Eingeladen beim Chef? Kleiner Anti-Fettnäpfchen-Knigge

Eine Einladung beim Chef? Welch eine Ehre! Die wird Ihnen in der Regel nur in einer entsprechenden Führungsposition oder im Rahmen einer Beförderung zuteil. Aber wie können Sie punkten?


Zugegeben, in Kleinbetrieben oder Familienunternehmen mag die Einladung beim Chef keine Besonderheit sein. Und je nach Branche geht es hierbei auch alles andere als steif zu. Je größer das Unternehmen allerdings ist, umso seltener wird so ein abendliches Zusammentreffen zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter. In der Regel erhalten nur Führungskräfte die begehrte Einladung zum Dinner oder aber Anwärter auf eine Beförderung. Klar, dass Sie dann punkten möchten. Aber in so einer „intimen“ Atmosphäre bleibt kein Fauxpas unbemerkt und Fettnäpfchen lauern leider an jeder Ecke. Wie also können Sie den Abend nicht nur überstehen, sondern mit Bravour meistern?

Dinner mit dem Chef – Was will er bloß von Ihnen?

Für den ein oder anderen unter Ihnen mag die Einladung zum Dinner beim Chef unvorhergesehen kommen. Nachdem Sie den ersten Schock überwunden haben, fragen sich dann viele Betroffene: Was möchte er beim Abendessen wohl mit mir besprechen? Gibt es gute Neuigkeiten? Oder droht hingegen die Kündigung? Wir verraten Ihnen: Weder noch! In der Regel dient das Dinner beim Chef lediglich dem näheren Kennenlernen in lockerer Atmosphäre. Je höher Ihre hierarchische Position im Unternehmen ist, umso wichtiger wird nämlich auch das Vertrauen zwischen Ihnen und der Unternehmensleitung. Vermutlich möchte Ihr Chef Sie lediglich „abscannen“ und als Person besser einschätzen. Die Einladung zum Chef ist also Kompliment und Prüfung zugleich. „Lockere“ Atmosphäre sollten Sie daher auf keinen Fall falsch verstehen!

Achtung Fettnäpfchen: Der Knigge für das Abendessen beim Chef

„Locker“ bedeutet nämlich nicht, dass Sie aus dem Nähkästchen plaudern und dem Chef Ihre intimsten Geheimnisse verraten sollten. Auch der rassistisch grenzwertige Witz ist ebenso unangemessen wie der zu tiefe Blick ins Glas. Da in der Regel auch die Lebenspartner/innen anwesend sein werden, gilt es ebenso weder einen Streit mit Ihrer Ehefrau vom Zaun zu brechen noch in einen Flirt mit der Gattin Ihres Gastgebers zu verfallen. Doch nicht nur die offensichtlichen Fettnäpfchen können den Abend ins Wanken bringen, auch folgende kleine aber feine Fehler gelten als echter Fauxpas:

  • Nach Feierabend brauchen Sie keine Businesskleidung? Von wegen! Tragen Sie auch zum Dinner beim Chef Ihre übliche Arbeits-Klamotte. Handelt es sich dabei um einen Anzug, dürfen Sie die Krawatte ausnahmsweise auch einmal zuhause lassen oder nach dem Essen ein wenig lockern. Als Dame setzen Sie am besten auf einen schicken Zweiteiler oder die schwarze Stoffhose mit schlichter sowie undurchsichtiger (!) Bluse.

Extra-Tipp: Sie müssen durchaus damit rechnen, dass der Gastgeber beziehungsweise die Gastgeberin Sie darum bitten, Ihre Schuhe auszuziehen. Bunte oder zwei verschiedene Socken sind beim Geschäftsessen beim Chef daher tabu.

  • Sie sind bei Ihrem Chef, also geht es um Geschäftliches, richtig? Falsch! Zumindest während des Essens ist die Arbeit ein Tabuthema. Wenn überhaupt, schneiden Sie geschäftsspezifische Themen erst nach dem Dessert an und auch nur (!), wenn der Chef damit beginnt. Sprechen Sie ansonsten lieber über das schöne Bild an der Wand, das köstliche Menü oder auch das Wetter.

Achtung: Nicht nur Business-Talk ist ein No-Go für das Abendessen beim Chef, sondern auch tiefgründige Diskussionen, Themen wie Religion oder Politik sowie Lästereien über Kollegen, Geschäftskunden & Co. Sollten Sie kein Gesprächsthema wissen, halten Sie sich einfach höflich zurück. Ihr Chef hat gewiss mehr Erfahrung mit solch abendlichen Zusammentreffen und wird das peinliche Schweigen schon füllen.

  • Last but not least: Haben Sie nicht etwas vergessen? Genau: das Gastgeschenk! Ein echter Fauxpas ist es, Ihrem Gastgeber sowie Ihrer Gastgeberin kein Präsent mitzubringen. Sie müssen sich hierfür nicht in Unkosten stürzen, doch kaufen Sie nicht die billigsten Pralinen, den billigsten Wein und die Blumen von der Tankstelle. Das würde dann doch einen eher fahlen Nachgeschmack hinterlassen.

Welche weiteren Fettnäpfchen lauern Ihrer Erfahrung nach beim abendlichen Essen mit dem Chef? Haben Sie Tipps für unsere Leser parat oder einfach lustige Anekdoten zum Schmunzeln? Wir freuen uns auf Ihren Beitrag in den Kommentaren!


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