Kollegen-Typen: #9 Der Pessimist

Wenn das Glas immer halb leer und nicht halb voll ist, dann wissen Sie, dass Sie es mit einem waschechten Pessimisten zu tun haben. Dieser Kollegen-Typ kann durchaus anstrengend sein und die Produktivität im Büro bedrohen.


Er ist selten gut gelaunt, immer auf das Schlimmste vorbereitet und ein leidenschaftlicher Skeptiker. Die Rede ist vom Pessimisten, einem ziemlich mürrischen Zeitgenossen, der auch in vielen Büros anzutreffen ist. Das Problem an diesem Kollegen-Typ: Seine negative Einstellung überträgt sich schnell auf den Rest der Belegschaft. Es ist daher überaus wichtig, zu wissen, wie man richtig mit einem Pessimisten umgeht.

Die Merkmale des Pessimisten

Wenn ein Mensch pessimistisch ist, dann sieht er in allem nur das Schlechte. Pessimisten im Büro lassen sich demzufolge vor allem an ihrer negativen Einstellung zu ausnahmslos jeder Situation erkennen. Der Chef bittet zum Gespräch? Dann kann nur eine Kündigung bedeuten! Ein neuer Mitarbeiter wird vorgestellt? Oh Gott, jetzt gerät alles aus den Fugen. Das Projekt soll im Team bearbeitet werden? Das kann nur im absoluten Desaster enden.

Pessimisten haben es schwer, sich vorzustellen, dass eine Herausforderung oder alltägliche Situation auch positiv ausgehen kann. Indem sie immer auf das Worst-Case-Szenario eingestellt sind, denken sie, auf alles vorbereitet zu sein. In Wirklichkeit trifft jedoch häufig das Gegenteil ein: Der Pessimist ist keine hilfreiche Bereicherung für das Team, sondern stellt eine regelrechte Bremse dar. Indem er damit beschäftigt ist, alles schwarz zu malen, vergisst er, sich auf das Wesentliche – die Arbeit – zu konzentrieren.

Positive Wendungen, überraschende Erfolge, aufrichtiges Lob vom Vorgesetzten? Ein Vorzeige-Pessimist ist erprobt darin, positive Erlebnisse wie diese unbeeindruckt an sich abprallen zu lassen. Diese Resistenz ist das Ergebnis jahrelanger „Griesgrämigkeit“.

Auch wenn der Pessimist mit seinen Eigenschaften die meisten Kollegen nervt und manchmal auch in den Wahnsinn treibt, gelingt es ihm immer wieder, Leute auf seine Seite zu holen. Der Mensch ist anfällig für Weltuntergangsstimmung und negative Sichtweisen und lässt sich leider schnell davon anstecken. Die Resultate:

  • Die Stimmung im Büro wird immer schlechter
  • Der Pessimist wird durch seine „Anhänger“ zusätzlich angefeuert und erlangt noch mehr Einfluss

Der Pessimist im Überblick

  • Grundsätzlich negativ eingestellt
  • Immer auf das Worst-Case-Szenario vorbereitet
  • Steckt mit seiner negativen Einstellung an (sorgt für schlechte Laune)
  • Lässt sich nicht von positiven Ereignissen umstimmen
  • Behindert mit seiner Schwarzmalerei den Arbeitsprozess der Kollegen
  • Verhindert die Entstehung kreativer Ideen
  • Kann nur schwer Entscheidungen treffen
  • Bringt sich selbst nur selten ein

Wie gehe ich mit dem Pessimisten um?

Pessimismus ist eine Eigenschaft, die oftmals tief in der Persönlichkeit eines Menschen verankert ist. Verabschieden Sie sich daher besser gleich von dem Vorhaben, den notorischen Griesgram mit Ihrem Optimismus anzustecken. Es wird nicht funktionieren.

Wenn eine Veränderung stattfinden soll, muss das vom Pessimisten gewollt sein. Unter Umständen hilft es, wenn Sie das Gespräch zu Ihrem negativ eingestellten Kollegen suchen und versuchen, herauszufinden, was der Grund für seinen Pessimismus ist. Vielleicht sorgt das Benennen des Problems für ein Umdenken.

Ist der Pessimist hingegen absolut beratungsresistent, hilft nur eines: Lassen Sie nicht zu, dass seine negative Einstellung das gesamte Team infiziert. Das gelingt am ehesten, indem Sie sich Erfolge bewusst vor Augen führen, Rückschläge gemeinsam reflektieren und verarbeiten und für gute Laune am Arbeitsplatz sorgen.

Ignoranz ist im Übrigen keine Lösung, wenn es um den Umgang mit Pessimisten geht. Deren generell misstrauische Einstellung fördert nämlich hin und wieder Probleme zutage, die den Optimisten verborgen bleiben. Es empfiehlt sich daher, den Einwänden des Pessimisten Gehör zu schenken und nicht alles kategorisch als Schwarzmalerei abzutun. Die Herausforderung besteht darin, ernstzunehmende Einwände von purem Pessimismus zu unterscheiden.

Übrigens: Ob wir eher optimistisch oder pessimistisch veranlagt sind, entscheidet sich schon in frühen Kindheitstagen. Wer in einem geborgenen Umfeld aufwächst, hat weniger Angst und ist im Erwachsenenalter eher ein Optimist. Pessimisten lernen hingegen schon sehr früh, dass es sinnvoll ist, auf negative Szenarien und damit einhergehende Gefahren eingestellt zu sein. Spätere Erlebnisse können jedoch immer auch zu einer „Umpolung“ führen – sprich: Aus einem Optimisten kann ein Pessimist werden und aus einem Pessimisten kann ein Optimist werden.


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