Bilder in Stellenanzeigen: Ja gern – aber SO bitte nicht!

Bilder wecken nicht nur Interesse, sondern auch Emotionen. Damit eignen sie sich hervorragend für die Gestaltung von Stellenanzeigen. Es gibt dabei aber auch ein paar No-Gos.

Die klassische Stellenanzeige ist trotz Social Media und Active Sourcing so beliebt wie eh und je. Trotzdem kann sie in einigen (um nicht zu sagen: den meisten) Fällen durchaus ein kleines Make-Over vertragen. Das Hauptproblem: Viel zu viel Text, der den Leser weder informiert noch fesselt, sondern allenfalls abschreckt. Wer die Aufmerksamkeit der potentiellen Bewerber nicht nur wecken, sondern auch langfristig aufrecht erhalten will, der sollte bei der Gestaltung von Stellenanzeigen immer auch auf den Einsatz von Fotos setzen. Doch Vorsicht: Bild ist nicht gleich Bild.

Stock-Fotos, mit dem Smartphone oder Business-Fotos vom Profi?

Wenn Sie beabsichtigen, die kommenden Stellenanzeigen mit Bildmaterial aufzupeppen, dann sollten Sie sich natürlich zunächst einmal fragen, woher Sie dieses bekommen. Grundsätzlich gibt es drei Varianten:

  • Sie verwenden Stock-Fotos (kostenfrei oder kostenpflichtig)
  • Sie machen selbst Bilder mit dem Smartphone oder einer Kamera
  • Sie beauftragen einen Fotografen, professionelle Businessfotos aufzunehmen (oder bedienen sich an bereits existierenden Fotos aus dem Archiv)

Grundsätzlich ist die Variante, individuelle Bilder vom Fotografen aufnehmen zu lassen, die beste. Dann sind die Fotos nämlich nicht nur einzigartig und hochwertig, sondern spiegeln auch tatsächlich die Atmosphäre in Ihrem Unternehmen wieder.

Stock-Fotos von Plattformen wie Unsplash, Pixabay oder Fotolia wirken hingegen schnell sehr steif, gestellt und manchmal auch (unfreiwillig) komisch, wie dieses Beispiel zeigt:

? Unser Kunde ist ein Verbund von Kinderwunschzentren in Europa, mit mehreren Standorten in Österreich ?? , führend in der Reproduktionsmedizin, mit dem Ziel als medizinischer Vorreiter mehr Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch zu helfen und die Marktposition auszubauen. ____________ ? Wir suchen einen FACHARZT (m/w) für FRAUENHEILKUNDE UND GEBURTSHILFE mit Erfahrung / Interesse an Reproduktionsmedizin – reiner Tagdienst ____________ ? Geboten wird: kollegiales und kooperatives Team für junge FÄ: Möglichkeit, die Reproduktionsmedizin umfassend kennen zu lernen für erfahrene FÄ: je nach Eignung, Interesse und Verfügbarkeit: stv. Leitung sehr gute Vernetzung und Forschungsaustausch innerhalb der Zentren leistungsgerechte Bezahlung – frei nach Vereinbarung – mit marktadäquater Überzahlung unbefristeter Dienstvertrag, Fort- und Weiterbildung fixe Tätigkeit an einem Ort, Teilzeit möglich Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen umliegend vorhanden Tätigkeit kann gerne mit anderen Fachgebieten der Gynäkologie und Geburtshilfe verknüpft werden (Zweitanstellung in einer Klinik / Wahlarztpraxis) Erwünscht ist eine 1-2-tägige Hospitation zum Kennenlernen ____________ ? Sie haben Interesse? Den Link zur Stelle mit allen Details finden Sie in der Bio ⬆⬆ #arzt #medizin #stellenangebot #ärztevermittlung #facharzt #gynäkologie #reproduktionsmedizin #kinderwunschklinik #stellenvermittlung #frauenheilkunde

Ein Beitrag geteilt von Peter Grill Ärztevermittlung (@petergrill_aerztevermittlung) am Apr 25, 2018 um 4:33 PDT

Wenn schon Stock-Fotos, dann bitte möglichst authentisch. Dieses Bild zeigt, wie es funktionieren kann:

? Unser Kunde ist ein Verbund von Kinderwunschzentren in Europa, mit mehreren Standorten in Österreich ?? , führend in der Reproduktionsmedizin, mit dem Ziel als medizinischer Vorreiter mehr Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch zu helfen und die Marktposition auszubauen. ____________ ? Wir suchen einen FACHARZT (m/w) für FRAUENHEILKUNDE UND GEBURTSHILFE mit Erfahrung / Interesse an Reproduktionsmedizin – reiner Tagdienst ____________ ? Geboten wird: kollegiales und kooperatives Team für junge FÄ: Möglichkeit, die Reproduktionsmedizin umfassend kennen zu lernen für erfahrene FÄ: je nach Eignung, Interesse und Verfügbarkeit: stv. Leitung sehr gute Vernetzung und Forschungsaustausch innerhalb der Zentren leistungsgerechte Bezahlung – frei nach Vereinbarung – mit marktadäquater Überzahlung unbefristeter Dienstvertrag, Fort- und Weiterbildung fixe Tätigkeit an einem Ort, Teilzeit möglich Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen umliegend vorhanden Tätigkeit kann gerne mit anderen Fachgebieten der Gynäkologie und Geburtshilfe verknüpft werden (Zweitanstellung in einer Klinik / Wahlarztpraxis) Erwünscht ist eine 1-2-tägige Hospitation zum Kennenlernen ____________ ? Sie haben Interesse? Den Link zur Stelle mit allen Details finden Sie in der Bio ⬆⬆ #arzt #medizin #stellenangebot #ärztevermittlung #facharzt #gynäkologie #reproduktionsmedizin #kinderwunschklinik #stellenvermittlung #frauenheilkunde

Ein Beitrag geteilt von Peter Grill Ärztevermittlung (@petergrill_aerztevermittlung) am Apr 25, 2018 um 4:33 PDT

 

Die dritte Variante – das eigens aufgenommene Smartphone-Fotos – ist immer dann in Ordnung, wenn eine gewisse Qualität garantiert werden kann. Beim Fotografieren von Menschen werden Sie schnell an Ihre Grenze stoßen, doch wenn Ihnen beispielsweise ein Bild von Fingern auf einer Tastatur genügt, können Sie sich durchaus auch selbst an diese Aufgabe wagen.

