Employer Branding: 5 Best Practise-Tipps für die praktische Umsetzung

Im oft erwähnten war of talents“ wird immer wieder gewarnt, dass Unternehmen nicht mehr darauf warten dürfen, dass die besten Kandidaten zu ihnen kommen. Man muss selbst aktiv werden – beispielsweise durch Employer Branding.

Employer Branding – also der Aufbau einer Arbeitgebermarke – gehört inzwischen zum guten Ton in der HR-Branche und sollte daher jedem ein Begriff sein. Nicht nur große Unternehmen, sondern auch immer mehr mittelständische und kleine erkennen, welches Potential sich dahinter verbirgt. Doch wie genau funktioniert Employer Branding eigentlich in der Praxis? Lesen Sie hier fünf Best Practise-Tipps, die Ihnen beim Aufbau einer Arbeitgebermarke behilflich sind.

Tipp #1: Einen klaren „USP“/Fokus definieren

„Hauptsache positiv, modern und so, dass die jungen Leute angesprochen werden.“

Wenn es ums Employer Branding geht, sind viele Unternehmen zu Beginn erst einmal orientierungslos. Die meisten HR-Mitarbeiter wissen zwar durchaus in groben Zügen, wohin die Reise gehen soll, vergessen dabei aber, das Ziel klar und unmissverständlich zu definieren.

Erfolgreiches Employer Branding muss zu jeder Zeit einen Fokus haben. Verabschieden Sie sich daher besser gleich von schwammigen Formulierungen und allgemeinen Zielen und fragen Sie sich stattdessen: Warum sollte jemand unbedingt bei uns arbeiten wollen?

Die Antwort auf diese Frage ist bestenfalls etwas, was Ihr Unternehmen einzigartig macht und von allen anderen unterscheidet. Bei diesem „USP“ (im übertragenen Sinne) kann es sich beispielsweise um grandiose social benefits, eine besondere Firmenkultur oder auch ein extrem modernes Arbeitsumfeld handeln. Was es auch ist, stellen Sie die Besonderheiten ins Zentrum von Ihrem Employer Branding und kommunizieren Sie dadurch nach außen, dass Ihr Unternehmen ein attraktiver Arbeitgeber ist.

Tipp #2: Nutzen Sie Arbeitgeber-Bewertungsportale aktiv

Erst vor kurzem haben wir hier auf dem Instaffo-Blog über Arbeitgeber-Bewertungspotale wie Kununu berichtet und Ihnen empfohlen, diese immer im Blick zu haben.

Die Gründe hierfür sind vielfältig, lassen sich aber letztlich alle auf das Oberthema Employer Branding reduzieren. Der Aufbau einer (positiven) Arbeitgebermarke über Kununu und Co. kann allerdings wirklich nur dann funktionieren, wenn Sie diese Plattformen aktiv bedienen und nicht sich selbst überlassen. Ist Letzteres der Fall, passiert es leider schnell, dass die negativen Stimmen überwiegen und ein schlechtes Licht auf den Arbeitgeber geworfen wird.

Tipp #3: Nutzen Sie das Content-Format Video

Employer Branding kann – ganz allgemein formuliert – als eine Art Mix aus Personalbeschaffung und Content Marketing verstanden werden. Die Zeiten, in denen ein „I want you!“ skandierender Uncle Sam potentielle Bewerber vom Hocker gerissen hat, sind längst vorbei. Wer heutzutage zukünftige Mitarbeiter erreichen will, setzt auf guten Content, der beispielsweise auf dem eigenen Unternehmensblog und in sozialen Medien verbreitet wird.

Neben Text und Bild spielt mittlerweile vor allem das Format Video eine entscheidende Rolle. Kanäle wie Youtube, Snapchat und die Instagram Stories werden mit Begeisterung (vor allem vom jungen Publikum) konsumiert und bieten somit ideale Chancen für das Employer Branding.

Wichtig beim Einsatz von Video-Content: Achten Sie auf Authentizität. Aalglatte Image-Filme, die strahlende „Mitarbeiter“ (also engagierte Models) zeigen, bieten zwar ein qualitativ hohes Niveau, bleiben aber nur selten langfristig im Gedächtnis.

Bieten Sie den Usern stattdessen Einblicke hinter die Kulissen des Unternehmens, nehmen Sie sie mit auf eine digitale Reise und versehen Sie das Ganze mit einem humorvollen Augenzwinkern. So funktioniert nachhaltiges Employer Branding – auch wenn die Beiträge (technisch betrachtet) nicht perfekt sind.

Tipp #4: Gestalten Sie Ihre Karriereseite kreativ

Eine Person, die darüber nachdenkt, sich bei Unternehmen XY zu bewerben, wird mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit zunächst einmal nach der Karriereseite der Firma suchen. Es ist also durchaus sinnvoll, auch hier diverse Employer Branding-Maßnahmen umzusetzen.

Während die meisten Unternehmen ihre Karriereseite noch immer ausschließlich nutzen, um offene Stellen zu präsentieren, erkennen die wenigsten die wahren Potentiale dieses Instruments. Wie wäre es beispielsweise, wenn Sie hier ein Video (siehe Tipp #3) einbinden, in dem verschiedene Mitarbeiter ihren Job erklären? Oder danke 360°-Aufnahme einen virtuellen Rundgang durch das Büro ermöglichen?

Grundsätzlich ist alles erlaubt, was dem Besucher der Seite zeigt: Das hier ist ein großartiger Arbeitgeber! Werden Sie also ruhig kreativ – oder holen Sie sich erst einmal etwas Inspiration. t3n hat in diesem Artikel elf „Karriereseiten in geil“ zusammengetragen.

Tipp #5: Zeigen Sie Persönlichkeit

Das Thema Authentizität wurde bereits im Zusammenhang mit Video-Content erwähnt. Da es so wichtig ist, soll es an dieser Stelle jedoch noch ein weiteres Mal aufgegriffen werden.

Employer Branding findet mittlerweile zu großen Teilen im social web statt. Auch wenn hier längst nicht alles der Realität entspricht, spielen Aspekte wie Persönlichkeit, Echtheit und Authentizität inzwischen wieder eine große Rolle. Das gilt nicht nur in der Welt der Blogger und Influencer, sondern kann auch auf das Employer Branding übertragen werden.


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