Insight: 3 Dinge, die IT-Freelancer an ihren Auftraggeber nerven

IT-Freelancer sind extrem gefragt und können sich oft nicht vor Aufträgen retten. Umso wichtiger ist es für ihre Kunden, genau zu wissen, wie man sie möglichst langfristig an das Unternehmen binden kann.

Zu ungeduldig, zu realitätsfern, zu kontrollierend – es gibt eine ganze Reihe von Aspekten, die IT-Freelancer regelrecht auf die Palme bringt. Wer mit ihnen zusammenarbeiten will – sich also bewusst gegen einen fest angestellten IT-ler entscheidet – der sollte natürlich wissen, wie man richtig mit den festen Freien umgeht. Andernfalls passiert es schnell, dass der Freelancer die Zusammenarbeit beendet und man plötzlich allein auf weiter Flur steht. Drei der größten Nerv-Faktoren sollen in diesem Beitrag genauer beleuchtet werden.

Der Auftraggeber denkt, er wäre „the one and only“

Jeder IT-Freelancer kennt dieses Szenario:

Das Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung ist ein völlig aufgelöster Kunde, der – merklich hyperventilierend – schildert, dass bei ihm gerade die Welt untergeht. Seine Forderung: Bringen Sie das in Ordnung! Jetzt sofort und am besten auch zum Standard-Stundensatz.

Natürlich können Notfälle immer vorkommen – und natürlich sind solche Aufträge dann auch wichtiger als andere. Doch dürfen Kunden niemals denken, sie wären der einzige Auftraggeber eines Freelancers, der nur darauf wartet, für sie arbeiten zu dürfen.

Gerade wenn es darum geht, dass Aufgaben sofort erledigt werden müssen, ist eine Extra-Portion Fingerspitzengefühl gefragt. Außerdem ist es absolut legitim, dass der Freelancer für dringende Aufträge, die dazwischen geschoben werden und den eigentlichen Zeitplan über den Haufen werfen, einen höheren Stundensatz oder eine Dringlichkeits-Pauschale verlangt.

Der Auftraggeber hat utopische Vorstellungen

Es ist keine Seltenheit, dass die Wünsche des Kunden und die Umsetzungsmöglichkeiten des Freelancers so weit voneinander entfernt sind wie Nord- und Südpol. Und trotzdem sind Auftraggeber immer wieder überrascht, wenn ihnen gesagt wird, dass ihre Vorstellungen utopisch ist.

Für Freelancer bedeutet das in erster Linie einen Kampf gegen Windmühlen. Denn auch wenn sie ihrem Kunden zehnmal erklären, dass etwas nicht möglich ist oder das Budget sprengen würde, führt kein Weg hinein.

Um diese Problematik so souverän wie möglich aus der Welt zu schaffen, ist eine klare Kommunikation das A und O. Es bringt niemandem etwas, leere Versprechungen zu machen oder eine Aussage zu verschleiern, damit sie Hoffnungen weckt und den Kunden bei Laune hält. Sowohl Auftraggeber und -nehmer müssen zu jeder Zeit wissen, woran sie sind – auch wenn das manchmal nicht unbedingt ihren Vorstellungen entspricht.

Der Auftraggeber entpuppt sich als Control Freak

Eines der größten Probleme für IT-Freelancer ist das mangelhafte Vertrauen, das ihnen von den Auftraggebern entgegengebracht wird. Dieser Umstand nimmt teils so bizarre Züge an, dass Kunden ihre Freelancer im Stundentakt anrufen und Fortschritte erfragen.

Dieses Verhalten ist natürlich nicht nur hochgradig nervig, sondern auch schlichtweg kontraproduktiv. Denn wenn mehr Zeit für die Kommunikation als für die eigentliche Arbeit „draufgeht“, dann rückt der Abschluss eines Projektes in schier unerreichbare Ferne.

Ein vertrauensvoller Umgang ist die notwendige Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Freelancer. Ist dieser nicht gegeben, sollte zwangsläufig über Alternativen nachgedacht werden.


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