Vorsicht vor zu viel Abstraktion

Wenn Menschen in Stellenanzeigen abgebildet werden, weckt das zwar am meisten Aufmerksamkeit, doch können Sie natürlich auch immer andere Optionen ausprobieren. Bei der Darstellung von (abstrahierten) Gegenständen gilt jedoch äußerste Vorsicht. Oder können Sie sagen, was dieses Bild ausdrücken will?

Dass eine Stellenausschreibung auch ohne menschliche Gesichter funktionieren und Emotionen hervorrufen kann, stellt dieses Foto unter Beweis:

Die Sache mit den Händen…

Bleiben wir noch kurz beim Motiv Hand. Dieses wird in der Tat ausgesprochen gern bei der Gestaltung von Stellenanzeigen verwendet – wahrscheinlich, weil es ein passendes Symbol für die „Hands on-Mentalität“ ist. Doch auch hier kann wieder gesagt werden, dass nicht jeder Versuch (und sei er auch noch so gut gemeint) erfolgversprechend ist.

Wir beginnen wieder mit einem Negativ-Beispiel:

Die „I want you“-Pose mag zwar noch immer weit verbreitet sein, doch mal ehrlich: Innovativ geht anders. Wenn Sie gern Hände in Ihrer Stellenausschreibung darstellen wollen, dann vielleicht eher so:

Die (richtige) Darstellung vom zukünftigen Arbeitsplatz

Ein kleiner Einblick in das, was den Bewerber vielleicht zukünftig erwartet, kann durchaus das Interesse eines Kandidaten wecken und „Lust auf mehr“ machen. Doch auch hier lauern wieder eine ganze Reihe von Fallstricken, die das Recruiting maßgeblich behindern können.

Ein solcher „Ausblick“ in die berufliche Zukunft ist zum Beispiel alles andere als ein Anlass zur Freude:

++++ STELLENAUSSCHREIBUNG++++ Liebe Freunde der Kunsthalle, die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden besetzt zum 1. September 2018 ein wissenschaftliches Volontariat. Wir bieten Dir umfassende Einblicke in alle Aufgabenbereiche eines zeitgenössischen Ausstellungshauses. Du arbeitest als integraler Bestandteil des kuratorischen Teams, die Schwerpunkte Deiner Tätigkeit liegen in der Recherche und Organisation von Ausstellungen der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Das beinhaltet organisatorische Aufgaben, das Erstellen von Leihanfragen und Leihverträgen für Kunstwerke, das Verfassen von Texten sowie Kunstvermittlung durch Führungen, Filmabende und Diskussionsrunden. Es besteht zudem die Möglichkeit, im Laufe des Volontariats eigene Ausstellungen mit junger Kunst im Studioraum 45cbm in der Kunsthalle zu kuratieren. Alles weitere findest Du auf unserer Homepage: http://www.kunsthalle-baden-baden.de/ #job #jobvacancy #museumjobs #jobs #jobsearch #stellenangebot #stellenangebote #bepartoftheteam

Ein Beitrag geteilt von Kunsthalle Baden-Baden (@kunsthallebad) am Apr 20, 2018 um 1:02 PDT

Zum Vergleich: Ein Foto wie dieses motiviert doch gleich viel mehr dazu, sich auf die Stelle zu bewerben.

#zahnarztpraxis #zmp #zfa #stellenangebot #bonn

Ein Beitrag geteilt von Praxis Dr. Lee (@praxis.drlee) am Apr 16, 2018 um 12:51 PDT

Was ist mit „lustigen“ Fotos in Stellenanzeigen?

Menschen, die witzige Grimassen ziehen, Tiere in absurden Situationen und allerlei anderer Schabernack können immer wieder in Kombination mit seriösen Stellenausschreibungen entdeckt werden.

Zugegeben, Sie erfüllen ihren Zweck – nämlich Aufmerksamkeit erregen – und sind deswegen vermutlich nicht die schlechteste Bilderwahl. Doch Hand aufs Herz: Wollen Sie Ihr Unternehmen wirklich auf diese Weise nach außen repräsentieren?

Wie mit Geld?Chance=Ergreifen

Ein Beitrag geteilt von akutmed_nuernberg (@akutmed_nuernberg) am Apr 25, 2018 um 2:04 PDT

Bedenken Sie immer, dass Humor Geschmackssache ist und Sie dementsprechend nie alle mit solchen Fotos „abholen“ werden. Im schlimmsten Fall verprellen Sie die Bewerber, die ein echtes Potential mitbringen, sogar noch.

Dass „humorvoll“ auch ganz anders funktionieren kann, beweist diese Stellenausschreibung eindrucksvoll:

Es gibt unzählige Möglichkeiten, eine Stellenanzeige durch Fotos aufzuwerten. Seien Sie sich dessen bewusst, dass nicht jedes Bild automatisch auch die Reaktionen auslöst, die Sie sich davon erhoffen. Bei der Auswahl sollten Sie dementsprechend Vorsicht walten lassen.


Bildquelle: ProStockStudio/Shutterstock