Kollegen-Typen: Der Introvertierte

Jede Woche stellen wir Ihnen hier auf dem Blog von Instaffo einen anderen Kollegen-Typen vor. Nach dem Selbstdarsteller, dem Spaßvogel und dem Perfektionisten folgt nun der Introvertierte.


Er ist unscheinbar, meist schweigsam und niemals auf der Suche nach Aufmerksamkeit. Der introvertierte Kollege hält sich am liebsten im Hintergrund auf. Was er dort tut, bleibt oftmals verborgen – leider, denn das, was er abliefert, ist meist von ausgezeichneter Qualität. Wodurch sich der introvertierte Büro-Typ im Detail auszeichnet und wie Sie am besten mit ihm umgehen, können Sie hier nachlesen.

Die Merkmale des Introvertierten

Menschen, die als introvertiert gelten, sind in sich gekehrt und somit das Gegenteil von extrovertiert – eine Eigenschaft, die man beispielsweise dem Spaßvogel und dem Selbstdarsteller zuordnen kann. Ihre sehr leise und zurückhaltende Art wird in den meisten Fällen von anderen übertönt, was dazu führt, dass introvertierte Menschen häufig gar nicht richtig wahrgenommen werden. Das gilt im Privatleben genauso wie im Beruflichen und bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich.

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Der Introvertierte im Überblick

  • in sich gekehrt
  • redet nicht gern (vor vielen Menschen)
  • muss regelmäßig für sich allein sein
  • hört lieber zu
  • ist eher passiv als aktiv
  • ist eher ein Einzelkämpfer als ein Teamplayer
  • neigt zum Perfektionismus
  • meidet Konflikte und offene Auseinandersetzungen
  • arbeitet effektiv und fokussiert und wird daher auch ernst genommen
  • führt nicht gern Small Talk (erst recht nicht über Privates)
  • mag keine körperliche Nähe

Wie gehe ich mit dem Introvertierten um?

Die größte Schwierigkeit beim Umgang mit introvertierten Arbeitskollegen besteht darin, sie – salopp formuliert – aus der Reserve zu locken. Mit anderen Worten: Wie schaffe ich es, dass sich mein Kollege traut,

  • auch etwas zum Thema XY zu sagen?
  • mit uns im Team zu arbeiten?
  • auch mal ein Widerwort einzulegen?
  • eine klare Richtung vorzugeben?
  • das Ruder an sich zu reißen?
  • einen Konflikt aktiv zu beenden?

Die Antwort: Indem Sie ihn akzeptieren, wie er (oder sie) ist und ihm die Freiräume geben, die er benötigt. Der größte Fehler, den man im Umgang mit introvertierten Menschen machen kann, ist einengen. Indem Sie Ihren Kollegen bedrängen und „zu seinem Glück zwingen“, richten Sie im Prinzip nur Schaden an.

Besser ist es, ihm die Freiräume und auch die Zeit zu geben, die er braucht. Lassen Sie den Introvertierten selbst entscheiden, wann er sich zu Wort melden will und geben Sie ihm immer wieder die Möglichkeit dazu. Gleichzeitig sollten Sie sich selbst zurücknehmen und Ihren Kollegen nicht körperlich und verbal einengen. Ein solches Verhalten kann unter Umständen viel Geduld verlangen, aber auch trainiert werden.

Generell gilt: Der Introvertierte führt lieber Gespräche unter zwei Augen statt in der Gruppe. Teamwork ist für ihn zwar kein Fremdwort, aber auch nicht das größte Glück auf Erden. Während extrovertierte Menschen erst durch den Kontakt zu anderen richtig warm werden und zu Höchstform auflaufen, ist eine solche Interaktion für Introvertierte überaus anstrengend und deswegen auch ermüdend. Auch hier spielen Akzeptanz und das Schaffen von Freiräumen eine wichtige Rolle.

Ganz wichtig ist außerdem, die Introvertiertheit nicht als Allgemeingültigkeit zu verstehen. Ihr Kollege will aufgrund seiner Charakterzüge nicht mit Ihnen zu Mittag essen? Das muss akzeptiert werden, bedeutet aber keinesfalls, dass es jeden Tag so ist. Es kann durchaus sein, dass er irgendwann Lust hat, mit Ihnen zu essen. Wie Sie das herausfinden können? Indem Ihnen der Introvertierte die entsprechenden Signale sendet. Eine offene Kommunikation ist hier sehr viel wert.

Übrigens: Die Forschung geht bisher davon aus, dass unser Erbgut bestimmt, ob wir intro- oder extrovertiert sind. Es handelt sich hierbei um recht stabile Eigenschaften, die nur schwer ab- beziehungsweise antrainiert werden können. Das bedeutet auch, dass es nur wenig bringt, zu versuchen, einen Menschen im Hinblick auf seine Introvertiertheit zu ändern.

Eine introvertierte Person ist nicht depressiv und auch nicht bemitleidenswert. Sie möchte einfach öfter als andere für sich sein und nicht all ihre Gedanken und Taten nach außen tragen. Wer das versteht und akzeptiert, hat den Grundstein für eine sehr gute Zusammenarbeit gelegt.

Hinweis: Freue Sie sich im nächsten Teil unserer Artikel-Serie „Kollegen-Typen“ auf den Streber.


Bildquelle: Borysevych.com/Shutterstock