Home Office: Wie Sie Ihren Chef von der Heimarbeit überzeugen

Home Office – Fluch oder Segen? Darüber scheiden sich die Geister. Fakt ist: Immer mehr Angestellten gelingt es, ihre Vorgesetzten davon zu überzeugen, im Heimbüro zu arbeiten. Die richtigen Argumente sind hierbei das A und O.


Das Arbeiten von zuhause aus ist für die meisten Angestellten Sinnbild für Freiheit, Selbstbestimmung und Flexibilität. In den Augen der Chefs ist das Home Office hingegen Ablenkungsfalle Nummer Eins und damit ein absoluter Dorn, den es zu ziehen gilt. Schaut man einmal genauer hin, wird jedoch deutlich, dass die Heimarbeit auch durchaus lukrativ für ein Unternehmen sein kann. So sorgt das Home Office beispielsweise für eine Zeitersparnis und kann auch maßgeblich zum kreativen Entstehungsprozess bestimmter Projekte beitragen. Wenn Sie gern von zuhause aus arbeiten wollen, gilt es im Voraus, allerhand Überzeugungsarbeit beim Chef zu leisten.

5 Fakten, die für das Home Office sprechen

Wie so oft im Leben ist es auch beim Thema Home Office von Vorteil, wenn Sie ein paar Fakten zusammentragen, die für diese Arbeitsweise sprechen. Ihr Vorgesetzter wird es dann weitaus schwerer haben, die Anfrage abzulehnen. Bei den Verhandlungsgesprächen können die folgenden Punkte einen entscheidenden Einfluss haben.

Fakt #1: Home Office spart Zeit
Gerade Pendler, aber auch andere Menschen mit einem verhältnismäßig langen Arbeitsweg wollen gern im Home Office arbeiten, weil es Zeit spart. Dieser Fakt an sich ist den meisten Chefs egal. Wer überzeugen will, sollte hier ein bisschen umdenken und folgendermaßen argumentieren: Wenn der Arbeitsweg entfällt, bleibt mehr Zeit für die wesentlichen Dinge, Druck fällt ab und ein losgelösteres Arbeiten ist möglich. Kurzum: Wer im Home Office arbeiten darf, kann sich seine Zeit besser einteilen, flexibler planen und letztendlich auch produktiver arbeiten.

Fakt #2: Home Office schafft (kreative) Freiräume
Eng verbunden mit den Freiräumen, die das Home Office offenbart, ist auch die Steigerung der Kreativität. Viele Arbeitnehmer fühlen sich in den typischen Büros eingeengt und unter Druck gesetzt. Nervige Kollegen, ein signifikanter Lärmpegel und der permanente Leistungsdruck sorgen häufig dafür, dass sich kreative Gedanken gar nicht richtig entfalten können. Im Home Office ist das anders.

Fakt #3: Home Office bedeutet nicht, dass man unproduktiv arbeitet
Es ist das Totschlagargument vieler Arbeitgeber: „Wie kann ich denn kontrollieren, ob Sie auch wirklich arbeiten, wenn Sie zuhause sind?“ Wer hierauf eine Antwort weiß, hat quasi schon gewonnen. Fakt ist: Heimarbeit entbindet von keinerlei Pflichten. Wer einen Abgabetermin hat oder eine Präsentation vorbereiten muss, muss dies im Home Office genauso erledigen wie im „richtigen“ Büro. Vorgesetzte können also durchaus nachvollziehen, ob Sie produktiv arbeiten oder nur auf der faulen Haut liegen. Hinzukommt, dass die vertraute Umgebung durchaus motivierend wirken kann. Wer bereits zuhause ist, will häufig noch schneller mit dem Arbeiten fertig werden, um die Zeit mit der Familie und Freunden genießen zu können.

Fakt #4: Home Office steigert die Zufriedenheit der Mitarbeiter
Heimarbeit bringt ein hohes Maß an Attraktivität mit, das vor allem bei jungen, hochqualifizierten Mitarbeitern auf Zuspruch stößt. Unternehmen, die solche Spitzenkräfte langfristig an sich binden wollen, tun gut daran, die Zufriedenheit am Arbeitsplatz zu steigern, indem sie die Möglichkeit zum Home Office anbieten.

Fakt #5: Home Office spart Kosten
Das Einsparen von Kosten ist ein Argument, das bei den meisten Chefs auf offene Ohren stößt. Eines steht nämlich fest: Wer im Heimbüro arbeitet, verbraucht keinen Strom am Arbeitsplatz und benötigt keine anderen Arbeitsmaterialien wie Papier, Stifte und Co. Auch wenn die Ersparnisse gering sind, machen Sie sich auf Dauer doch bemerkbar.

Die wichtigsten Fragen

Wer seinen Chef vom Home Office überzeugen will, sollte jedoch nicht nur harte Fakten, sondern auch flexible Antworten parat haben. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass der Vorgesetzte Sie erst einmal mit Fragen löchert, ehe Sie den erhofften Zuspruch erhalten. Die folgenden Fragen vom Vorgesetzten (und Ihre entsprechenden Antworten) bereiten Sie bestens auf die Situation vor:

  • Wie oft in der Woche wollen Sie im Home Office arbeiten?
  • Wie genau stellen Sie sich das Arbeiten zuhause vor?
  • Was, wenn ein Kunde Sie sprechen will?
  • Wie kann ich prüfen, dass Sie auch wirklich Leistung erbringen?
  • Was, wenn ich es mir später doch noch anders überlege?

Angestellte, die im Home Office arbeiten wollen, müssen Ihren Vorgesetzen mit Fakten und guten Antworten überzeugen. Die richtige Vorbereitung ist dabei Gold wert.


Machen Sie jetzt den Selbsttest: Sind Sie ein Home Office Typ? 


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