Flexiblere Arbeitszeiten – So fragen Sie Ihren Chef danach

9 to 5-Jobs sind out. Stattdessen freuen sich immer mehr Angestellte über flexible Arbeitszeiten. Haben Sie Ihnen Chef schon nach den Möglichkeiten gefragt?


Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit, Jobsharing – Es gibt viele Arbeitsmodelle, die flexible Arbeitszeiten ermöglichen. Ihre große Gemeinsamkeit: Eine bessere Vereinbarkeit von Job und Privatleben. Kein Wunder also, dass immer mehr Angestellte ihren Vorgesetzten nach Möglichkeiten der flexiblen Zeiteinteilung fragen. Doch wann ist der richtige Moment für ein solches Gespräch? Und welche Argumente überzeugen den Chef auch wirklich? Wir beantworten Ihnen diese Fragen gern.

Der beste Zeitpunkt für das Gespräch

Wenn nicht von vornherein geklärt wurde, dass flexible Arbeitszeiten möglich sind – oftmals wird das beispielsweise schon in der Stellenausschreibung erwähnt – sollten Sie auf jeden Fall Eigeninitiative ergreifen. Darauf warten, dass Ihr Arbeitgeber von sich aus eine flexible Zeiteinteilung vorschlägt, ist in den meisten Fällen unwahrscheinlich.

Den idealen Zeitpunkt für ein entsprechendes Gespräch gibt es im Grunde genommen nicht. Es gibt allerdings eine Reihe von Anzeichen oder Voraussetzungen, die Ihnen dabei behilflich sein werden, Ihren Chef von den flexiblen Arbeitszeiten zu überzeugen.

  • Ihre Position im Unternehmen

    Wer die Karriereleiter gerade erklimmt und beispielsweise eine Führungsposition in Aussicht hat, sollte seinen Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten erst einmal hinten anstellen. Anders verhält es sich, wenn Sie in einer guten Postion angekommen sind und diese für die nächsten Jahre besetzen wollen. Grundsätzlich gilt: Je ambitionierter Ihre Karriereziele sind, desto eher sollten Sie bereit sein, zu festen Zeiten am Arbeitsplatz zu sein.

  • Ihr Wunsch nach Weiterbildung

    Mit Ihrer Position sind Sie zufrieden, doch Ihr Know-How könnte ein kleines Update vertragen? Dann ist die Frage nach flexiblen Arbeitszeiten absolut legitim. Wer sich beruflich weiterbilden will, liefert dem Vorgesetzten das ideale Argument für Gleitzeit und Co. – schließlich profitiert das Unternehmen direkt davon.

  • Familiäre Situation

    Wenn Sie gerade eine Familie gegründet haben und beispielsweise frischgebackener Vater sind, ist das ebenfalls ein guter Zeitpunkt, um nach flexiblen Arbeitszeiten zu fragen. Ein Arbeitgeber, der Wert auf ein gutes Image legt, wird Ihnen diesen Wunsch nur schwer ausschlagen können – immerhin besteht die Chance, als besonders familienfreundlich eingestuft zu werden. Gerade die Young Professionals, die den Arbeitsmarkt derzeit erobern, legen bei der Jobsuche großen Wert auf solche Kriterien.

Argumente, die für flexible Arbeitszeiten sprechen

Wer den Chef nach Möglichkeiten der flexiblen Zeiteinteilung fragen möchte, sollte keinesfalls unvorbereitet in das Gespräch gehen. Gerade in Unternehmen, in denen die Mehrheit der Mitarbeiter starre Arbeitszeiten haben, gilt es, den Vorgesetzten zu überzeugen. Das gelingt am ehesten und einfachsten, indem Sie ihm verschiedene Argumente servieren, die für flexible Arbeitszeiten sprechen. Einige davon haben wir Ihnen nachfolgend zusammengestellt.

  • Flexible Arbeitszeiten verbessern die Vereinbarkeit von Job und Familie

    Wie weiter oben bereits erwähnt profitieren Familien im besonders großen Maße von flexiblen Arbeitsmodellen. So ermöglichen es Gleitzeit und andere Konzepte, dass man die Kinder vor Arbeitsbeginn noch bequem zur Kita bringen und unter Umständen auch eher abholen kann. Auch Behördengänge, Arztbesuche und vieles mehr sind dank der flexiblen Arbeitszeiten ein weitaus geringeres Problem.

  • Flexible Arbeitszeiten machen produktiver

    Wer kommen und gehen darf, wann er will, ist sicherlich am Arbeitsplatz faul und unproduktiv – so zumindest ist die allgemeine Annahme vieler Chefs. Tatsächlich ist jedoch das genaue Gegenteil der Fall. Wer seine Zeit frei einteilen kann, ist viel eher dazu bereit, hervorragende Leistungen zu erbringen und alles am Schreibtisch zu geben.

  • Flexible Arbeitszeiten machen zufrieden

    Zufriedene Mitarbeiter sind der Traum eines jeden Arbeitgebers. Denn sie sind nicht nur fleißig, sondern auch loyal, motiviert, weniger oft krank und bereit, auch öfter einmal Überstunden zu machen.

  • Flexible Arbeitszeiten verbessern das Image einer Firma

    Vor allem junge Erwerbstätige schauen bei der Wahl des Arbeitgebers ganz genau hin. Die Führungskräfte von morgen lassen sich längst nicht mehr nur mit einem guten Gehalt locken, sondern fordern auch verschiedene Social Benefits, zu denen unter anderem auch flexible Arbeitszeiten gehören. Werden diese geboten, hat das einen direkten Einfluss auf das (positive) Image der Firma. Im Fachjargon spricht man auch vom sogenannten Employer Branding.

  • Flexible Arbeitszeiten ermöglichen Ausgleiche

    In jedem Unternehmen gibt es Phasen, in denen es hervorragend läuft und Phasen, die eher als Flaute bezeichnet werden können. Flexible Arbeitszeiten sorgen dafür, dass sich die Mitarbeiter perfekt an die jeweiligen Perioden anpassen können und nicht beispielsweise von 9 bis 17 Uhr an den Schreibtisch „gekettet“ werden, obwohl es nichts zu tun gibt.


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