Checkliste: Dos und Don’ts für eine Karriereseite, die Bewerber begeistert

So sollten HR-Mitarbeitende eine Karriereseite konzipieren, um die passenden Bewerber zu erreichen, zu begeistern und zur Aktion – sprich Einsendung ihrer Unterlagen – anzuregen.

Zwei Entwicklungen sind aktuell schuld daran, dass das Recruiting grundlegend umgewälzt wird. Dies ist einerseits der Fachkräftemangel, welcher es für Arbeitgeber immer schwieriger macht, noch ausreichend qualifizierte Mitarbeiter für ihr Unternehmen zu finden und langfristig binden zu können. Andererseits handelt es sich um die Digitalisierung, welche den Bewerbungsprozess grundlegend neu gestaltet und dadurch die eine oder andere Herausforderung für Recruiter mit sich bringt. Früher wurden Stellenausschreibungen mit hoher Erfolgsquote in Printmedien wie Tageszeitungen veröffentlicht. Aufgrund der hohen Zahl an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt flatterten anschließend dutzende bis hunderte Bewerbungen ins Haus und es stellte kein tiefergehendes Problem dar, einen passenden Kandidaten zu rekrutieren. Mittlerweile ist der Stellenmarkt zu großen Teilen ins World Wide Web abgewandert, auf Stellenbörsen, Jobportale und soziale Netzwerke zum Beispiel. Doch auch die hauseigenen Karriereseiten der Unternehmen spielen eine immer wichtigere Rolle. Sie dienen nämlich nicht nur der Veröffentlichung von aktuellen Stellenanzeigen und der Entgegennahme von elektronischen Bewerbungen, sondern auch dem Employer Branding.

Definition: Was bedeutet Employer Branding und was hat das mit der Karriereseite zu tun?

Beim sogenannten Employer Branding geht es um die Bildung, Pflege und den Aufbau einer Arbeitgebermarke. Es geht darum, sich gegenüber potenziellen Mitarbeitern als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und sich damit auf dem Arbeitsmarkt gegenüber der Konkurrenz vorteilhaft zu positionieren. Kurz gesagt: In Zeiten des Fachkräftemangels soll bei der begehrten Mangelware „Arbeitskraft“ der Wunsch geweckt werden, genau bei Ihnen als Arbeitgeber tätig zu werden. Die Gründe hierfür und damit Bestandteile der Employer Branding Strategie können zum Beispiel flexible Arbeitszeiten und -modelle, eine sinnhafte Tätigkeit oder auch eine außergewöhnlich gute Arbeitsatmosphäre, besondere Büroräumlichkeiten & Co sein. Es geht also darum, die Alleinstellungsmerkmale eines Arbeitgebers zu identifizieren und angemessen zu kommunizieren. Demnach spielt jede Kommunikation mit der Öffentlichkeit eine Rolle bezüglich des Employer Brandings, sei es in sozialen Netzwerken, auf der Homepage oder eben auch auf einer speziellen Karriereseite.

Dos: Wie sieht eine für Bewerber ansprechende Karriereseite aus?

Das Zwischenfazit lautet also: Das Employer Branding spielt für die richtige Gestaltung der Karriereseite eine tragende Rolle – und diese wiederum ist heutzutage in Zeiten der Digitalisierung und des Fachkräftemangels unerlässlich, um Mitarbeiter rekrutieren sowie langfristig binden zu können und damit auch in Zukunft den Erfolg eines Unternehmens zu sichern. Was also sollten Sie bei der Gestaltung Ihrer Karriereseite beachten, um die richtigen Kandidaten anzulocken und vor allem auch zu überzeugen?

  • Corporate Design: Auch auf der Karriereseite muss die Corporate Identity klar ersichtlich sein. Einen großen Teil trägt dazu das Corporate Design bei. Obwohl es sich um eine eigene Webseite handelt, sollte sie unverkennbar dem Unternehmen zugeordnet werden können: Logo, Farbgebung & Co müssen also mit den anderen Webauftritten übereinstimmen, zum Beispiel der Homepage oder den Social Media Profilen.
  • Wording: Zur CI gehört natürlich auch das Wording. Wenn Sie sich als hippes und modernes Unternehmen präsentieren, sollte Ihre Stellenausschreibung nicht altbacken und langweilig klingen. Dennoch ist auch hier natürlich die Brücke zum allgemeinen Employer Branding zu schlagen. Das Wording muss sich wie ein roter Faden durch alles ziehen, was der potenzielle Bewerber von der Arbeitgebermarke sieht, liest und hört.
  • Call-to-Action: Schlussendlich ist das Ziel Ihrer Karriereseite, den Leser zu einer Bewerbung zu bewegen. Gehen Sie also nach dem AIDA-Konzept vor und legen Sie den Fokus auf einen starken Call-to-Action, um den passiven Leser zu einem aktiven Bewerber zu machen.

Don’ts: No-Gos, die Sie auf Ihrer Karriereseite unbedingt vermeiden sollten

Mit folgenden Fehlern vergraulen Sie potenzielle Bewerber stattdessen von Ihrer Karriereseite: Vermeiden Sie also…

  • …Ihre Karriereseite nicht oder falsch zu verlinken, sodass sie für den Interessenten nicht aufrufbar beziehungsweise schwer zu finden ist. Je länger dessen Suche dauert, umso höher ist das Risiko, dass er stattdessen zur Karriereseite der Konkurrenz wechselt.
  • …die Karriereseite nicht für Mobilgeräte zu optimieren. Lange Ladezeiten, verzerrte Darstellungen oder eine schlechte Usability werfen ein schlechtes Licht auf Ihr Employer Branding und lassen Sie wenig modern wirken.
  • …automatische Downloads, denn viele User werden ein mobiles Endgerät nutzen und haben nur wenig Interesse daran, ein PDF oder sonstiges Format zu öffnen.
  • …eine schlechte Funktionalität bei der Dateneingabe. Möchte ein Interessent seine Bewerbung einschicken, wird er es vielleicht ein zweites Mal versuchen, nicht aber ein drittes Mal. Echte No-Gos sind daher komplizierte Formular, fehlerhafte „Bewerben“-Buttons oder das automatische Löschen von Informationen in den entsprechenden Feldern.

Welche weiteren guten oder schlechten Beispiele von Karriereseiten kennen Sie? Worauf müssen Recruiter Ihrer Erfahrung nach noch achten? Vielen Dank für Ihre Kommentare!


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