Arbeitsmittel, Kleidung und Co.: Wer zahlt?

Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, ihren Angestellten alles zur Verfügung zu stellen, was diese benötigen, um Ihre Arbeitsleistung zu tätigen. Doch was gilt als wirklich notwendig? Und was muss der Angestellte eventuell doch selbst bezahlen?


Egal ob Arbeitsbekleidung oder Arbeitsmittel – häufig sind spezielle Utensilien nötig, damit Sie Ihrer Arbeit sorgfältig und geschützt nachgehen können. Was nach einer Selbstverständlichkeit klingt, sorgt in vielen Unternehmen für Konfliktpotential – nämlich spätestens dann, wenn es um die Frage geht, wer Kleidung und Arbeitsmittel bezahlt. Arbeitgeber oder Arbeitnehmer?

Die Bereitstellungspflicht des Arbeitgebers

Kurz und knapp: Ihr Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, Ihnen Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen und die entsprechenden Kosten zu übernehmen. Unter Arbeitsmittel versteht man unter anderem:

  • Arbeitsplatz, der dem Arbeitsschutzrecht entspricht
  • PC / Laptop / sonstige Endgeräte
  • Büromaterialien
  • Werkzeuge
  • Internetzugang
  • Telefonanschluss
  • Maschinen
  • Firmenwagen
  • Fachliteratur
  • Weiterbildungsmöglichkeiten / Seminare
  • Arbeitsbekleidung

Im Falle der Arbeitsbekleidung müssen Sie beachten, dass diese nur unter einem bestimmten Aspekt vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden muss – nämlich dann, wenn Schuhe, Kittel und andere Bekleidungsteile so speziell sind, dass Sie nicht im Alltag getragen werden können. Wenn Sie also im Büro arbeiten und Ihre Berufsbekleidung aus Anzug oder Blazer besteht, werden Sie kaum Chancen haben, die Kosten dafür vom Chef übernehmen zu lassen.

Generell gilt außerdem, dass Sie als Arbeitnehmer mit dem Durchschnitt rechnen müssen, wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber Arbeitsmaterialien zur Verfügung stellt. Wer mit diesen nicht zufrieden ist, muss unter Umständen selbst losgehen und die (teuren) Marken-Textmarker kaufen.

Was, wenn der Chef die Arbeitsmittel nicht bereitstellen will?

Angestellte, die sich mit einem sturen Vorgesetzten herumschlagen müssen, haben die Möglichkeit, benötigte Arbeitsmittel selbst zu kaufen. Die Kosten, die hierbei anfallen, müssen anschließend vom Arbeitgeber gedeckt werden. Es gibt zahlreiche Urteile, die diese Verpflichtung untermauern. Im Fachjargon wird die Regelung auch Aufwendungsersatzanspruch genannt.

Tipp: Wenn Sie sich Ihre Arbeitsmaterialen selbst beschaffen, müssen Sie immer belegen können, dass Sie diese auch wirklich benötigen, um Ihrer Leistungspflicht nachzugehen.

Regelungen im Home Office

Die Arbeitsform Home Office wird für immer mehr Unternehmen attraktiv und gewinnt daher zunehmend an Wichtigkeit. Darum ist es an dieser Stelle interessant, zu hinterfragen, wie die Regelungen im Hinblick auf die Arbeitsmaterialien aussehen. Müssen anfallende Kosten vom Arbeitnehmer getragen werden (immerhin befindet er sich in privater Umgebung) oder hat der Arbeitgeber eine Bereitstellungspflicht?

Auch hier gilt wieder letzteres. Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, alle benötigten Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen oder dem Arbeitgeber angefallene Kosten zu erstatten. Wichtig ist außerdem, dass das Home Office so eingerichtet ist, dass es dem Arbeitsschutzgesetz gerecht wird.

Nach Ende des Arbeitsverhältnisses…

… ist jeder Arbeitnehmer dazu verpflichtet, die genutzten Arbeitsmittel im vollen Umfang zurückzugeben. Was beim PC und dem Bleistift im Büro nur selten Probleme bereitet, führt im Fall von Berufsbekleidung häufig zu Konflikten. Diese werden in der Regel zuhause aufbewahrt und häufig nur sehr ungern zurückgegeben. Hier (und auch im Falle vom Home Office) ist es das Recht des Arbeitgebers, die Arbeitsmaterialien in vollem Umfang einzufordern.

Fassen wir also abschließend noch einmal zusammen: Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, Arbeitsmaterialien zur Verfügung zu stellen, die der Angestellte benötigt. Diese reichen vom Bleistift bis hin zu komplexen Maschinen. Auch spezielle Berufsbekleidung, die nicht für den alltäglichen Gebrauch geeignet ist, muss vom Arbeitgeber bereitgestellt oder finanziert werden. Wurde das Arbeitsverhältnis beendet, muss der Arbeitnehmer alle Arbeitsmittel zurückgeben.


Bildquelle: Ahmet Misirligul/Shutterstock

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