Auslandsaufenthalt: Was spricht dafür und was dagegen?

Die Karriere einfach mal pausieren und stattdessen eine gewisse Zeit ins Ausland gehen? Klingt super… Aber da gibt es doch auch sicher einen Haken, oder?

Es ist der Traum vieler Erwerbstätiger: Einfach mal weg, für eine Weile alle Zelte abbrechen und anstatt im Büro zu versauern die große weite Welt sehen. Natürlich nicht, ohne sich dabei weiterzubilden, frischen Input zu sammeln und als optimierter Mensch zurückzukommen. Doch so romantisch die Vorstellung vom Auslandsaufenthalt auch sein mag, diese Medaille hat wie jede andere auch zwei Seiten. Es ist also völlig normal, dass Sie sich im Zuge Ihrer Entscheidung fragen: Was spricht für einen Auslandsaufenthalt und was dagegen? Antworten finden Sie hier.

Ein Auslandsaufenthalt ist (theoretisch) immer möglich

Dass junge Menschen nach der Schule, während des Studiums und vor dem ersten Job ins Ausland gehen, ist inzwischen gelebte Realität und kaum noch der Rede wert. Doch was ist, wenn die „wilden Jahre“ schon lang zurückliegen und man im Karriere-Alltag feststeckt?

In dieser Situation ist es zugegebenermaßen schon etwas schwieriger, einfach mal für ein paar Monate von der Bildfläche zu verschwinden. Einerseits weil der Chef überzeugt werden muss und andererseits, weil die Kollegen mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre ganz eigene Meinung zu Ihrer Auszeit haben werden. („Was? Die/Der braucht eine Pause? Na ja….“)

Die gute Nachricht ist jedoch: Niemand kann es Ihnen verbieten, den Beruf für eine Weile ruhen zu lassen und ins Ausland zu gehen. Theoretisch ist dieser Schritt zu jeder Zeit möglich. Sie müssen nur bedenken, dass er nach viel Vorbereitung und Organisation verlangt. Außerdem sollten Sie sich immer auch auf Gegenwind einstellen und gute Argumente parat halten. Diese überzeugen dann auch den Chef und die Kollegen.

Diese Gründe sprechen für einen Auslandsaufenthalt

Nahezu jeder, der sich für einen (längeren) Auslandsaufenthalt entschieden hat, wird Ihnen bestätigen können, dass es sich keinesfalls um einen Karriere-Knick handelt. Ganz im Gegenteil: Viele bringen zahlreiche Eindrücke und neue Erkenntnisse mit, dass sich ihr Leben nachhaltig verändert. Sie sehen vieles plötzlich mit ganz anderen Augen, haben frische Ideen und den Mut, Veränderungen einzuleiten. Ein Auslandsaufenthalt kann also durchaus der Beginn von etwas völlig Neuem sein.

Nicht von der Hand zu weisen ist außerdem, dass Sie im Ausland sowohl Ihre sprachlichen Kenntnisse verbessern als auch interkulturelle Kompetenz aneignen können. Beides ist auf dem globalisierten Arbeitsmarkt von heute Gold wert. Oder mit anderen Worten: Ein längerer Aufenthalt im Ausland, bei dem Sie die Landessprache und die Kultur vor Ort intensiv kennenlernen, kann Ihnen im Hinblick auf Ihre Karriere den lang ersehnten Push verleihen.

Ein dritter großer Vorteil von Auslandsaufenthalten ist, dass man spätestens hier lernt, auf eigenen Füßen zu stehen und Entscheidungen zu treffen. Auch diese Persönlichkeitsentwicklung kann sich durchaus positiv auf Ihren beruflichen Werdegang auswirken und Ihnen völlig neue Türen öffnen.

Last but not least sei auch darauf verwiesen, dass Sie im Ausland durchaus wertvolle Kontakte knüpfen können, die einerseits Ihr Privatleben, aber andererseits auch Ihren beruflichen Werdegang beeinflussen können.

Diese Gründe sprechen gegen einen Auslandsaufenthalt

Auch wenn eine längere Pause und die damit verbundene Reise ins Ausland grundsätzlich als positiv für Ihre Karriere zu bewerten ist, gibt es doch auch ein paar Schattenseiten, die an dieser Stelle erwähnt werden sollen.

So kann es nach Ihrer Rückkehr durchaus passieren, dass Sie erst einmal eine Weile brauchen, um wieder in den beruflichen Alltag zu finden. Natürlich stehen die Uhren während Ihrer Abwesenheit nicht schnell und so ist es nur normal, dass Sie nach dem Auslandsaufenthalt mit vielen Neuerungen im Unternehmen konfrontiert werden.

Wenn es Ihnen nicht gelingt, sich in die neuen Gegebenheiten einzufinden, Ihre Leistung darunter leidet und/oder Sie andere Probleme haben, kann sich das natürlich auch im größeren Kontext auf Ihre berufliche Situation auswirken. Eine Kündigung nach dem Auslandsaufenthalt ist zwar recht unwahrscheinlich, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Eher rationale Fakten, die gegen einen Auslandsaufenthalt sprechen, sind die Kosten und die Zeit, die Sie für die Vorbereitung brauchen. Ja, hierbei handelt es sich durchaus um Nachteile, doch führen diese nur in den seltensten Fällen dazu, dass sich jemand gegen einen Auslandsaufenthalt entscheidet.

Die meisten Karriere-Experten sind sich einig: Ein Auslandsaufenthalt bringt zwar auch Schwierigkeiten mit sich, kann im Großen und Ganzen jedoch als positiv bewertet werden. Fachlicher Input, die Erwerb und Erweiterung von interkultureller Kompetenz und Fremdsprachenkenntnissen, Persönlichkeitsentwicklung und der Aufbau eines internationalen Netzwerkes sind Aspekte, die ganz klar für die Auszeit im Ausland sprechen.


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