Generationenkonflikt: Was wollen Generation Y, Z & Co wirklich im Job?

Alle Welt spricht von den großen Veränderungen, welche die Generation Y und Generation Z angeblich für die Arbeitswelt mitbringen.  Aber was wollen diese eigentlich wirklich und was ist nur ein Mythos?

Bei der Generation Y und Generation Z handelt es sich um die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, welche mit den digitalen Medien und dem Internet aufgewachsen sind. Sie werden deshalb auch als „Digital Natives“ bezeichnet. Dieser Einfluss sowie weitere Faktoren, beispielsweise der Wohlstand ihrer Eltern im Gegensatz zu den Nachkriegsgenerationen, haben dazu geführt, dass die Generationen Y und Z deutlich „anders“ sind als ihre Vorgängergenerationen, beispielsweise die Babyboomers oder die Generation X.

Selbstbewusst, freiheitsliebend, anspruchsvoll?

Aus Arbeitgebersicht werden diese jungen Berufseinsteiger beziehungsweise die Fachkräfte der Zukunft als „schwierig“ wahrgenommen. Sie sind in der Regel behütet sowie im Wohlstand aufgewachsen und wurden mit dem Glauben erzogen, ihnen stehe die ganze Welt offen. Sie verfügen über ein hohes Selbstbewusstsein und da sie niemals mit Armut in Berührung gekommen sind, spielen Geld und auch die Arbeit an sich in ihrem Leben meist nur eine untergeordnete Rolle. Geld wird stattdessen als selbstverständlich vorausgesetzt – eine entsprechend hohe Bildung ist schließlich vorhanden. Während der Job also zur Nebensache wird, legen die Generation Y und Z vor allem Wert auf ihre persönliche Freiheit. Sie streben nach Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und einem Sinn im Leben. Dies wünschen sie sich auch von ihrer Arbeitsstelle und wenn sie darin ihre „Bestimmung“ nicht finden, wird der Job ohne mit der Wimper zu zucken gewechselt. So lautet zumindest die Theorie, welche über die Generation Y und Generation Z derzeit in den Medien propagiert wird. Aber stimmt diese überhaupt? Und lassen sich die beiden Generationen wirklich über einen Kamm scheren?

Global Generational Lifestyles: Was wollen die Generationen wirklich?

Mit diesen und ähnlichen Fragen hat sich die „Global Generational Lifestyles“ Studie auseinandergesetzt. An dieser weltweiten Auswertung nahmen insgesamt 30.000 Menschen teil, welche je nach Alter in folgende fünf Kategorien eingeteilt wurden:

  1. Generation Z (15 bis 20 Jahre)
  2. Generation Y (21 bis 34 Jahre)
  3. Generation X (35 bis 49 Jahre)
  4. Babyboomers (50 bis 64 Jahre)
  5. Silent Generation (65+ Jahre)

Die Ergebnisse der Studie sind teilweise durchaus erstaunlich und widersprüchlich zu so manch verbreitetem Vorurteil. Sie lauten beispielsweise:

  • Die Generation Y und Z leben traditioneller als es ihr Ruf vermuten ließe. Sie wünschen sich größtenteils – ebenso wie ihre Vorgängergenerationen – eine stabile Familie mit Ehepartner/in und Kindern sowie einem Eigenheim.
  • Mehr als 36 Prozent der Generation Y und Z streben nach Geld. Die Finanzen spielen demnach eine größere Rolle im Leben der jungen Generationen als gedacht. Sie stehen sogar noch über dem Wunsch nach einer Karriere oder nach Zeit mit der Familie. Dies kann allerdings auch am geringen Lebensalter der Probanden liegen, sprich daran, dass sie größtenteils noch keine eigene Familie gegründet haben. Wie sich die Prioritäten in Zukunft verlagern werden, bleibt deshalb spannend.
  • Die Generation Y ist alles in allem mit ihrem aktuellen Job zwar zufrieden, dennoch aber im Vergleich unzufriedener als die Generation X und die Babyboomers in ihrer Anstellung. In den „hohen Ansprüchen“ der jungen Generationen könnte aus Arbeitgebersicht also durchaus ein wahrer Kern stecken.

Auch weitere „Vorurteile“ wurden durch die Studie bestätigt. Die Generation Y weist beispielsweise eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit auf, einen Job nach zwei Jahren zu wechseln, als noch die Babyboomers oder Generation X. Zudem sind die jungen Generationen umfassend digital vernetzt und unzufriedener mit der Bezahlung in ihrer aktuellen Anstellung sind sie gegenüber den älteren Generationen auch. Da es sich allerdings größtenteils noch um Berufseinsteiger handelt, ist dieser Fakt wenig überraschend. Alles in allem bieten die Studienergebnisse spannende Anhaltspunkte, um die Sache mit der Generation Y und Generation Z ein wenig differenzierter zu betrachten. Identisch sind diese nämlich nicht. Die Unterschiede zwischen den beiden sowie zu den vorherigen Generationen halten sich aber im Großen und Ganzen in Grenzen. Ein wenig scheint es sich bei der „Problematik Generation Y und Z“ also um Panikmache zu handeln, die auch durch den Fachkräftemangel begründet wird.

Oder was denken Sie? Welche Vorurteile über die Generation Y oder die Generation Z halten Sie für wahr? Und welche nicht? Weshalb?


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