Bewerbung bei einem Headhunter – so funktioniert’s!

In der Kartei eines Headhunters gelistet zu sein, kann Ihnen attraktive Jobangebote einbringen. Dass so eine Initiativbewerbung möglich ist und wie sie aussehen muss, wissen allerdings nur die wenigsten.


Der Begriff „Headhunter“ klingt neumodisch und nach einer amerikanischen Erfindung. Tatsächlich waren diese bislang eher für die Rekrutierung von Führungspersonal verantwortlich. Doch mittlerweile etablieren sich auch immer mehr Personalberater für „normale“ Stellenausschreibungen. Im Zuge des Fachkräftemangels werden die Headhunter mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. In der Regel werden sie vom Arbeitgeber beauftragt. Haben sie einen passenden Kandidaten gefunden, zum Beispiel über ihre Kartei oder eine Online-Recherche (Xing, LinkedIn & Co), kontaktieren Sie diesen, um ihm ein Vorstellungsgespräch bei dem entsprechenden Unternehmen zu offerieren. So weit, so gut. Doch was, wenn Sie bislang nicht zu den Glücklichen gehören, welche von einem Headhunter kontaktiert wurden? Egal, ob Sie sich derzeit aktiv auf Jobsuche befinden oder nur rein theoretisch für eine berufliche Veränderung bereit wären: Sie können auch selbst die Initiative ergreifen und sich bei einem Headhunter bewerben. Schlimmstenfalls erhalten Sie eine Absage. Bestenfalls werden Sie in die Kartei aufgenommen und erhalten ab sofort in regelmäßigen Abständen attraktive Jobangebote, ganz ohne Bewerbung. Sie haben also nichts zu verlieren. Worauf warten Sie noch?

Initiativbewerbung beim Headhunter: Darauf müssen Sie achten

Prinzipiell handelt es sich bei der Bewerbung bei einem Headhunter um eine ganz normale Initiativbewerbung. Dennoch bringt sie einige Besonderheiten mit sich. Einerseits bewerben Sie sich nicht bei einem konkreten Unternehmen und andererseits gibt es wichtige Informationen, die in Ihrer Bewerbung beim Headhunter keinesfalls fehlen sollten. Wie genau so eine Initiativbewerbung aussieht, verraten wir Ihnen deshalb in folgender Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Erstellen Sie eine klassische Initiativbewerbung mit Anschreiben, Lebenslauf und Anlagen wie Arbeitszeugnissen.
  2. Schildern Sie im Anschreiben vor allem Ihre beruflichen Ambitionen und Ziele. Da Headhunter nach wie vor meist auf die Vermittlung von Fach- und Führungskräften spezialisiert sind, sollten Sie sich entsprechend präsentieren.
  3. Stichwort „Personal Branding“: Sie müssen noch keine namhafte Führungs- oder Fachkraft sein, um in die Kartei eines Headhunters aufgenommen zu werden. Sie sollten aber den klaren Willen zu einer steilen Karriere sowie die entsprechenden Qualifikationen erkennen lassen. Veröffentlichen Sie zum Beispiel einen Bewerberblog zu Ihrem Fachgebiet, um sich als Spezialist zu positionieren.
  4. Da Sie sich auf keine explizite Stelle bewerben, ist die wichtigste Frage des Headhunters: Für welche Position wären Sie geeignet? Definieren Sie so genau wie möglich, wer Sie sind, was Sie können, welche Stelle für Sie infrage kommt und welche nicht sowie welcher Ihr nächster Karriereschritt sein soll. Je klarer Ihr Profil ist, umso passgenauer kann der Headhunter Stellenangebote für Sie finden.
  5. Nennen Sie unbedingt die Kündigungsfrist Ihres aktuell bestehenden Arbeitsvertrages, zum Beispiel im Anschreiben oder als PS in Ihrem Bewerbungsschreiben.
  6. Bringen Sie Ihr Online-Profil auf Vordermann, zum Beispiel auf Xing, LinkedIn, Facebook oder Twitter.
  7. Nutzen Sie als Wiedererkennungsmerkmal auf Ihren Online-Präsenzen dasselbe professionelle sowie aktuelle Foto wie in Ihren Bewerbungsunterlagen auch.

Achtung: Nicht jeder Headhunter ist für Sie geeignet

Doch nicht nur die Gestaltung Ihrer Bewerbung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Sie müssen zudem den richtigen Headhunter auswählen. Die meisten Personalberater sind nämlich auf Branchen beziehungsweise Positionen spezialisiert. Sie arbeiten oft langfristig mit den Unternehmen zusammen und werden immer wieder mit der Personalsuche in demselben oder ähnlichen Bereich beauftragt. Sie sparen sich daher viel Zeit, Mühe und Absagen, wenn Sie Ihre Initiativbewerbung von Vornherein nur an geeignete Headhunter senden. Recherchieren Sie dafür vorab im Internet oder rufen Sie einfach kurz an, um sich nach der Spezialisierung des Personalberaters beziehungsweise seiner Agentur zu erkundigen. Wurden Sie einmal in die Kartei aufgenommen, erhalten Sie manchmal in kürzester Zeit mehrere attraktive Jobangebote – manchmal flattert aber auch erst eines nach einem Monat herein, nach einem Jahr, oder nie. Für die aktive Jobsuche ist die Bewerbung bei einem Headhunter deshalb höchstens als Ergänzung geeignet. Wer jedoch langfristig neue Chancen sucht und sich beruflich weiterentwickeln möchte, kann von der Listung in einer oder mehreren Karteien nur profitieren.

Welche weiteren Tipps können Sie unseren Lesern für die Bewerbung bei einem Headhunter mitgeben? Und haben Sie vielleicht selbst schon einmal ein Jobangebot direkt vom Personalberater erhalten? Waren Sie in dessen Kartei gelistet oder kam das Angebot völlig überraschend? Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte in den Kommentaren!


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