Beste Bewerber hierher, bitte! Guide für Headhunter

Das Recruiting wird in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels auch für Headhunter immer schwieriger. Wie könnten innovative Strategien in der Personalvermittlung aussehen?

In immer mehr Branchen fehlt es an ausreichend qualifiziertem Nachwuchs. Fachkräfte in beispielsweise der IT werden händeringend gesucht. Die Arbeitgeber machen sich gegenseitig Konkurrenz und buhlen um die besten Bewerber. Wo früher noch eine klassische Stellenausschreibung ausreichte, erfordert das erfolgreiche Recruiting mittlerweile deutlich mehr Aufwand. Es braucht eine ausgeklügelte Employer-Branding-Strategie, ebenso wie die richtigen Kanäle, um überhaupt geeignete Bewerber zu erreichen – oder von der Konkurrenz abzuwerben. Vor alle kleinere sowie mittelständische Unternehmen fühlen sich von dieser Entwicklung überfordert. Es fehlt ihnen an internen Ressourcen sowie dem notwendigen Knowhow, um in dieser veränderten Marktsituation noch erfolgreich Mitarbeiter gewinnen zu können. Dennoch möchte natürlich jeder Arbeitgeber die besten Bewerber in seinem Unternehmen. Die Lösung steckt häufig im Outsourcing.

Die Kandidatensuche wird auch für Headhunter immer schwieriger

Die Beauftragung eines Headhunters stellt für viele Arbeitgeber eine leichte Lösung für das Problem dar. Allerdings soll an dieser Stelle erwähnt sein, dass dennoch nicht auf eine Employer-Branding-Strategie verzichtet werden kann. Der Personalvermittler stellt schließlich nur einen Erstkontakt her – überzeugen muss das Unternehmen anschließend selbst durch seine Konditionen. Doch das soll nicht die Problematik des Headhunters sein. Dieser sieht sich mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert: Während nämlich die Nachfrage auf der Kundenseite wächst, sinkt in den vom Fachkräftemangel betroffenen Branchen auch für ihn das Angebot. Personalvermittler haben also ebenfalls zunehmend Probleme damit, geeignete Kandidaten zu finden. Auch hier sind die Karteien im Bereich IT, Maschinenbau & Co meist von Leere gefüllt und es bedarf neuer Konzepte, um noch erfolgreich Personal vermitteln zu können. Wie können solche innovativen Strategien aussehen?

Soziale Netzwerke gewinnen an Bedeutung

Keine Frage, das Recruiting läuft heutzutage vor allem digital ab. Für Headhunter sind an dieser Stelle soziale Netzwerke von Interesse. Über XING oder LinkedIn lassen sich gezielt Personen mit einer speziellen Qualifikation finden und an- oder abwerben. Als „Active Sourcing“ wird diese Direktansprache von potenziellen Kandidaten bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine vergleichsweise zeitaufwändige Strategie. Früher mussten viele Personalvermittler nur in ihrer Kartei blättern und konnten dem Kunden prompt mehrere geeignete Bewerber präsentieren. Das „Active Sourcing“ über soziale Netzwerke erfordert hingegen eine individuelle Recherche für jeden Auftrag. Die potenziellen Kandidaten müssen anschließend kontaktiert, informiert und auf das Angebot neugierig gemacht werden. Vor allem in einer bestehenden Anstellung ist das nicht immer eine einfache Aufgabe. Alles in allem ist das „Active Sourcing“ zwar erfolgversprechend, jedoch eher für hierarchisch höhergestellte Positionen zu empfehlen. Ansonsten steht der Aufwand meist in keiner Relation zur Provision.

Vermittlungsportale und Apps revolutionieren den Stellenmarkt

Soziale Netzwerke sind aber nicht die einzige innovative Entwicklung im Rahmen der Digitalisierung. Für Headhunter relevant ist auch der aktuelle Trend zu Vermittlungsportalen – seien sie über das World Wide Web oder mittels App abrufbar. Ähnlich wie bei der Partnersuche, werden auch hier passende Kandidaten für eine Suchanfrage vorgeschlagen. Der Vorteil liegt in der eigenständigen sowie freiwilligen Registrierung. Die angemeldeten Personen befinden sich also aktiv oder passiv auf Jobsuche. So sparen sich Headhunter eine Menge Zeit für die Überzeugungsarbeit. Allerdings herrscht auch in solchen Portalen oder Apps bei vielen Branchen ein Fachkräftemangel. Welche Variante steht also noch zur Verfügung, um dennoch die besten Bewerber zu finden?

Moderne „Talent Pools“ könnten die Lösung darstellen 

Möchte ein Headhunter mit der Zeit gehen und auch in Zukunft die besten Bewerber für seine Kunden rekrutieren, sollte er seine eingestaubte Kartei durch einen modernen „Talent Pool“ ersetzen. Dieser kann online oder offline als Datenbank geführt werden, wo Profile von Bewerbern, Freelancern oder Mitarbeitern gelistet sind. Ziel ist es also, möglichst viele Menschen mit ihren individuellen Qualifikationen zu erfassen und dadurch passgenau für jede zukünftige Suchanfrage geeignete Vorschläge zu erhalten. Ein solcher automatischer Profilabgleich erleichtert das „Active Sourcing“ und bietet den Headhuntern Flexibilität, sodass sie für jeden Kunden die passende Lösung offerieren können. Das bedeutet: Läuft die Suche nach einem internen Tech-Spezialisten noch ohne Erfolg, kann über den „Talent Pool“ vielleicht zumindest ein geeigneter Freelancer zur Überbrückung gefunden werden. Wie ein solcher „Talent Pool“ eines Personalvermittlers entsteht? Prinzipiell sind seiner Kreativität dabei keine Grenzen gesetzt: Online-Marketing, Messen, Netzwerktreffen, Webinare, Kongresse, soziale Netzwerke – überall können wichtige Kontakte geknüpft und Profile erfasst werden. Nur geht es hier eben nicht um einen speziellen Auftrag, sondern um sämtliche aktuelle sowie zukünftige Kundenanfragen. Ein „Talent Pool“ erhöht somit die Effizienz beim Headhunting um ein Vielfaches.

Welche weiteren innovativen Strategien für die Personalvermittlung kennen Sie? Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft im Headhunting aus?


Bildquelle: Rawpixel.com/Shutterstock