Darauf achten Personaler im Lebenslauf – in nur 6 Sekunden

Eine aktuelle Studie fand heraus, dass Personaler in nur sechs Sekunden einen Lebenslauf scannen und eine Vorentscheidung treffen. Wir verraten Ihnen, worauf diese achten.

Zugegeben, der Bewerbungsprozess ist oftmals aufwändig sowie frustrierend. Sie sitzen stunden-, tage- bis wochenlang an einer Bewerbung, erstellen einen Lebenslauf mit schön erkennbarem roten Faden und verpassen Ihren Unterlagen ein hippes Design. Ihr Bewerbungsbild wirkt sympathisch, Ihr Anschreiben ist gut gegliedert und alles in allem würden Sie sich selbst sofort einstellen. Dennoch hagelt es eine Absage nach der anderen. Woran könnte das liegen? Eine aktuelle Studie aus dem Hause „The Ladders“ mit dem Titel „Keeping an eye on recruiter behaviour“ kam nun zu der Erkenntnis, dass Personaler innerhalb der ersten sechs Sekunden, in welchen sie eine Bewerbung in den Händen halten, stets demselben Mechanismus beim Scannen des Lebenslaufes folgen. Diese sechs Sekunden reichen ihnen also aus, um sich einen ersten Überblick über den Bewerber zu verschaffen, die Unterlagen mit anderen Bewerbern zu vergleichen und eine Vorentscheidung zu treffen. Wenn Sie in diesen ersten sechs Sekunden überzeugen können, stehen Ihre Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch exzellent. Worauf also achten die Personaler?

Eye-Tracking: Wo sehen Personaler zuerst hin?

Verwendet wurde im Rahmen der Studie die Technologie namens Eye-Tracking beziehungsweise Gaze Tracking. So konnte mittels Spezialbrille exakt analysiert werden, wohin die Personaler wann sahen. Hierbei ließen sich überraschende Übereinstimmungen bei einem Großteil der 30 Probanden feststellen, welche über einen Zeitraum von zehn Wochen hinweg bei ihrer täglichen Arbeit begleitet und analysiert wurden. Zu Beginn gingen die Wissenschaftler von „The Ladders“ davon aus, dass ein Recruiter pro Bewerbung rund vier bis fünf Minuten investiert. Ein Irrtum, wie sich später herausstellen sollte. In Wahrheit sind nämlich nur sechs Sekunden entscheidend und diese „vergeudet“ der Personaler nicht etwa für das Anschreiben oder Ihr Bewerbungsfoto, sondern er greift direkt zum Lebenslauf. Mittels Eye-Tracking ließ sich hierbei feststellen, wohin der Personal zuerst sah. Da quasi alle professionell gestalteten Lebensläufe in etwa dieselbe Struktur aufweisen, ließ sich auch bei den Recruitern hierbei ein „Muster“ erkennen. So achteten rund 80 Prozent der Recruiter in den ersten sechs Sekunden auf:

  • Name
  • Position sowie Name des aktuellen Unternehmens
  • Frühere Positionen sowie Arbeitgeber
  • Dauer früherer Arbeitsverhältnisse, sprich Anfangs- und Enddatum
  • Dauer des aktuellen Arbeitsverhältnisses, sprich Anfangs- sowie eventuelles Enddatum
  • Ausbildung beziehungsweise Werdegang

Es handelt sich also tatsächlich um die „Klassiker“ der Informationen eines Lebenslaufes im Sinne der Fragen:

  • Wer bin ich?
  • Was kann ich?
  • Wo war ich und bin ich jetzt?
  • Wie kam ich dort hin?

Fakt ist: Durch einen klassisch gestalteten Lebenslauf mit übersichtlicher Gliederung und schneller Erkennbarkeit dieser wichtigsten Fakten können Sie im Bewerbungsprozess mit höherer Wahrscheinlichkeit überzeugen als durch allzu kreative Designs oder innovative Strukturierungen. Ihr Fokus sollte bei der Gestaltung Ihres Lebenslaufes stets auf einer übersichtlichen sowie ablenkungsfreien Struktur liegen – ohne Fotos, Schnörkel & Co.

Was folgt nach den ersten sechs Sekunden?

Dadurch haben Sie Ihre Chancen auf den Job nun zwar deutlich erhöht, doch ist Ihr Lebenslauf leider nur die halbe Miete. Gefällt dem Personaler in diesen ersten sechs Sekunden nicht, was er sieht, da Sie zum Beispiel immer nur kurz angestellt oder lange Zeit arbeitslos waren, wandert Ihre Bewerbung direkt auf den Ablagestapel. Konnten Sie hingegen überzeugen, so nimmt der Recruiter Ihre Unterlagen genauer unter die Lupe – und dazu gehören auch Anschreiben, Arbeitszeugnisse oder das Bewerbungsfoto. Unwichtig sind diese definitiv nicht. Zwar haben Sie auch dann noch eine Chance, wenn Sie in den ersten sechs Sekunden nicht überzeugen konnten, doch müssen Sie dadurch auf anderer Ebene herausragend sein, um diesen Fauxpas wieder auszugleichen. Werden Sie also nicht zu übermütig, wenn es bei Ihrer Bewerbung um die Themen „Kreativität“ und „aus der Masse herausstechen“ geht. Manchmal ist klassisch eben doch die bessere Alternative – und das trifft auf die Struktur Ihres Lebenslaufes definitiv zu!

Können Sie diese These aus eigener Erfahrung bestätigen oder entkräftigen? Diskutieren Sie gerne mit uns in den Kommentaren!


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