Wenn der Job krank macht: Warnzeichen für Arbeitnehmer – Teil 1

Arbeit kann krank machen – das ist Fakt. Viele Arbeitnehmer sind jedoch im Hamsterrad gefangen, merken nicht, dass der Job krank macht oder erst, wenn es für die Gesundheit zu spät ist. Achten Sie auf diese Warnzeichen!


Dass ein Job zur echten Belastung für die Gesundheit werden kann, ist keine neue Information. Egal, ob aufgrund viel zu vieler Überstunden, durch Mobbing oder ständige Langeweile im Job – die Zahlen der durch die Arbeit bedingten Krankheitsfälle nehmen in der deutschen Geschäftswelt stetig zu. Die Beschwerden sind vielfältig und reichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Depressionen und Burnout bis hin zu Angststörungen, Rücken- und Gelenkbeschwerden, Verdauungsproblemen oder auch Schlafstörungen. Manch eine dieser Krankheiten kann sogar tödlich enden. So gibt es in Japan mittlerweile sogar einen extra Fachbegriff für den plötzlichen berufsbezogenen Tod: „Karoshi“.

Damit Sie in Ihrem Beruf also nicht Ihre Gesundheit oder sogar Ihr Leben aufs Spiel setzen, sollten Sie auf folgende Warnsignale achten. Wenn Sie eines oder sogar mehrere davon in Ihrem Berufsalltag identifizieren, ist es nämlich allerhöchste Eisenbahn für eine berufliche Veränderung, zum Beispiel einen Jobwechsel, eine interne Versetzung, eine Umschulung, ein Sabbatical oder auch die Frührente!

Warnzeichen: Hängen Sie Ihren Job der Gesundheit zuliebe an den Nagel, wenn…

…Ihre Leidenschaft erloschen ist:

Natürlich, den Job, bei welchem Sie jeden Morgen motiviert aus dem Bett springen und der Ihnen mehr Spaß macht als jedes Hobby, gibt es (vermutlich) nicht. Doch alles in allem sollten Sie Ihren Beruf mögen, sich bei der Arbeit wohlfühlen, einen Sinn in ihr erkennen und eine gewisse Leidenschaft für Ihre Tätigkeit verspüren. Ist dies dauerhaft nicht (mehr) der Fall – also nicht nur eine „schlechte Phase“ – sollten Sie über eine berufliche Veränderung nachdenken.

…Ihnen bei dem Gedanken an den nächsten Tag schlecht wird:

Wie bereits gesagt: Es wird kaum einen Job geben, bei welchem Sie jeden Morgen freudig aus dem Bett springen oder bei welchem Sie es im Urlaub beziehungsweise am Wochenende kaum erwarten können, wieder zur Arbeit zu „dürfen“. Wenn Ihnen bei dem Gedanken daran, dass Sie am nächsten Morgen wieder arbeiten müssen, allerdings schlecht wird, ja es Ihnen geradezu die Kehle zuschnürt, sollten bei Ihnen unbedingt die Alarmglocken angehen. Eine gewisse Unlust hier und da mag zwar normal sein, doch jeden Tag mit einem schlechten Gefühl oder gar Angst zum Arbeitsplatz zu gehen, ist es gewiss nicht!

…ein schlechtes Betriebsklima Sie zu belasten beginnt:

Ein Grund dafür, dass Ihnen schon bei dem puren Gedanken an die Arbeit übel wird, könnte zum Beispiel an einem schlechten Arbeitsklima liegen. Wenn Sie mit Ihren Kollegen und/oder Vorgesetzten nicht klarkommen, vielleicht sogar gemobbt werden, hilft in der Regel nur eines: Gehen! Es muss ja nicht gleich ein völlig neues Unternehmen sein, manchmal reicht schon die interne Versetzung in eine andere Abteilung. Neues Umfeld, neues Glück!

…Sie ständigem Stress ausgesetzt sind:

Ein so schlechtes Betriebsklima kann Sie ebenso unter Stress setzen wie Überforderung, Zeitdruck oder sogar Langeweile. Es gibt viele potenzielle Stressoren bei der Arbeit und jeder Mensch ist an anderer Stelle „empfindlich“. So lässt sich der Kollege durch Zeitdruck vielleicht überhaupt nicht aus der Ruhe bringen, während Sie in Hektik verfallen und Fehler machen. Sie dagegen lösen Konflikte sachlich und erfreuen sich im Team großer Beliebtheit, während der Kollege durch seine herrische Art hier und dort gerne einmal aneckt. Ihr Job sollte daher unbedingt zu Ihrem Persönlichkeits- und Qualifikationsprofil passen. Dass er das nicht tut, merken Sie, wenn Sie sich dauerhaft gestresst fühlen, vielleicht sogar erste Auswirkungen auf Ihr psychisches oder physisches Wohlbefinden wahrnehmen.

…Ihr Arbeitgeber seiner Sorgfaltspflicht nicht nachkommt:

Die Gesundheitsgefährdung am Arbeitsplatz muss aber gar nicht unbedingt so subtil sein, sondern kann Ihnen auch auf dem Silbertablett serviert werden. So mancher Arbeitgeber legt nämlich offensichtlich keinen Wert auf seine Sorgfaltspflicht oder gesetzliche Regelungen zum Arbeitnehmerschutz. Schutzkleidung? Fehlanzeige! Sollten Sie Ihre Gesundheit durch solche Nachlässigkeiten Ihres Arbeitgebers gefährdet sehen, müssen Sie unbedingt handeln. Weisen Sie ihn darauf hin und kündigen Sie, wenn sich die Situation nicht bessert. Sie dürfen dann übrigens sogar fristlos kündigen – und die Meldestelle informieren Sie am besten auch sofort.

…Sie Opfer weiterer illegaler Aktivitäten werden:

Doch nicht nur die Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht gefährdet Ihre Gesundheit. Auch weitere illegale Aktivitäten am Arbeitsplatz, zum Beispiel sexuelle Belästigung, sollten Sie zur sofortigen Kündigung bewegen. Angst, Scham oder Schuldgefühle werden Sie sonst früher oder später „auffressen“ und vor allem Ihre psychische Gesundheit in Mitleidenschaft ziehen. Zögern Sie in diesem Fall also keine Sekunde mehr, sondern handeln Sie jetzt!

Zahlreiche weitere Warnzeichen signalisieren, dass Ihr Job krank macht. Welche das sind, zeigen wir Ihnen in unserem zweiten Teil.


Bildquelle: chainarong06/Shutterstock

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