitgebers auf dem Portal glaubwürdiger erscheinen lässt.

Zufriedene Mitarbeiter um eine Bewertung bitten

Im Internet gilt seit mehreren Jahren ein (inoffizieller) Grundsatz: Diejenigen, die mit der Situation zufrieden sind, sehen keinen Anlass, dies öffentlich kundzutun. Ganz anders die, die Grund zur Beschwerde haben und sich direkt auf die Suche nach einem Sprachrohr machen.

Heißt konkret: Es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass sich jemand die Mühe macht, eine Arbeitgeber-Bewertung abzugeben, wenn er unzufrieden ist. Das ist ärgerlich und verzerrt natürlich die Realität ein Stück weit, muss aber auch nicht tatenlos hingenommen werden.

Gerade dann, wenn Sie ein gutes Verhältnis zu Ihren Mitarbeitern pflegen und wissen, dass diese durchaus zufrieden mit Ihrem Job sind, ist es durchaus sinnvoll, sie freundlich um die Abgabe einer (positiven) Bewertung zu bitten.

Hierbei darf es sich natürlich keinesfalls um eine Pflicht handeln und auch von Bonuszahlungen für positive Bewertungen soll an dieser Stelle ausdrücklich abgeraten werden.

Arbeitgeber-Bewertungsportale als Employer Branding-Werkzeuge

Grundsätzlich sollten Sie auf alle Bewertungen, die Sie über Kununu und Co. erreichen, eingehen – egal ob diese nun positiv oder negativ sind. Arbeitgeber-Bewertungsportale sind wertvolle Werkzeuge für das Employer Branding und sollten als solche immer aktiv genutzt werden.

Wenn Sie ein ehemaliger Mitarbeiter beispielsweise negativ bewertet, ist es sinnvoll, auf die Kritik einzugehen. Auf diese Weise begrenzen Sie nicht nur den Schaden, sondern signalisieren auch: Uns ist Ihre Meinung nicht egal.

Warum Sie auf Kununu-Bewertungen reagieren sollten:

  • Sie zeigen, dass Sie die Kritik wahr- und auch annehmen
  • Sie drücken Ihre Wertschätzung aus
  • Sie können sich für das Feedback bedanken
  • Sie können Stellung zu einer konkreten Situation beziehen
  • Sie können einräumen, einen Fehler gemacht zu haben
  • Sie können eine Falschaussage richtigstellen
  • uvm.

Reaktionen dieser Art nützen nicht nur demjenigen, der das Unternehmen bewertet hat, etwas. Sie zeigen auch anderen Besuchern der Portale, dass die Bewertungen beim Arbeitgeber ankommen und bearbeitet werden. Das wiederum wirkt sich garantiert positiv auf Ihre Recruiting-Maßnahmen aus.


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