Beruflicher Neustart mit 45? Wir verraten Ihnen, wie es funktioniert!

Sogenannte „Middle-Ager“, also Personen im Alter von rund 45 bis 55 Jahren, haben es in der deutschen Arbeitswelt mitunter schwer. Dabei handelt es sich eigentlich um die optimale Zeit für einen beruflichen Neustart. 

Leider ist es die traurige Realität in Deutschland, dass Arbeitnehmer ab Mitte 40 in Unternehmen geringgeschätzt werden. Viele Betroffene stoßen als „Middle-Ager“ an eine gläserne Decke. Die Karriere stagniert und ebenso die Gehaltsstruktur. Baut ein Unternehmen Stellen ab, sind die älteren Mitarbeiter häufig die ersten, die gehen müssen. Gleichzeitig beschweren sich aber immer mehr Branchen über die Auswirkungen des Fachkräftemangels. Es fehle an hoch qualifiziertem Nachwuchs, so die Klage. Doch wieso wissen so wenige Arbeitgeber dann die hoch qualifizierten und vor allem erfahrenen Fachkräfte ab 45 nicht zu schätzen? Teilweise scheint das Problem des Fachkräftemangels auch hausgemacht zu sein. Wenn Sie die „kritische“ Altersgrenze erreicht haben, Ihre Karriere ins Stocken gerät oder sogar das Gehalt zu sinken beginnt, wird es deshalb Zeit, Ihre Koffer zu packen. Sie befinden sich nämlich eigentlich im perfekten Alter für einen beruflichen Neustart. Dieser kann bei einem anderen Unternehmen stattfinden, doch besser noch wäre das Wagnis der Selbstständigkeit.

Es gibt kein besseres Alter für den Sprung in die Selbstständigkeit

Wenn Sie schon Ihr Leben lang davon geträumt haben, sich eines Tages selbstständig zu machen, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt gekommen. Und selbst, wenn nicht, ist es durchaus eine Überlegung wert. „Middle-Ager“ sind nämlich die geborenen Unternehmer – sei es mit einem Startup, der Übernahme eines bestehenden (Klein-) Unternehmens oder als Solo-Selbstständiger. Aber wieso ist gerade der Zeitpunkt um die Mitte 40 dafür so perfekt geeignet?

Berufserfahrung ist für Selbstständige Trumpf

Der wohl größte Vorteil der „Middle-Ager“ liegt in ihrer Berufserfahrung. Im Gegensatz zu Berufseinsteigern wissen sie, wie der Hase in ihrer Branche läuft und können ihre Geschäftsidee daher realistischer als erfolgversprechend – oder eben nicht – einschätzen. Sie bleiben sogar in Stresssituationen gelassener und wissen mittlerweile, wie sich Probleme lösen lassen. Erfahrung ist also das, was Selbstständige um die 40 ihren jüngeren „Konkurrenten“ voraushaben. Und wenn Ihr Arbeitgeber das nicht zu schätzen weiß, wieso setzen Sie diese dann nicht für Ihre eigenen Zwecke ein?!

Dennoch sind sie jung genug für Innovationsfreude

Mit „Berufserfahrung“ zu prahlen – das klingt in den Augen viele Deutscher eingestaubt sowie altbacken. Klar, in unserer schnelllebigen modernen Welt ist es unerlässlich, aktuellen Trends und Entwicklungen zu folgen. Als „Middle-Ager“ sind Sie in der Regel zwar einerseits schon sehr erfahren, andererseits aber dennoch lernbereit und voller Innovationsfreude. Sie stellen somit die optimale Mischung für die Selbstständigkeit dar und bieten eine Kombination, die jüngere und auch viele ältere Selbstständige nicht leisten können.

Die richtigen Kontakte sind das A und O

Ein weiterer Vorteil Ihrer Berufserfahrung ist jener, dass Sie bereits zahlreiche wichtige Kontakte in Ihrer Branche knüpfen konnten. Dies hilft Ihnen bei der Kundengewinnung, bei der Suche nach Geschäftspartnern, Investoren & Co. Nutzen Sie Ihr umfassendes Netzwerk aktiv beim Aufbau Ihrer Selbstständigkeit. Auch dies haben Sie jüngeren Unternehmern voraus.

Finanzielle Rücklagen sorgen für die notwendige Sicherheit

Keine Frage: Jede Selbstständigkeit bedeutet ein hohes Risiko – vor allem finanzieller Art. Ihren bisherigen „sicheren“ Job aufzugeben und sich stattdessen in die Ungewissheit zu stürzen, davor schrecken viele „Middle-Ager“ zurück. Dennoch haben Sie auch hier einen großen Vorteil gegenüber jüngeren Wagemutigen: Sie konnten sich im Laufe Ihrer Berufslaufbahn bestenfalls bereits finanzielle Rücklagen schaffen und können nun im Notfall darauf zurückgreifen, wenn die Selbstständigkeit nicht (gleich) so läuft wie gewünscht. Prüfen Sie also Ihre finanzielle Situation, rechnen Sie den geplanten beruflichen Neustart akribisch durch und entscheiden Sie anschließend, ob Sie das Vorhaben wagen möchten.

Fazit: Neustart als „Middle-Ager“? Wieso nicht!

Egal, ob Sie mit Mitte 40 zu einem beruflichen Neustart gezwungen sind, sich einfach nach einer neuen Herausforderung sehnen oder eine Stagnation Ihrer Karriere befürchten: Es handelt sich um das optimale Alter für einen beruflichen Neustart. Aus den genannten Gründen bietet sich hierfür vor allem die Selbstständigkeit an – in welcher Ausprägungsform auch immer. Sollte das hingegen nicht zu Ihren Vorstellungen und Zielen passen, können Sie Ihr Glück natürlich auch bei einem anderen Unternehmen versuchen. Fokussieren Sie sich dann im Bewerbungsgespräch auf Ihre Stärken: Berufserfahrung und Innovationsfreude.

Welche Erfahrungen haben Sie bereits mit einem beruflichen Neustart als „Middle-Ager“ gemacht und was würden Sie unseren Lesern empfehlen?


Bildquelle: racorn/Shutterstock