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Fachkräftemangel: 5 Mythen, die sich um das Thema ranken

Fachkräftemangel – ein scheinbar schnörkelloses Wort, das dennoch seit Jahren hohe Wellen schlägt. Existiert er wirklich? Welche Branche sind davon betroffen? Was ist Mythos und was Realität?

Der Fachkräftemangel schafft es immer mal wieder, hier auf dem Instaffoblog thematisiert zu werden. Mal nur am Rande, mal als Ursache diverser Probleme und mal als Beispiel für Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. In diesem Beitrag soll er jedoch die Hauptrolle spielen. Wir gehen der Frage nach, welche Mythen rund um den Fachkräftemangel der Wahrheit entsprechen und welche schlichtweg eine Überspitzung der aktuellen Situation darstellen.

Mythos #1: Deutschland hat einen Fachkräftemangel

Hat Deutschland einen (ernstzunehmenden) Fachkräftemangel? Eine interessante Frage, mit der sich die Bundesagentur für Arbeit erst vor kurzem intensiv auseinandergesetzt hat. Das Ergebnis ihrer sogenannten Engpassanalyse dürfte für den einen oder anderen überraschend sein:

Nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit gibt es keinen flächendeckenden Fachkräftemangel in Deutschland.“ (Quelle)

Mythos #2: Der Fachkräftemangel betrifft alle Branchen

Der Fachkräftemangel wird gern als eine Art Totschlagargument für alle möglichen Problematiken und Herausforderungen eingesetzt. Damit einhergehend ist es auch eine Selbstverständlichkeit, dass er in allen Branchen vorkommt und als übergreifendes Problem begriffen werden muss. Doch ist dem wirklich so?

Aus der Analyse der Bundesagentur für Arbeit, die wir bereits angesprochen haben, geht weiterhin hervor: „Es gibt (…) Engpässe in einzelnen technischen Berufsfeldern, Bauberufen sowie in einigen Gesundheits- und Pflegeberufen.“

Lese-Empfehlung: Die komplette Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit können Sie hier nachlesen.

Das heißt im Umkehrschluss: Nicht jede Branche ist automatisch vom Fachkräftemangel betroffen. Gerade in geisteswissenschaftlichen und Medienberufen ist die Zahl der Fachkräfte so hoch, dass keinesfalls von einem Mangel gesprochen werden kann.

Anders verhält es sich beispielsweise in den sogenannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Wer beispielsweise auf der Suche nach IT-Fachkräften ist, wird derzeit vor eine fast unlösbare Herausforderung gestellt. Auch Pflegepersonal wird händeringend gesucht.

Dennoch muss an dieser Stelle noch einmal betont werden, dass der Fachkräftemangel kein branchenübergreifendes Problem ist und – um es mit den Worten des Bundesagentur für Arbeit zu sagen – auch nicht flächendeckend auftritt.

Mythos #3: Der Grund für den Fachkräftemangel ist das deutsche Bildungssystem

Es wird immer einfacher, in Deutschland Abitur zu machen. Demnach ist es auch immer einfacher, ein Studium zu absolvieren und ohne Berufsausbildung auf den Arbeitsmarkt zu treten. Viele sehen hierin den (Haupt-)Grund für den Fachkräftemangel.

Die gesunkenen Anforderungen an Abiturienten und Hochschulabsolventen können durchaus als eine Ursache für den Fachkräftemangel genannt werden – sie sind allerdings keinesfalls die einzige. Hinzu kommen andere Aspekte wie der demografische Wandel, wirtschaftlicher Aufschwung und die sinkende Attraktivität diverser Ausbildungsberufe.

Mythos #4: Der Fachkräftemangel kostet Unternehmen viel Geld

Obwohl es kaum Mitarbeiter gibt, die eingestellt werden können, verschlingt der Fachkräftemangel Unmengen von Geld – so zumindest lautet ein Mythos, der so manche Personalabteilung in Lauerstellung versetzt.

Tatsächlich kann diese Aussage unter gewissen Gesichtspunkten bejaht werden. Schlüsselpositionen, die über einen längeren Zeitraum unbesetzt bleiben, verursachen in der Tat einen messbaren wirtschaftlichen Schaden, der mathematisch errechneter werden kann. Zudem kostet es Zeit und dadurch Geld, wenn die eigenen HR-Mitarbeiter lange aktiv nach Fachkräften suchen müssen.

Unser Tipp: Nutzen Sie unsere Reverse-Recruiting-Plattform Instaffo, um zeitsparend und effizient Kontakt zu qualifizierten Fachkräften aus der IT und anderen Branchen aufzunehmen.

Mythos #5: Deutsche Unternehmen haben kein Fachkräfte- sondern ein Attraktivitätsproblem

Egal ob Großkonzern oder KMU – keine Firma hört gern, dass sie keine Bewerber aufgrund mangelnder Attraktivität anspricht. Doch leider entspricht dieser Umstand häufig der Realität.

Wer junge, motivierte Fachkräfte ansprechen und diese langfristig an sein Unternehmen binden will, der muss aktiv werden und darf nicht immer alles auf einen eventuellen Mangel an qualifizierten Kandidaten schieben.

Um die Attraktivität eines Arbeitgebers zu steigern, helfen nicht nur angemessene Löhne, sondern auch andere Aspekte wie ein gutes Arbeitsklima, Social Benefits und die Bereitschaft, auf die individuellen Anforderungen des Mitarbeiters einzugehen.

Wie Sie sehen: Nicht alles, was über den Fachkräftemangel gesagt und geschrieben wird, entspricht automatisch der Wahrheit. Es lohnt sich wie immer, genau hinzuschauen und sich differenziert mit dem Thema auseinanderzusetzen.


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