Generationskonflikt: So arbeiten ältere und junge Kollegen produktiv miteinander

Die Generation Y erobert gerade den Arbeitsmarkt und vor allem die sogenannten Young Professionals unter ihnen werden von Unternehmen hart umworben. Für viele ältere Mitarbeiter bringt das reichlich Konfliktpotential mit sich.

Vielfalt – neudeutsch auch gern Diversity genannt – sorgt dafür, dass in einem Unternehmen produktiver gearbeitet wird. Zu diesem Ergebnis kamen unterschiedliche Studien. Der große Vorteil der Vielfalt: Man kann voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen. Doch hin und wieder kommt es in heterogenen Gruppen auch zu Konflikten – beispielsweise dann, wenn unterschiedliche Generationen aufeinandertreffen und miteinander arbeiten sollen. Lesen Sie in diesem Artikel, was die Gründe dafür sind und wie man mit dem Generationenkonflikt im Büro am besten umgeht.

Das Mehrgenerationen-Büro

In nahezu allen Unternehmen – ausgenommen Startups, die von Haus aus auf ein junges Team setzen – ist es völlig normal, dass ältere und jüngere Kollegen zusammenarbeiten. Erfahrung trifft auf frischen Wind, traditionelle Sichtweisen auf neues Denken. So weit, so unproblematisch.

Doch gerade diese Gegensätzlichkeit, die (zumindest in der Theorie) viele neue Ansätze und Ideen hervorbringen kann, ist häufig der Auslöser für Konflikte. Die beiden Hauptgründe hierfür: Mangelhafte Kommunikation und unterschiedliche Arbeitsmoral.

Klassische Streitthemen der Generationen

Während Vertreter der Generation Y großen Wert auf Flexibilität, Selbstverwirklichung und eine Work-Life-Integration legen, sind die sogenannten Babyboomer froh, wenn sie Arbeits- und Privatleben möglichst klar voneinander trennen können. Diese unterschiedlichen Auffassungen vom erfüllten Arbeitsalltag summieren sich mit weiteren Faktoren wie Erfahrungswerten und Technikverständnis zu einem explosiven Konflikt-Cocktail.

Klassische Auslöser für Streitigkeiten zwischen den Generationen sind beispielsweise:

  • generelle Ansichten beim Treffen einer Entscheidung
  • kreative Entstehungsprozesse
  • theoretische Herangehensweise an ein Problem
  • praktische Umsetzung einer Idee
  • Vorgesetzter ist deutlich jünger
  • zwischenmenschliche Interaktion

Vorurteile und Klischees befeuern den Generationenkonflikt im Büro zusätzlich

Eines weiteres Problem im Hinblick auf den Generationenkonflikt im Büro ist das teils stark ausgeprägte Schubladendenken vieler Kollegen.

Während junge Mitarbeiter häufig als übereifrige Jungspunde, die sich erst einmal die Hörner abstoßen müssen, eingestuft werden, gelten ältere schnell als unflexibel, festgefahren und wenig kompromissbereit. Hinzu kommt die feste Überzeugung, dass die jeweils andere Generation faul ist und man selbst allein die ganze Arbeit übernimmt.

Solche Klischees und Vorurteile sind natürlich alles andere als förderlich. Sie befeuern den Konflikt zusätzlich und sorgen dafür, dass sich die Generationen noch weiter voneinander entfernen.

Die 7 goldenen Regeln für die produktive Zusammenarbeit zwischen Alt und Jung

Selbstverständlich ist es keinesfalls unmöglich, dass ältere und junge Kollegen produktiv zusammenarbeiten. Damit der Generationenkonflikt im Büro überwunden wird, ist es wichtig, dass sich alle Beteiligten an ein paar grundlegende Regeln halten:

  • Reden Sie miteinander. Ohne Kommunikation kann ein Konflikt – egal welcher Art – nicht beigelegt werden. Damit Jung und Alt ergebnisorientiert miteinander arbeiten können, müssen die Generationen miteinander (und nicht immer nur übereinander) reden. Auf diese Weise lernt man sich nicht nur besser kennen, sondern hat auch die Chance, Vorurteile abzubauen und Missverständnisse aus der Welt zu schaffen.
  • Akzeptieren Sie andere Ansichten. Jede Generation hat ihre eigenen Moralvorstellungen, Wünsche und Ansprüche – und das ist auch gut so! Um dennoch als Team zu funktionieren, ist es wichtig, die Ansichten der anderen zu akzeptieren. Eine „Missionierung“ wäre bloß Zeitverschwendung.
  • Versuchen Sie, die Einstellung Ihres Gegenüber nachzuvollziehen. Ja, das ist in vielen Fällen schwer – aber es ist möglich. Denken Sie immer daran, dass niemand von Ihnen verlangt, die Einstellung gut zu finden oder sogar selbst zu übernehmen. Sie sollen lediglich in der Lage sein, diese (ein Stück weit) nachzuvollziehen.
  • Seien Sie kompromissbereit. Wenn jeder immer auf seiner Meinung beharrt, ist es nur logisch, dass es regelmäßig im Büro kracht. Besser: Seien Sie bereit, aufeinander zuzugehen und hören Sie sich die Meinung des Gegenüber an.
  • Lernen Sie voneinander. Wie eingangs bereits erwähnt, ist Vielfalt am Arbeitsplatz durchaus begrüßenswert, weil die unterschiedlichen Akteure einiges voneinander lernen können – sowohl die Jungen von den Alten als auch umgekehrt.
  • Agieren Sie immer auf Augenhöhe. Egal, wie jung oder alt, erfahren oder unerfahren ein Mitarbeiter ist – er ist dadurch auf keinen Fall besser oder schlechter als andere. Herablassendes Handeln oder Kommunizieren sind nicht nur unprofessionell, sondern auch allerfeinster Zündstoff für den Generationenkonflikt.
  • Haben Sie keine Angst voreinander. Ein jüngerer Mitarbeiter läuft Ihnen den Rang ab? Ein erfahrener Kollege wird sowieso den Posten als Projektleiter bekommen? Ein solches Konkurrenzdenken ist in vielen Büros an der Tagesordnung, sollte aber unterbunden werden. Betrachten Sie Ihre Kollegen nicht als Bedrohung, sondern immer als unterstützende Wegbereiter.

Welche Erfahrung haben Sie mit dem Generationenkonflikt im Büro gemacht? Hinterlassen Sie und gern einen Kommentar.


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