Körpersprache: Sechs Gesten, die Bewerber im Vorstellungsgespräch vermeiden sollten

Die Körpersprache entscheidet zu großen Teilen über Erfolg oder Misserfolg in einem Bewerbungsgespräch. Welche Gesten sollten Sie also vermeiden?

Wenn es um die menschliche Sprache geht, spielen Worte eine weniger wichtige Rolle, als Sie vielleicht denken würden. Stattdessen machen Mimik, Gestik und Körperhaltung einen großen Unterschied. Zwischenmenschliche Kommunikation findet nämlich zu großen Teilen nonverbal statt und dementsprechend wichtig ist die Körpersprache für den beruflichen Erfolg. Das beginnt bereits beim Vorstellungsgespräch und zieht sich anschließend durch sämtliche Meetings, Geschäftsreisen & Co. Worauf also sollten Sie vor allem – aber längst nicht nur – im Bewerbungsgespräch achten, um Ihre Ziele zu erreichen? Welche Gesten müssen Sie vermeiden, um sich nicht Ihre Chancen auf eine Zusage zu verbauen?

Fauxpas 1: Lascher Händedruck

Tatsächlich sagt der Händedruck viel über einen Menschen aus. Experten raten deshalb sogar, diesen vor einem Bewerbungsgespräch gezielt zu üben. Er sollte kurz und kräftig sein, dennoch aber nicht zu stark. Sie möchten Ihrem Gegenüber schließlich keine Schmerzen zufügen, was vor allem beim Tragen von Ringen schnell passieren kann. Ein kräftiger Händedruck steht für Selbstbewusstsein. Wer zu stark drückt, wirkt hingegen schnell dominant. Und noch schlimmer ist es, wenn Ihre Hand wie ein toter Fisch in jener des Gegenübers liegt – lasch und vielleicht sogar nervös verschwitzt. Dann wird der Händedruck schnell zu einer unangenehmen Erfahrung für den Personaler und schmälert eventuell sogar Ihre Jobchancen.

Fauxpas 2: Hängende Schultern

Auch die Körperhaltung wird bewusst oder unbewusst von Ihrem Gegenüber wahrgenommen und kann mehr über Sie aussagen, als Sie vielleicht denken. Wer nervös ist, sich unwohl fühlt oder über wenig Selbstbewusstsein verfügt, macht sich in der Regel kleiner. Die Schultern hängen nach vorne, der Rücken ist gekrümmt und der Blick auf den Boden gerichtet. Eine solche Körpersprache kann unter Umständen sogar depressiv wirken. Richten Sie sich stattdessen auf, gehen Sie mit geradem Rücken und erhobenem Haupt. So begegnen Sie dem Personaler auf Augenhöhe und strahlen Selbstvertrauen, Motivation sowie Lebensfreude aus.

Fauxpas 3: Verschränkte Arme

Weder im Stehen noch im Sitzen sollten Sie in einem Gespräch jemals die Arme verschränken. Das wirkt wie eine unsichtbare Mauer, distanziert Sie von Ihrem Gegenüber und hinterlässt einen verschlossenen, vielleicht sogar unehrlichen Eindruck. Nehmen Sie also lieber eine offene Haltung ein. Legen Sie beide Hände auf den Tisch, lassen Sie die Arme locker hängen oder platzieren Sie eine Hand auf Ihrem Bein, während Sie mit der anderen gestikulierend Ihre Worte unterstreichen. Möglichkeiten haben Sie prinzipiell viele – die Arme zu verschränken, wäre aber die schlechteste Wahl.

Fauxpas 4: Vermeiden von Augenkontakt

Der auf den Boden gerichtete Blick wurde bereits in puncto Körperhaltung bemängelt. Doch auch, wenn Sie aufrecht stehen oder sich selbstbewusst präsentieren, hinterlassen Sie einen schlechten Eindruck, indem Sie den Augenkontakt vermeiden. Das wirkt nicht nur unsympathisch, sondern könnte Sie sogar als Lügner in Szene setzen. Wenn es Ihnen wirklich unangenehm ist, einem anderen Menschen in die Augen zu sehen, können Sie einen kleinen Trick anwenden: Fokussieren Sie dessen Nasenwurzel. Das ist für Sie angenehmer und fällt dem Gegenüber in der Regel nicht auf. Noch besser wäre es aber, wenn Sie offen auftreten und Ihrem Gesprächspartner in die Augen sehen können. Das wirkt sympathisch, selbstbewusst, ehrlich und irgendwie auch einfach „normal“.

Fauxpas 5: Kratzen am Kinn

Viele Menschen kratzen sich am Kinn, am Hals oder an anderen Körperstellen wie dem Oberarm, wenn sie nervös sind. Eine Geste, die häufig unbewusst abläuft, vom Gegenüber aber garantiert wahrgenommen und negativ interpretiert wird. Ein geschulter Recruiter wertet das Kratzen am Kinn nicht nur als Anzeichen für Nervosität – was im Rahmen eines Vorstellungsgespräches ja durchaus verständlich wäre – sondern sogar für Unehrlichkeit. Es handelt sich nämlich um eine klassische Geste, die viele Menschen unwillkürlich tätigen, wenn sie ihrem Gesprächspartner gerade eine Lüge auftischen. Kontrollieren Sie daher sämtliche Ihrer Bewegungen im Bewerbungsgespräch und vermeiden Sie unbedingt das Kratzen, vor allem – aber längst nicht nur – am Kinn.

Fauxpas 6: Händereiben

Ebenso verhält es sich mit dem Händereiben. Nicht ohne Grund wird diese Geste in Hollywood-Filmen meist dem Bösewicht in die Hand gelegt. Händereiben hat etwas Verschmitztes, Unehrliches, vielleicht sogar Bösartiges. Auf jeden Fall hinterlässt es bei Ihrem Gegenüber gewiss keinen guten Eindruck und ist Ihren Chancen auf die Stelle daher alles andere als zuträglich.

Welche weiteren Gesten kennen Sie, die Bewerber in einem Vorstellungsgespräch unbedingt vermeiden sollten – und wieso?


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