HR-Personas: So sprechen Sie gezielt potentielle Bewerber an

Personas sind ein Instrument, das die meisten eher aus den Bereichen Marketing und Kundenakquise kennen. Sie können aber auch bei der Bewerbersuche eingesetzt werden.

Personas sind fiktive Idealtypen einer bestimmten Zielgruppe, die ein Unternehmen ansprechen will. Sie werden einzeln und mit viel Liebe zum Detail erstellt, um ein möglichst plastisches und greifbares Ergebnis zu erzielen. Während der Einsatz von Personas im Marketing Gang und Gäbe ist, wird er im HR-Bereich meist eher stiefmütterlich behandelt. Doch gerade dann, wenn Sie über diverse Active Sourcing-Maßnahmen nachdenken, ist die Nutzung von HR-Personas überaus sinnvoll. Erfahren Sie hier, wie Sie Personas erstellen und wie Sie damit gezielt potentielle Bewerber ansprechen können.

Übrigens: Dass Personaler mittlerweile das Instrument Personas einsetzen, ist ein Beweis dafür, dass die Bereiche HR und Marketing immer näher zusammenrücken.

HR-Personas erstellen: So funktioniert es

Zunächst einmal sollten Sie wissen, dass es beim Erstellen von HR-Personas keine Sonderregeln zu beachten gilt. Das heißt, dass genauso vorgegangen wird wie bei allen anderen Personas auch. Allerdings empfiehlt es sich, entsprechend dem Verwendungszweck das Augenmerk noch intensiver auf die Karriere der fiktiven Person zu lenken.

Grundsätzlich sollten beim Erstellen von HR-Personas die folgenden Bereiche abgedeckt werden:

Allgemeines/

Privatleben

Name, Alter, Geburts- und Wohnort, Familienstand, Hobbys, Wohnsituation, etc.
Bildung/

bisheriger Werdegang

Schule, Abschluss, Studium, Ausbildung, Praktika, Berufserfahrung, bisherige Karriere-Stationen, etc.
Lebensziele Angestrebte Position, höchste Priorität, Erwartungen an das jährliche Einkommen, Definition von Karriere, etc.
Informationsbeschaffung/

Bewerbungsverhalten

Nutzung von sozialen Medien und klassischen Informationsquellen, bevorzugter Bewerbungsweg, Weiterbildungen, etc.

Je genauer und umfangreicher Sie Ihre Bewerber-Personas beschreiben, desto besser können Sie diese später in der Praxis einsetzen. Es dauert zu Beginn vielleicht ein bisschen, bis Sie die fiktive Person „erschaffen“ haben, doch im Laufe der Zeit werden Sie sicher merken, dass es sogar sehr viel Spaß macht, Personas zu erstellen. Dann wird Ihnen die Aufgabe auch schneller von der Hand gehen.

Tipp: Diese Aufgabe eignet sich hervorragend als Teamprojekt. Mehrere Personen haben immer auch mehrere Ideen und verleihen den Personas damit noch mehr Plastizität.

Wofür können HR-Personas genutzt werden?

Wenn Sie eine Handvoll HR-Personas erstellt haben, ist es an der Zeit für den nächsten Schritt. Nun stellt sich natürlich die Frage: Was machen wir mit all den erdachten Charakteren?

Personas sind – wie weiter oben bereits erwähnt – Repräsentanten verschiedener Zielgruppen. Sie stellen einen Archetypus dar, der Ihnen dabei hilft, Wunschkandidaten gezielt und effektiv anzusprechen (Active Sourcing).

Anstatt also die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen zu suchen, haben Sie schon zu Beginn konkrete Anhaltspunkte und können gezielt Ausschau nach genau dem Bewerber oder der Bewerberin halten, der/die den „Eckdaten“ einer Persona so nahe wie möglich kommt.

Eine andere Nutzungsweise von HR-Personas ist das Verfassen von Jobbeschreibungen, die möglichst genau den zuvor erstellten Profilen entsprechen. In diesem Fall ist es wichtig, dass die Personas eine Art Ideal-Bewerber darstellen, die Sie mit Ihren Ausschreibungen erreichen wollen.

Gerade dann, wenn sich auf Ihre Stellenausschreibungen häufig ungeeignete Bewerber melden, ist es sinnvoll, über die vorherige Erstellung von Personas nachzudenken. Es kann durchaus sein, dass die Qualität der eingeschickte Bewerbungen dadurch signifikant steigt.

Eine dritte Option, Personas im HR-Bereich einzusetzen, ist die Optimierung der (Mobile) Candidate Journey. Es ist überaus spannend, sich zu fragen, welche User man mit seiner Karriere-Seite erreicht und wie diese aufgebaut sein muss, um aus einem Besucher einen Bewerber zu machen.

Wie Sie sehen: Personas und HR passen überraschend gut zusammen und eröffnen Ihnen teils völlig neue Möglichkeiten. Es ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um mehr als nur einen Trend handelt. Immerhin werden die Schnittmengen von Personalbeschaffung und Marketing immer größer und dürfen nicht ignoriert werden.


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