Vom Freelancer zur Festanstellung: So gelingt der Wiedereinstieg ins Angestelltenverhältnis

Fester Freier oder doch lieber freier Fester? Viele Freelancer möchten gern zurück in das Angestelltenverhältnis. Hier erfahren Sie, wie Ihnen der Wiedereinstieg gelingt.

Der berufliche Alltag von Freelancern ist geprägt von Freiräumen, Flexibilität sowie immer neuen Aufgaben und Herausforderungen. Was für die meisten wie der wahr gewordene Jobtraum klingt, wird für manche Freelancer früher oder später zur ernstzunehmenden Belastung. Die ständige Suche nach neuen Auftraggebern, schwankendes Einkommen und die immer größer werdende Konkurrenz aus den Entwicklungsländern zwingen viele von ihnen zum Umdenken. Und so kommt es, dass sich so mancher „Freier“ nach einer Festanstellung sehnt. Doch wie gelingt dieser Wiedereinstieg ins Angestelltenverhältnis?

Einige gute Gründe, die für die Festanstellung sprechen

Freelancer, die ernsthaft über einen Wiedereinstieg ins Angestelltenverhältnis nachdenken, haben in aller Regel triftige Gründe dafür. In den meisten Fällen kann der Auslöser für den Entschluss folgendermaßen zusammengefasst werden: Eine schlechte Auftragslage und die damit einhergehenden Gehaltsschwankungen.

Freie Mitarbeiter, die gern zu festen Angestellten werden wollen, sehnen sich in erster Linie nach einem gleichbleibendem Einkommen, das – egal, was passiert – jeden Monat auf das Konto überwiesen wird. Gerade im Krankheitsfall und in der Urlaubssaison wird den meisten Freelancern bewusst, wie stark ihre finanzielle Situation von diversen Faktoren abhängig ist. Besonders bitter: Auf einige Aspekte – beispielsweise das Sommerloch, in dem viele Auftraggeber ihre Projekte auf Eis legen – haben die Freien keinerlei Einfluss. Als Angestellter muss man sich mit solchen Sorgen hingegen nicht herumschlagen.

Gleiches gilt für die Suche nach neuen Kunden beziehungsweise Aufträgen. Als Freelancer befindet man sich permanent in der Akquise. Nicht wenige Freiberufler hangeln sich quasi von Projekt zu Projekt und können nur selten langfristig planen. Auch diese Unsicherheit spricht in den Augen vieler klar für eine Festanstellung.

Ein dritter Grund, der viele Freelancer zurück ins Angestelltenverhältnis treibt, ist die finanzielle Belastung durch Steuern und Versicherungen. Nicht wenige sind dieser auf Dauer nicht gewachsen und müssen irgendwann feststellen, dass ihr Business nicht mehr rentabel ist. Der Weg zurück in die Festanstellung ist dann die einzig logische Konsequenz.

Von frei zu fest: So gelingt Ihnen der Wiedereinstieg ins Angestelltenverhältnis

Sie wollen das „Abenteuer Freelancer“ beenden und wieder in einem festen Job arbeiten? Hier finden Sie ein paar Tipps, die Ihnen bei diesem Vorhaben behilflich sind.

Tipp #1: Stärken und Vorzüge betonen

Freelancer sind in der Regel versierte Experten auf ihrem Gebiet – und darum ein echter Gewinn für jedes Unternehmen. Wenn Sie sich auf einen Job bewerben, sollten Sie jedoch keinesfalls mit Ihren Erfolgen und Verdiensten prahlen. Nehmen Sie sich lieber etwas zurück und untermauern Sie Ihre Aussagen durch handfeste Nachweise. Betonen Sie außerdem selbstbewusst, das Sie während Ihrer Selbstständigkeit gelernt haben, eigenverantwortlich zu arbeiten und Entscheidungen zu treffen. Das qualifiziert Sie für eine Führungsposition.

Tipp #2: Nach vorn und nicht zurück blicken

Betrachten Sie den Wiedereinstieg ins Angestelltenverhältnis nicht als persönliches Scheitern, sondern als neues Kapitel Ihrer Karriere. Diese Einstellung hilft Ihnen maßgeblich dabei, einen potentiellen Arbeitgeber von sich zu überzeugen.

Tipp #3: Methoden der passiven Jobsuche nutzen

Wenn ein Freelancer ins Angestelltenverhältnis wechseln will, hat er häufig jahrelang keine Bewerbung mehr geschrieben und weiß gar nicht, worauf es mittlerweile ankommt. Die gute Nachricht: Wenn Sie es geschickt anstellen, dann müssen Sie sich gar nicht aktiv auf eine Stelle bewerben. Die passive Jobsuche mit all ihren Methoden eignet sich hervorragend für Freelancer. Nutzen Sie beispielsweise Ihr Netzwerk, Karriere-Portale wie Instaffo oder auch LinkedIn und XING, um von Ihrem zukünftigen Arbeitgeber gefunden zu werden. Noch mehr Tipps und Infos zur passiven Jobsuche finden Sie hier.

Tipp #4: Lernen, sich unterzuordnen

Jeder, der sich aus der Selbstständigkeit zurück ins Angestelltenverhältnis begibt, muss sich mit einer großen Hürde auseinandersetzen: Sie haben zukünftig nicht mehr das Kommando, sondern müssen lernen, sich wieder unterzuordnen. Je schneller Sie das verinnerlichen, desto besser sind Ihre Aussichten auf einen Job in Festanstellung. Personaler haben nämlich ein gutes Gespür für die Ansprüche, Wünsche und Kompromissbereitschaft der Bewerber.

Entweder… oder? Es geht auch beides!

Wer denkt, er müsse sich zwischen Freelancer-Dasein und Festanstellung entscheiden, der irrt sich. Tatsächlich können auch beide Karriere-Wege parallel zueinander verfolgt werden – und das unter Umständen mit großem Erfolg. Wenn der Arbeitgeber nichts gegen die nebenberufliche Selbstständigkeit des Angestellten hat, kann dieser durch Projekt-Arbeit als Freelancer sein Einkommen aufbessern und Schritt für Schritt ein lukratives Business aufbauen. Worauf es hierbei am meisten ankommt? Organisationstalent! Denn Festanstellung, Freelance-Projekte und Privatleben unter einen Hut zu bekommen, ist gar nicht mal so einfach.


Bildquelle: Pressmaster/Shutterstock

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