Diese Anforderungen haben Startups an ihre Mitarbeiter – Würden Sie ins Team passen?

In einem coolen und angesagten Startup arbeiten – für viele (junge) Erwerbstätige klingt das fast schon zu schön, um wahr zu sein. Was sich allerdings nur die wenigsten fragen: Bin ich einem solchen Arbeitsumfeld überhaupt gewachsen?


Locker, trendy, freundschaftlich – Das Image, das Startups als Arbeitgebern anheftet, ist in der Regel ausschließlich positiv. Die jungen, aufstrebenden Unternehmen, die in der Anfangszeit ein rasantes Wachstum hinlegen, mischen die Wirtschaft weiterhin auf und haben es längst geschafft, eine eigene Szene um sich zu etablieren. Vor allem junge Menschen, die kurz vor dem Berufseinstieg stehen, sind von der Welt der Startups fasziniert – und ziehen diese immer öfter den großen namhaften Konzernen vor, wenn es um den ersten Arbeitgeber geht. Doch was genau muss man eigentlich als potentieller Mitarbeiter in einem Startup mitbringen?

Flexibilität

Sie mögen es, wenn alles in geordneten Bahnen abläuft und wissen gern genau, was Sie erwartet? Dann sind Sie in der Startup-Szene leider falsch. Hier geht nichts ohne Flexibilität – und zwar in jeder Hinsicht.

Eigeninitiative

Startups suchen in aller Regel nach Machern, die nicht darauf warten, dass man Ihnen eine Aufgabe zuteilt, sondern die einfach loslegen. Wer also immer klare Anweisungen braucht und nur wenig (bis gar keine) Eigeninitiative an den Tag legt, wird schnell im Team untergehen und den Anschluss verlieren. Denn während Sie noch immer auf das klärende Meeting warten, heimsen die Kollegen längst das ganze Lob für ihre Arbeit ein.

Entscheidungsfreue

Viele Startups brüsten sich mit den teils extrem flachen Hierarchien im Unternehmen. Diese neuen Strukturen führen dazu, dass es dort keine steilen Machtgefälle mehr gibt, sondern jeder Mitarbeiter fast gleich viel Mitspracherecht hat. Das ist großartig und kann Ihnen dabei helfen, sich beruflich völlig frei zu entfalten – wenn Sie denn entscheidungsfreudig sind und sich auch einmal trauen, das Ruder in die Hand zu nehmen.

Risikobereitschaft

Eng mit der Entscheidungsfreude verbunden ist die Fähigkeit der Risikobereitschaft. Viel (aktiv genutztes) Mitspracherecht bedeutet nämlich immer auch, dass Sie unter Umständen den Kopf hinhalten müssen, wenn etwas nicht nach Plan abgelaufen ist. Fehler zu machen ist absolut menschlich und wer scheitert, ist nicht automatisch erfolglos. Sie sollten sich allerdings vor Augen führen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Fehltritts oder einer Fehlentscheidung in Startups weitaus größer ist als in klassischen Unternehmen mit steilen Hierarchien.

Teamgeist

Wenn viele Leute am Entscheidungsprozess beteiligt sind, ist es natürlich eine Grundvoraussetzung, dass alle im Team zusammenarbeiten. Alleingänge sind in Startups genauso fehl am Platze wie notorische Einzelgänger, die meinen, sich nicht in die Gruppe integrieren zu müssen. Hier werden Teamgeist und die soziale Interaktion großgeschrieben.

Innovation

Es gibt unzählige Startups – doch nur wenige überstehen die harte Anfangszeit. Die, die sich am Markt etablieren können, weisen meist eine ganz entscheidende Eigenschaft auf, die auch von jedem einzelnen Mitarbeiter gefordert wird: innovatives Denken. „Think outside the Box“ ist nur einer von vielen sinnbildlichen Sprüchen, die in der Startup-Szene gefeiert werden. Es geht darum, altbekannte Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen. Denn nur so schaffen es Startups, weiter als alle anderen zu denken und „The next big Thing“ zu erschaffen.

Info: Innovation ist übrigens nicht nur in klassischen Bereichen wie der Produktentwicklung gefragt. Auch das Marketing und der Vertrieb in Startups leben von innovativen Ideen, die zu einer klaren Abgrenzung von der Konkurrenz führen.

Fachliches Know-How

Dass Startup-Unternehmen ein Haufen junger Wilder sind, die gern etwas „reißen“ wollen, aber überhaupt nicht wissen, wie das geht, ist ein großer Irrglaube. Tatsache ist: Die meisten Teams zeichnen sich durch ein hohes fachliches Niveau aus und halten immer Ausschau nach weiteren geeigneten Mitgliedern. In diesem Zusammenhang hat sich in den letzten Jahren der Begriff Young Professionals etabliert – junge Erwerbstätige (häufig Berufseinsteiger), die bereits auf ein beachtliches Know-How zurückblicken können und ihren erfahrenen Kollegen in kaum etwas nachstehen.

Mehr Anforderungen als häufig gedacht

Wer glaubt, dass in Startups vorrangig gekickert und nur nebenbei ein kleines bisschen gearbeitet wird, der hat noch etwas Nachhilfeunterricht nötig. Hier wird – anders als häufig vermutet – einiges von den Mitarbeitern verlangt, und zwar sowohl im Hinblick auf die Hard als auch auf die Soft Skills. Wenn Sie also beabsichtigen, Ihre Karriere in die Startup-Szene zu verlagern oder diese dort zu beginnen, sollten Sie genau wissen, was auf Sie zukommt und was von Ihnen verlangt wird. Es wird auf jeden Fall kein Zuckerschlecken. (Aber gekickert wird häufig trotzdem.)


Bildquelle: Rawpixel.com/Shutterstock

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Jessika Fichtel

Jessika Fichtel

Als studierte Journalistin versteht es Jessika genau, Informationen und Hintergrundwissen auf den Punkt zu präsentieren. Die Erfurterin arbeitet als freiberufliche Online-Redakteurin und hat sich auf die Bereiche Job und Karriere spezialisiert. Ihr Steckenpferd ist das Thema „digitales Arbeiten“, denn damit setzt sich die Freelancerin tagtäglich auseinander.