Influencer Marketing und HR: 4 Konkrete Praxis-Tipps

Influencer Marketing könnte der nächste große HR-Trend werden. Hier gibt es ein paar interessante Praxis-Tipps.

Erst vor kurzem haben wir auf dem Instaffo-Blog über die Entwicklung berichtet, dass das Influencer Marketing Einzug in den HR-Bereich hält. Nachdem wir Sie in diesem Artikel in das Thema eingeführt haben, soll es heute noch tiefgehender betrachtet werden. Anhand von konkreten Praxistipps zeigen wir Ihnen, wie es Ihnen gelingt, mithilfe von Influencern zukünftige Mitarbeiter anzusprechen.

Augen auf bei der Influencer-Wahl

Gerade weil im Personalwesen bisher nur wenig mit Influencern zusammengearbeitet wird, die Zahl der (manchmal selbsternannten) Meinungsmacher gleichzeitig aber auch stetig wächst, sind viele Unternehmen verunsichert, wenn es um die Wahl eines Partners geht.

Wenn Sie eine Influencer-Kampagne mit dem Ziel der Mitarbeitergewinnung starten, ist es von größter Wichtigkeit, genau hinzuschauen. Am meisten kommt es darauf an, dass der Influencer:

  • glaubwürdig beziehungsweise authentisch ist und
  • gut zu Ihrem Unternehmen passt beziehungsweise Ihre Marke gut repräsentiert

Ein Beispiel:

Angenommen Sie arbeiten für eine Software-Firma und sind auf der Suche nach neuen Entwicklern. In diesem Fall ist es wahrscheinlich nicht sonderlich ratsam, eine Mode-Instagramerin mit 500.000, vorrangig weiblichen, Followern für die Kampagne zu verpflichten. Der Lets-Player (also jemand, der aufnimmt, wie er ein Videospiel spielt und das auf Youtube hochlädt) ist in diesem Fall definitiv die bessere Wahl.

Reichweite ist nicht alles

Wenn Sie mithilfe von Influencer Marketing neue Bewerber für Ihr Unternehmen begeistern wollen, sollten Sie nicht nur nach der Reichweite der Meinungsmacher schauen. Hierfür gibt es mehrere Gründe:

  1. Follower lassen sich für wirklich wenig Geld kaufen
  2. es ist äußerst unwahrscheinlich, dass sich alle Follower für Ihr Unternehmen interessieren
  3. Ein Influencer mit großer Reichweite erhält viele Anfragen; das senkt häufig die Bereitschaft zu einer qualitativ hochwertigen Zusammenarbeit

Schauen Sie sich den Internetauftritt von einem Influencer ganz genau an. Auf welchen Kanälen ist er tätig? Welche Zielgruppe(n) spricht er an? Mit welchen Attributen kann seine Personenmarke beschrieben werden? Wenn die Antworten auf diese Fragen zu Ihrem Unternehmen passen, steht einer Kontaktaufnahme nichts mehr im Weg.

Der Trend geht hin zu Micro-Influencern

Wenn es um Influencer Marketing geht, wurde bisher immer völlig selbstverständlich über die „großen Haie“ im Business gesprochen. Youtuber, Instagramer und Blogger mit weniger als x-tausend Followern und Fans durften sich allenfalls über ein kostenlos zur Verfügung gestelltes Test-Produkt freuen.

Doch genau diese „kleinen Fische“, die sogenannten Micro-Influencer, werden in der kommenden Zeit eine immer größere Rolle spielen. Gerade im HR-Bereich können sich manche Akteure als überaus gewinnbringend erweisen.

Ein Beispiel:

Ein mittelständisches, regional agierendes und angesehenes Unternehmen ist händeringend auf der Suche nach Auszubildenden und entschließt sich, mit einem stadtbekannten Influencer zusammenzuarbeiten. Dieser wird für einen Tag in das Unternehmen eingeladen, um sich alles vor Ort anzuschauen, mit Mitarbeitern über deren Aufgaben zu sprechen und die Unternehmenskultur, die von flachen Hierarchien geprägt ist, zu erleben. Den Besuch veröffentlicht er entweder in Form von Instagram Stories oder einem Youtube-Vlog.

Aus Unternehmenssicht ist der größte Vorteil der Micro-Blogger selbstverständlich, dass sie weniger Geld verlangen als die „Großen“. Darüber hinaus kann jedoch gesagt werden, dass sich eine Zusammenarbeit auch aus anderen Gründen lohnt:

  • hohe Authentizität
  • Nähe zur eigenen Community
  • regionaler Bezug
  • genaue Zielgruppen-Analyse
  • unkomplizierte Kommunikation/Zusammenarbeit

Influencer aus den eigenen Reihen einsetzen

Warum Externe dazu bringen, über Unternehmen XY zu schwärmen, wenn die eigenen Angestellten die Botschaften viel authentischer rüber bringen? Wenn es um Influencer Marketing im Personalbereich geht, dann entscheiden sich immer mehr Firmen dazu, Mitarbeiter als eine Art Markenbotschafter einzusetzen.

Es lohnt sich durchaus, in den eigenen Reihen nachzufragen, wer Lust auf diesen „Job“ hätte und das Unternehmen nach außen hin als attraktiven Arbeitgeber repräsentieren möchte. Natürlich ist nicht jeder für diese Aufgabe geeignet. Bei der Auswahl des „internen Influencers“ sollten Sie unter anderem auf diese Aspekte achten:

  • Ist der Mitarbeiter seinem Arbeitgeber gegenüber loyal?
  • Ist der Mitarbeiter mit seinem Arbeitsverhältnis zufrieden?
  • Strahlt der Mitarbeiter die nötige Motivation aus?
  • Kann sich die Zielgruppe der Influencerkampagne (Fachkräfte, Azubis, Praktikanten, etc.) mit dem Mitarbeiter identifizieren?
  • Verfügt der Mitarbeiter eventuell selbst über eine gewisse Social Media-Reichweite, die für diese Zwecke genutzt werden kann?
  • Weißt der Mitarbeiter, was die Marke seines Arbeitgebers auszeichnet (Werte, Unternehmenskultur, Motivation, Ziele, etc.)?

Ein Beispiel:

Bleiben wir noch kurz bei dem mittelständischen Unternehmen, das Azubis sucht. Wenn dieses einen internen Influencer für seine Zwecke einsetzt, dann sollte dieser nicht gerade der dienstälteste Mitarbeiter sein, der kurz vor dem Ruhestand steht. Auch der Kollege, der bereits mehrmals wegen Unpünktlichkeit abgemahnt wurde, ist nicht die beste Wahl. Viel erfolgversprechender ist der Einsatz eines jungen, ambitionierten Mitarbeiters, der seine Ausbildung gerade erst beendet hat und nun authentisch über seine Erfahrungen in den letzten Jahren berichten kann.

Influencer Marketing im Personalwesen ist ein spannendes Thema. Man darf darauf gespannt sein, welche Trends sich in den kommenden Monaten noch entwickeln werden.


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