Deutschland-Vergleich: Wenig Frauen in Chefetagen

Das Quotengesetz, das am 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist, soll Unternehmen in Deutschland dazu verpflichten, zunehmend Frauen in Führungspositionen einzusetzen. Doch eine aktuelle Studie belegt, dass Frauen in Chefpositionen weiter rar sind.


Trotz aller Bemühungen um einen höheren Anteil an Frauen in den Chefetagen sind weibliche Führungskräfte in öffentlichen Betrieben deutschlandweit noch immer deutlich unterrepräsentiert. Das geht aus einer Studie des Instituts für Public Management der Universität Leipzig hervor. Der deutschlandweite Vergleich von 69 Städten und 1.552 öffentlichen Unternehmen zeigt, dass im Gesamtdurchschnitt nur 15,7 Prozent der Top-Managementpositionen mit Frauen besetzt sind.

Am besten schnitten in dem Vergleich die Städte Gera mit 33,3 Prozent, Berlin mit 32,4 Prozent und Offenbach am Main mit 31,3 Prozent ab. Schlusslichter unter den Städten mit mehr als zehn öffentlichen Unternehmen sind Jena, Ludwigshafen, Trier und Völklingen, in denen jeweils gar keine Frauen in den Top-Managementpositionen vertreten sind. Im Bundesländervergleich liegt die Repräsentation von weiblichen Führungskräften in öffentlichen Betrieben etwa in Niedersachen (9,9 Prozent), Bayern (8,7 Prozent) und Rheinland-Pfalz (5,8 Prozent) deutlich niedriger als in Berlin (32,4 Prozent), Bremen (25,2 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (20,5 Prozent). Im Vergleich von Branchen sind beispielsweise in Stadtwerken und in der Abfall- und Entsorgungswirtschaft deutlich weniger Frauen in Führungspositionen zu finden als in den Branchen Gesundheit und Soziales sowie Krankenhäuser.

„Orientiert an den von der Politik formulierten Zielen, ist die Repräsentation von Frauen in den Top-Managementorganen als weiter gering einzuschätzen. Auffällig sind vor allem auch die substanziellen Repräsentationsunterschiede sowohl zwischen den Städten und Bundesländern als auch zwischen Branchen“, sagt Ulf Papenfuß, Leiter der Studie. Die Repräsentation in den Top-Managementorganen in kommunalen Unternehmen liegt ähnlich niedrig wie bei den Unternehmen des Bundes und der Bundesländer, die im Mai 2015 im sogenannten Public Women-on-Board-Index vom Verein Frauen in die Aufsichtsräte vorgelegt wurde, der von der Professur für Public Management der Universität Leipzig wissenschaftlich begleitet und vom Bundesministerium für Familie, Senioren Frauen und Jugend gefördert wird.


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