How to: So führen Sie ein Team über Ländergrenzen hinweg

Remote Teams sind aktuell schwer im Kommen. Die Digitalisierung macht es möglich, dass Teammitglieder über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten können. Was bedeutet das für die Führung?


E-Mails und das Telefon sind schon lange fester Bestandteil der Kommunikation eines Unternehmens – intern und extern. Wegzudenken sind diese auch heutzutage nicht, doch präsentieren sich die Kommunikationsmöglichkeiten dank der rasant fortschreitenden Digitalisierung mittlerweile deutlich diversifizierter als noch vor wenigen Jahren. Statt dem klassischen Anruf tätigen Sie einen Video-Call und anstelle der E-Mail senden Sie schnell eine Whatsapp-Nachricht. Daten werden via Cloud-Speicher ausgetauscht und Meetings mittels Videokonferenz abgehalten. Neben dem stationären PC am Büroarbeitsplatz sind Angestellte auch mobil zu erreichen, beispielsweise über ihr Smartphone, Tablet oder noch moderner: Phablet. All das führt dazu, dass es immer mehr virtuelle Teams gibt. Remote Teams sozusagen, die zwischen Homeoffice und Büro oder sogar über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten.

Der neue Trend heißt: „Cross Border Team“

Nicht nur Teams, sondern sogar ganze Unternehmen existieren dank modernster Technik heutzutage zum Teil nur noch virtuell. Es gibt keinen klassischen Firmensitz mehr in Form eines riesigen Gebäudes mit Bürolabyrinth. Stattdessen arbeiten die Angestellten – oder auch einfach verschiedene Freelancer – von zu Hause, dem Strand oder einem Café aus und kommunizieren rein digital. Ein Trend, der laut Experten noch an Rückenwind gewinnen wird, schließlich bietet er eine bislang ungeahnte Freiheit für Angestellte. Umziehen für den Traumjob? Das ist vielleicht schon bald nicht mehr notwendig! Doch diese Remote Teams stellen für Führungskräfte eine ganz besondere Herausforderung dar. Vor allem, wenn es sich um ein Team über Ländergrenzen hinweg handelt, ein sogenanntes „Cross Border Team“.

Es führt kein Weg an den Remote Teams vorbei

Falsch oder überhaupt nicht organisiert, können Remote Teams bei allen Beteiligten zu Frustration, Verwirrung und Chaos führen. Dennoch sind sich Experten sicher, dass in Zukunft kein Weg an diesem Arbeitsmodell vorbei führen wird. Je früher sich also ein Unternehmen mit dem Thema auseinandersetzt und entsprechende Führungskonzepte entwickelt, umso eher wird es sich langfristig im Wettbewerb gegen die globale Konkurrenz durchsetzen können. Doch es ist ein Aufwand, der sich lohnt. Denn einmal implementiert, bieten die „Cross Border Teams“ den Unternehmen und Angestellten beziehungsweise Freelancern ein Höchstmaß an Flexibilität, Kosteneffizienz und Knowhow. In der Regel handelt es sich um projektbasierte Zusammenschlüsse zwischen Experten aus aller Welt, welche ansonsten in dieser Konstellation niemals zusammengekommen wären. Der Arbeitgeber kann also auf internationale Spezialisten zurückgreifen und dadurch bestmögliche Ergebnisse erzielen. Klingt spannend? Ist es auch – und zwar für alle Beteiligten!

So führen Sie ein „Cross Border Team“ zum Erfolg

Die Vorteile sprechen für sich und obwohl es sich um ein neues und herausforderndes Unterfangen handelt, ist die erfolgreiche Führung eines Remote Teams alles andere als ein Hexenwerk. Es ist eigentlich nur wichtig, niemals das gemeinsame Ziel aus den Augen zu verlieren:

  • Die Definition und Kommunikation eines klaren gemeinsamen Zieles ist deshalb der bedeutendste Erfolgsfaktor für ein „Cross Border Team“.
  • Trotz der Entfernung über Ländergrenzen hinweg, ist es wichtig, dass sich die Teammitglieder gegenseitig kennen und respektieren.
  • Da die persönliche Komponente fehlt, wird die regelmäßige Kommunikation als gesamtes Team sowie zwischen den einzelnen Teammitgliedern umso wichtiger. Die Kommunikationskanäle sollten daher klar definiert und von allen akzeptiert sowie genutzt werden. Beispiele sind Videoanrufe, virtuelle Meetings oder ein Messengerdienst.
  • Je besser die Teammitglieder untereinander kommunizieren, umso optimaler kann die Expertise jedes Einzelnen genutzt werden. Es ist daher unerlässlich, dass jeder weiß, wer der Ansprechpartner für welches Fachgebiet ist, wie er diesen erreicht und wann.
  • Um Konflikte präventiv zu vermeiden, sollte zu Beginn eine Aufklärung über die kulturellen Unterschiede stattfinden. Zudem ist natürlich eine eventuelle Zeitverschiebung bei der Zusammenarbeit zu berücksichtigen.
  • Die Führungspersönlichkeiten benötigen demnach ein hohes Maß an Empathie, Toleranz sowie Organisationstalent. Sie müssen Durchhaltevermögen beweisen, kulturelle Unterschiede verstehen und das gesamte Projekt in sinnvolle Teilprojekte für jedes Teammitglied unterteilen. Es ist sicherzustellen, dass alle Absprachen, Zeitpläne, Informationen, Kommunikationskanäle & Co für alle Mitarbeiter abrufbar, nachvollziehbar und verständlich sind. Eventuell ist hierfür die Übersetzung in verschiedene Sprachen notwendig.

Mit dem passenden Führungskonzept können alle Beteiligten der „Cross Border Teams“ eine Menge Zeit, Nerven und Geld sparen und stattdessen von den zahlreichen Vorteilen dieses modernen Arbeitsmodells profitieren.

Worauf muss bei der Führung von Remote Teams Ihrer Erfahrung nach noch geachtet werden? Kennen Sie eventuell Beispiele, die Laien als Benchmark dienen könnten? Vielen Dank für Ihren Input in den Kommentaren!


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