Arbeitnehmer von morgen: Kennen Sie schon die Generation Z?

Gerade haben wir alle mehr oder weniger den Trubel um die ominöse Generation Y verdaut, da taucht auch schon die nächste Gruppe auf der Bildfläche auf. Auf Y folgt logischerweise Z. Doch was zeichnet diese Generation aus?

Die Generation Z betritt den Arbeitsmarkt. In vielen Branchen – vor allem Ausbildungsberufen, die nach dem Realschulabschluss begonnen werden – sind die Vertreter schon zu finden. Und auch an den Universitäten ist der Wechsel der Generationen immer stärker zu spüren. Spätestens jetzt ist es für Personaler an der Zeit, sich intensiver mit dieser Gruppe von Menschen auseinanderzusetzen. Immerhin handelt es sich hierbei um die Arbeitnehmer von (über-)morgen.

Definition: Was zeichnet die Generation Z aus?

Digital, flexibel, bindungsscheu – auf den ersten Blick scheint es so, als würde sich die Generation Z kaum von ihren „Vorgängern“, den Vertretern der Generation Y unterscheiden. In der Tat gibt es einige Parallelen – aber eben auch genug Unterschiede. Der wohl größte ist, dass die Generation Z von Anfang an in einer digitalen Welt aufgewachsen ist.

Sie besteht zu 100 Prozent aus Digital Natives, die den Bezug zu analogen Kommunikations- und Medienkanälen teilweise völlig verloren (oder eher gesagt: nie aufgebaut) haben. Stattdessen sind sie ausgesprochen gut vernetzt und es gewohnt, jeden Tag unzählige Informationen zu verarbeiten.

Eine weitere Charakteristik der Generation Z ist, dass es für die Vertreter völlige Normalität ist, zu jeder Zeit und an jedem Ort auf benötigte Informationen (beispielsweise in der Cloud oder auf YouTube) zugreifen zu können.

Übrigens: Ähnlich wie im Fall der Generation Y kann auch bei der Gen Z nicht genau gesagt werden, ab welchem Jahrgang sie beginnt. Die, die sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen, schwanken zwischen 1995 und 2002.

Doch nicht nur die Digitalisierung prägt die Generation Z, sondern auch die Globalisierung. Die Vertreter dieser Generation sind in einer sich immer weiter öffnenden Gesellschaft aufgewachsen und bekommen die damit verbundenen Entwicklungen von Kindheitstagen an mit. Sie haben zwar kaum noch einen Bezug zu den zurückliegenden Kriegen, kennen aber dennoch das Gefühl von (politischer) Unsicherheit besser als die Generation Y.

Die Generation Z auf dem Arbeitsmarkt: Darauf müssen sich Personaler vorbereiten

Es ist äußerst spannend, die Generation Z im Kontext der modernen Arbeitswelt zu betrachten. Wie schon beim Wechsel von der Generation X zur Generation Y ist auch mit dem Eintritt der Gen Z ins Arbeitsleben mit einigen Veränderungen zu rechnen.

Für Sie als Personaler ist es wichtig, diese so früh wie möglich zu kennen und sich entsprechend auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten. Im Hinblick auf das Berufsleben kann zur Generation Z folgendes gesagt werden:

  • extrem bindungsscheu (häufig auch als „flatterhaft“ bezeichnet)
  • schwach ausgeprägte Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber
  • extrem hohe Technik-Affinität
  • Bewusstsein für eine komplett digitalisierte Welt
  • Wunsch nach einer klaren Trennung von Beruf und Privatleben (Ablehnung von Work-Life-Blending)
  • Wunsch nach festen Arbeitszeiten (am besten wieder 9 to 5)
  • Ablehnung großer Karriere-Ziele, zum Beispiel Führungspositionen

Tipp: Erstellen Sie verschiedene Gen Z-Personas

Die hier aufgelisteten Informationen wirken auf Sie vielleicht noch immer theoretisch und nicht greifbar. Um sie dennoch in der Praxis verwenden zu können, möchten wir Ihnen abschließend einen Tipp mit auf den Weg geben:

Erstellen Sie verschiedene Personas in Anlehnung an die Generation Z. Auf diese Weise erhalten Sie ein (noch) besseres Gespür für diese Generation und können sich optimal auf deren Eintritt in die Arbeitswelt vorbereiten.

Personas können für die unterschiedlichsten Zwecke – beispielsweise Marketingmaßnahmen und Akquise – erstellt werden. Auch im HR-Bereich sind sie durchaus hilfreich. Erst recht, wenn Sie gar nicht genau wissen, wen Sie wie ansprechen wollen.

Beispiel für eine Generation Z-Persona

  • Moritz, geboren im Jahr 1999 in Braunschweig
  • stammt aus einer Akademikerfamilie (Vater ist Anwalt, Mutter Ernährungswissenschaftlerin)
  • hat 2017 sein Abitur gemacht und beginnt 2018 sein Studium
  • reist dazwischen mit einem Freund nach Kanada, um seinem Hobby – Downhill fahren – nachzugehen
  • steht mit Freunden und Familien über WhatsApp und FaceTime im ständigen Kontakt
  • angestrebter nächster Karriereschritt: Jura-Studium (interessiert sich für digitales Recht im Bezug auf Themen wie Hatespeech, Grenzen der Meinungsfreiheit und Datenschutz, will außerdem in die Fußstapfen seines Vaters treten)

Das Profil vom fiktiven Moritz kann natürlich beliebig um weitere Aspekte erweitert werden. An dieser Stelle dürfte jedoch klar sein, welche Vorteile das Erstellen von Personas mit sich bringt: Sie müssen sich nicht fragen, wie Sie irgendeine abstrakte Generation von Menschen ansprechen, sondern entwickeln konkrete Archetypen als Stellvertreter realer Personen.


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